Um die Wahrheit kommt man nicht herum

Ein Gespenst geht um in Europa. Es spukt in den meisten Köpfen „moderner“ Menschen und flüstert  ihnen ein, es gäbe keine Wahrheit, und schon gar keine absolute Wahrheit.

Schließlich habe ja selbst die Wissenschaft herausgefunden, dass alles relativ sei, wie Einstein zeigen konnte, und dass in der modernen Quantenphysik allenfalls von Wahrscheinlichkeiten, niemals aber von Wahrheiten gesprochen werden könne.

Wahrheiten, besonders die, die in den großen Religionen behauptet werden, seien Projektionen vormoderner Menschen, die es eben noch nicht besser wussten. Deshalb gilt der Satz: „Es gibt keine absolute Wahrheit sondern alles ist relativ.“

Nun ergibt sich bei der Bestreitung der Wahrheit ein logisches Problem. Der Satz, es gäbe keine Wahrheit ist selbst eine Behauptung, die für sich in Anspruch nimmt, wahr zu sein.

Es handelt sich bei diesem Satz, wenn er denn zutrifft, um eine Wahrheit. Damit widerspricht die Behauptung, es gäbe keine Wahrheit sich selbst. Wenn er nämlich stimmte, wäre das eine Wahrheit und stellte damit das eine Gegenbeispiel dar, welches die Theorie von der Nichtexistenz der Wahrheit falsifiziert.

Dieser Widerspruch bleibt bestehen, auch wenn ich den Begriff der Wahrheit durch den Begriff absolute Wahrheit ersetze. Die Bestreitung dieses Satzes nimmt ebenso für sich in Anspruch absolut war zu sein und verfällt der selben Aporie, wie der Satz, es gibt keine Wahrheit.

Will man überhaupt von etwas sinnvoll reden, kommt man um die Wahrheit nicht herum.

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3 Gedanken zu „Um die Wahrheit kommt man nicht herum

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