Was ist ein Naturgesetz?

Fritzchen: Was ist eigentlich ein Naturgesetz?

Georg: Ein Naturgesetz ist zum Beispiel der Zusammenhang von Kraft, Masse und Beschleunigung.

Fritzchen: Kraft? Masse? Beschleunigung?

Georg: Ja also der Newton

Fritzchen: Newton?

Georg: Isaak Newton, der Begründer der klassischen Physik.

Fritzchen: Klassische Physik, ist das was mit Geigen und so?

Georg: Nein keine klassische Musik sondern klassische Physik. Man sagt auch Newtonsche Physik, damit man das nicht verwechselt.

Fritzchen: Also gut, keine Geigen und Pauken sondern, wie war das doch gleich? Kraft, äh..?

Georg: Kraft Masse und Beschleunigung.

Fritzchen: Also verstehe ich das richtig, Kraft, Masse und Beschleunigung, sind die Instrumente im Physikorchester.

Georg: Komischer Vergleich, aber kann man so sehen, vielleicht verstehst du es dann besser

Fritzchen: Und wie hört die sich jetzt an, die klassische Physik.

Georg: Also die Masse, die musst du dir vorstellen wie die großen Pauken oder die Kontrabässe, die man immer durchhört, egal wie viel Lärm die anderen machen.

Fritzchen: Und die Kraft?

Georg: Die Kraft selbst hört man nicht, nur ihre Wirkung, die sie auf die Instrumente hat.

Fritzchen: Also wie der Dirigent?, der fuchtelt irgendwie rum, und die Instrumente machen das, was er vorgibt.

Georg: Ja, so ähnlich

Fritzchen: Und die Beschleunigung?

Georg: Das ist ungefähr so: Wenn der Dirigent schneller fuchtelt, dann spielen die Musiker auch schneller.

Fritzchen: Und das Naturgesetz?

Georg: Das Naturgesetz besagt, dass, wenn sich der Dirigent schneller bewegt, dann muss auch das Orchester seine Spielweise beschleunigen in Physiknoten ausgedrückt ist das F=m x a

Fritzchen: F= m x a?

Georg: F ist die Kraft, die benötigt wird, um ein Kilogram Masse in einer Sekunde einen Meter vom Erdboden hochzuheben.

Fritzchen: Und wenn die Musiker, äh, die Physiker sich einfach nicht dran halten, an das was der Dirigent macht?

Georg: Ja bei den Musikern geht das, die können auch falsch spielen und aus der Reihe tanzen, aber die Natur kann das nicht, die muss sich an die Gesetze halten.

Fritzchen: Stimmt doch gar nicht.

Georg: Wie bitte?

Fritzchen: Newton ist doch von gestern, heute ist es ganz anders.

Georg: Wie anders.

Fritzchen: Na Einstein zum Beispiel. Der hat gesagt, die Objekte, wenn sie ganz schnell sind, fast so schnell wir Licht, halten sich nicht mal an Raum und Zeit: Bei denen gehen die Uhren nach einem ganz anderen Takt als bei dem Dirigenten vom Newton.

Georg: So würde ich das aber nicht sehen.

Fritzchen: Und noch was hat er gesagt. Eigentlich gibt es nur relative Bewegungen. Man kann also nicht sagen, das eine ruht und das andere bewegt sich. Also kann man auch nicht sagen, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Diese Frage ist also auch wieder völlig offen.

Georg: Fritzchen, jetzt übertreibst du aber, so kann man das nicht sagen

Fritzchen: Und in der Quantenphysik, da ist auch so. Die Elementarteilchen richten sich auch nicht nach Gesetzen, sondern sie machen was sie wollen und verhalten sich eher zufällig.

Georg: Ja das stimmt, aber die Zufälligkeit der einzelnen Ereignisse gibt dann doch wieder einen Sinn, wenn man sie von weiter weg anschaut.

Fritzchen: von weiter weg? Wie meinst du das?

Georg: Das ist wie mit einem Ameisenhaufen. Wenn du den von weitem anschaust, dann sieht er aus, wie ein brauner Haufen mit immer der selben Größe an immer dem selben Platz.

Fritzchen: Ja und?

Georg: Wenn du näher hingehst, siehst du ganz viele kleine Ameisen, die wild durcheinander laufen.

Fritzchen: Ja und, was soll das jetzt heißen?

Georg: Obwohl sie alle wild durcheinander laufen, sind sie doch in einem Haufen organisiert, der, wenn man ihm von Weitem betrachtet, immer gleich bleibt.

Fritzchen: Und das ist jetzt das Naturgesetz?

Georg: Ja das Naturgesetz entsteht, wenn man nicht so genau hinschaut, nicht so nah rangeht.

Fritzchen: Das Naturgesetz entsteht, weil die Ameisen einen Haufen bilden, den ich von weiter weg erkennen kann?

Georg: Genau so ist es.

Fritzchen: Und wo ist jetzt der Dirigent, der den Ameisen gesagt hat, sie sollen einen Haufen bilden?

Georg: Den gibt es nicht.

Fritzchen: Und woher wissen dann die Ameisen, dass sie einen Haufen bilden sollen, wenn es ihnen keiner gesagt hat?

Georg: Sie haben es sich selber überlegt!

Fritzchen: Also ein Naturgesetz ist, wenn die Ameisen etwas machen, was sie sich selber überlegt haben? Ich dachte immer, ein Naturgesetz ist etwas, wonach sich alle richten müssen und gegen das niemand verstoßen kann, auch nicht eine einzige Ameise.

Georg: So habe ich da noch nicht drüber nachgedacht.

Fritzchen: Ja wie ist es denn sonst bei den Gesetzen?

Georg: Wie sonst bei den Gesetzen?

Fritzchen: Na bei den Gesetzen, die Menschen sich überlegt haben.

Georg: Was meinst du da?

Fritzchen: Na zum Beispiel die Vorschrift über die Abgas Sonderuntersuchung, die bei jedem Auto regelmäßig durchgeführt werden muss.

Georg: Was willst du jetzt damit sagen?

Fritzchen: Hat es dieses Gesetz schon gegeben bevor es Autos gab und als es dann die Autos entwickelt wurden mussten sie sich nach der ASU-Verordnung richten?

Georg: Nein, natürlich nicht.

Fritzchen: Sondern?

Georg: Solange es keine Autos gibt und solange noch niemand ein Problem mit diesem Treibhauseffekt hatte, gab es natürlich auch keine ASU Verordnung.

Fritzchen: Könnte es mit den Naturgesetzen nicht ganz ähnlich sein?

Georg: Wie ähnlich

Fritzchen: Na, das die Naturgesetze erst entstehen, wenn die Natur,  schon längst da ist.

Georg: Und wo ist das Problem?

Fritzchen: Bisher war es doch immer so, dass die Natur sich nach den Gesetzen richten muss, so als ob da ein großer Gesetzgeber wäre und alle müssten nach seiner Pfeife tanzen.

Georg: Und wer soll das sein?

Fritzchen: Der große Dirigent, Gott, der Schöpfer.

Georg: Aber Fritzchen, die Naturwissenschaft versucht die Welt doch gerade ohne Gott zu erklären. Die Naturgesetze machen Gott überflüssig.

Fritzchen: Eben

Georg: Eben?

Fritzchen: Sie machen Gott überflüssig, weil sie die Naturgesetze an seine Stelle setzten. Die Naturgesetze verhalten sich aber genauso wie Gott: sie sind der große Dirigent, der große Boss und alle und alles muss sich unterwerfen.

Georg: was willst du damit sagen?

Fritzchen: Das Naturwissenschaftliche Weltbild ist autoritär.

Georg: Und wie sollte es stattdessen sein?

Fritzchen: So wie die Ameisen, kooperativ.

Georg: Und die Naturgesetze?

Fritzchen: Die sollten sich der Natur anpassen und nicht umgekehrt.

Georg: Und wie nennen wir jetzt das Ganze?

Fritzchen: Emergenz

Georg: Emergenz?

Fritzchen: Da können wir ja ein anderes mal drüber reden.

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