Der finale Gottesbeweis in der Medizin

Der finale Gottesbeweis wird ungefähr folgender Maßen geführt. Da man Gott nicht sehen und nicht anfassen kann, es über seinen Geruch so gut wie keine belastbaren Informationen gibt und nur wenige meinen, sie könnten gelegentlich seine Stimme hören, flüchtet man sich gerne in die finale Erklärung.

Gott könne zwar nicht mit den menschlichen Sinnen erfasst werden aber er sei trotzdem wirklich, weil er wirke, so wie eine Medizin.

Da unzählige Menschen davon berichten, wie Gott in ihrem Leben etwas gewirkt habe, kann man von dieser Wirkung auf Gott als die Ursache dieser Wirkungen zurückschließen.

Ich selbst greife gerne auf diesen finalen Gottesbeweis zurück um Skeptikern begreiflich zu machen, warum es vielleicht doch einen Sinn haben könnte, an Gott zu glauben.

Auch Ärzte, die mit einer ungewöhnlichen, nicht schulmedizinischen Heilmethode, die einer ihrer Patienten in Anspruch genommen hat, konfrontiert werden, sagen schon mal gnädig: „Wenn es hilft?!“

Nun nehmen aber nicht nur vermeintlich obskure Heilmethoden für sich in Anspruch, durch das finale Argument ihrer Wirkung quasi beweisbar zu sein, sondern die Schulmedizin selbst befleißigt sich dieser Beweisführung in Ermangelung anderer Begründungsmöglichkeiten ebenfalls.

Nehmen wir zum Beispiel den Aidsvirus, der nahezu alle Eigenschaften Gottes hat. Bis heute konnte er nicht isoliert, mikroskopisch  fotografiert und nachgewiesen werden.

Die Tests, die seine Existenz beweisen sollen, beziehen sich allein auf die angebliche Wirkung des Aidsvirus.  Ein vermehrtes Auftreten von Antikörpern im Blut wird nachgewiesen, die dann als Indikator für dieses bis heute unsichtbare Virus gelten.

Die Tests sind ausgesprochen unsicher und reichen in dieser Hinsicht durchaus an die Unsicherheit der subjektiven Wahrnehmung, die als Gottesbeweis herhalten muss, heran.

Auch ist es eine irrige Annahme, dass das Aidsvirus eine definierte Krankheit auslöst. Deshalb spricht man auch nicht von einer Krankheit sondern von einem „Aids-Syndrom“. Unter diesem Begriff des Syndroms werden eine Vielzahl von Krankheitserscheinungen subsumiert, die für sich betrachtet undendlich viele anderen Ursachen haben könnten.

Auch die Gegner von Gottesbeweisen werden mit Recht behaupten, dass die angeführten subjektiven Erfahrungen, die angeblich die Existenz Gottes beweisen sollen, natürlich auch ganz andere Ursachen haben könnten.

In der Mythologie der Aidserkrankung finden wir das von den Religionen her bekannte Motiv, der Kranke sei an seiner Krankheit selbst schuld.

Deshalb hat man das Aidssyndrom zunächst bei Homosexuellen und Prostituierten „gefunden“, die bekannter Maßen häufig wechselnde Geschlechtspartner haben und sich deshalb so häufig infiziert haben.

Auch den Afrikanern, die die mit Abstand die größte Gruppe der Infizierten und Erkrankten ausmachen, hat man gerne einen überdurchschnittlich stark ausgeprägten Geschlechtstrieb nachgesagt. Sehr liebevoll wurde dieser Mythos von der „Weißen Massai“ gepflegt.

Besonders in Afrika ist es nicht unwahrscheinlich, dass viele der als Aidssyndrom identifizierten  Symptome möglicherweise auf Unterernährung und mangelnde hygienische Verhältnisse zurückzuführen sind.

Der Verdacht schleicht sich ein, dass es sich bei dem „Aidssyndrom“ um einen Mythos handeln könnte, der genau wie andere Mythen weder bewiesen, noch gar beweisbar ist.

Die Behauptung, jemand sei an Aids gestorben, ist unter Umständen genauso evident wie zum Beispiel die Behauptung, der Teufel, den man ja auch nicht unter dem Mikroskop sehen kann, sei in diesen Menschen gefahren und habe ihn von innen heraus aufgefressen.

Hierzulande ist es viel seltener geworden, dass von einem Menschen behauptet wird, er sei an Aids gestorben. Ich kenne einige „Aidsinfizierte“ die seit Jahrzehnten mit dieser Diagnose leben und ganz munter sind.

In der Anfangszeit der Aidshysterie war die Mortalitätsrate gefühlt höher. Das läge an den verbesserten Medikamenten, sagt man. Möglicherweise hat man die mit diesen Medikamenten verbundenen starken Nebenwirkungen soweit reduzieren können, das sie nicht mehr tödlich sind.

Die Ahnung, dass nicht die Krankheit, sondern die schulmedizinische „Therapie“ bisweilen das eigentliche Problem sein könnte, ist so absurd nicht, wie sie scheint.

Es gibt Untersuchungen darüber, dass hierzulande die Lebenserwartung der Menschen in Gebieten mit überdurchschnittlich guter schulmedizinscher Versorgung nicht steigt, wie man annehmen sollte, sondern sinkt.

Zu Beispiel fallen die Sterblichkeitsstatistiken in den USA manchmal besser aus als bei uns. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Menschen wegen der fehlenden Krankenversicherung manche Therapien, die  das Leben verkürzen helfen, schlicht nicht leisten können.

Die Atheisten werden mir recht geben: Wenn ein Mythos erst einmal ins Wanken geraten ist, dann gibt es kein Halten mehr und man ist geneigt der Institution, die diesen Mythos hoch gehalten hat, die übelsten Motive und Machenschaften zu unterstellen. Das gilt für die Kirche in gleicher Weise wie für die Schulmedizin.

Die Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Institutionen sind unübersehbar.

Beide Organisationen sind hierarchisch strukturiert. Die Lehre, die in beiden Institutionen hochgehalten wird, ist sakrosankt.

Alles was als gesichertes Wissen festzuhalten ist, wird in der Kirche in einem Katechismus niedergeschrieben. Wie im Katechismus gibt es auch in den Richtlinien der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, für jede Frage nur eine richtige Antwort, die man auswendig lernen muss und die im multiple choice Verfahren abgeprüft wird.

Nach der Universitätsausbildung erhalten die Priester der Kirche und die Ärzte im Krankenhaus ihre Weihe. Im einen Fall nennt man das Ordination im anderen Approbation.

Ist der Priester oder der Arzt geweiht, gilt er als Sachwalter des heiligen Wissens, das nur ihm und nicht den gewöhnlichen Sterblichen zu teil geworden ist.

Der Priester befreit das Beichtkind von seiner Schuld im Namen Gottes und der Arzt befreit den Patienten von seiner Krankheit im Namen der WHO.

Das Beichtkind wird immer wieder schuldig, genauso wie der Patient immer wieder krank wird, erneut den Arzt oder den Beichtvater aufsucht. Beide, der Priester und der Mediziner können recht gut davon leben.

Gelegentlich kommt es natürlich vor, dass sowohl dem Beichtkind aus auch dem Patienten tatsächlich geholfen werden kann.

Es ist aber ein weit verbreiteter Fehlschluss, der Priester könne dem Beichtkind tatsächlich die Schuld abnehmen, wie es genauso verkehrt ist, zu glauben, der Arzt habe den Kranken geheilt.

Der wohl berühmteste Arzt aller Zeiten hat das genauso gesehen. Immer wenn Jesus mit einem Kranken zusammenkam, der geheilt wurde, sagte er anschließend zu ihm: „Dein Glaube hat dir geholfen.“

Letztendlich kann nur der Patient selber gesund werden, der Arzt kann ihn dabei lediglich begleiten und unterstützen.

Denken wir an die zweifellos beeindruckenden Fähigkeiten der heutigen Unfallchirurgie. Der Arzt kann einen Beinbruch zwar schienen, nageln und verschrauben. Den Knochen wieder zusammenwachsen lassen kann er nicht. Dazu ist ausschließlich der Körper des Patienten mit Hilfe der ihm von Gott gegebenen und in die Wiege gelegten Fähigkeiten in der Lage. Deshalb hat auch Jesus nie behauptet, er habe einen Kranken geheilt.

Die Schulmedizin hat ein gänzliches anderes Bild von Krankheit und Heilung. Sie glaubt mit Hilfe ihrer Diagnose und der in der WHO dafür vorgeschriebenen Therapie, seien sie selbst und ihre Weisheit die Ursache der Heilung. Deshalb spricht man auch gerne von den Göttern in Weiß.

In diesem Zusammenhang erinnere ich an das Erste Gebot in der Bibel in dem es heißt, „du sollst keine anderen Götter haben neben mir, bete sie nicht an und diene ihnen nicht.“

Das Problem der falschen Anbetung liegt weniger bei den Ärzten selbst als vielmehr bei einer Vielzahl der Patienten, die dazu neigen, alles was ihr Arzt sagt, für sakrosankt zu halten, ihrem eigenem Körper nichts zuzutrauen und die Verantwortung für ihre Gesundheit lieber komplett an den behandelnden Arzt abzugeben.

Interessamt ist auch die Frage, warum sich die Ärzte als Mediziner bezeichnen und ihre Kunst als Medizin. Unter Medizin versteht man für gewöhnlich ein Medikament.

Die Medizin wäre so verstanden die Lehre davon, wie man Medikamente herstellt und vertreibt. Der Umsatz, der mit dieser Art von Medizin hierzulande erzielt wird, geht in die Milliarden.

Der Spiegel berichtet zum Beispiel, das die Gesundheitskosten in Deutschland im Jahr 2011 300 Milliarden Euro betragen haben. Das entspricht dem Zehnfachen des Verteidigungshaushaltes der Bundeswehr im gleichen Jahr. Man sieht hier gibt es Pfründe in der Medizin, die es wert sind, verteidigt zu werden.

Sollte man nicht statt von der Medizin lieber von der Gesundheit und statt von der Krankheit lieber von der Heilung sprechen?

Einem Arzt, der statt von „Krankheiten“ von „Sinnvollen Biologischen Sonderprogrammen“ gesprochen hat, wurde die Approbation entzogen. Außerdem hat man ihn für zwei Jahre hinter Gitter gebracht, weil er auch nach dem Entzug der Approbation nachweislich mit drei Patienten über sie Lehren gesprochen hat, denen er laut Gerichtsurteil „abschwören!“ sollte. Auch hier lässt die Kirche und ihre Heilige Inquisition wieder grüßen.

Nun mag man den Eindruck gewinnen, ich wolle einen ganzen Berufsstand, die Ärzte, schlecht machen. Das ist nicht der Fall.

Die meisten Ärzte sind genau wie die meisten Pfarrer gute, pflichtbewusste und aufrichtige Menschen, die nach besten Wissen und Gewissen für die ihnen anvertrauten Menschen nur das Beste wollen.

Aber manchmal ist das Gegenteil von gut nicht schlecht, sondern nur gut gemeint.

In der Geschichte wurden nicht selten ganze Weltbilder auf den Kopf oder angeblich vom Kopf auf die Füße gestellt. Wie lange das Paradigma der Schulmedizin noch Bestand hat, wird die Zukunft erweisen. Wir dürfen gespannt sein.

In diesem Sinne kann ich nur raten, bleiben sie gesund und tun sie vor allem selbst etwas für ihre Gesundheit. Es kann nicht schaden sich den einen oder anderen Gedanken zu machen, bevor man sich bedingungslos in die Hände einiger noch so gut meinender Ärzte begibt.

 

 

 

 

 

 

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