Wie man aus der Vergangenheit nicht lernen kann.

Ein Freund zeigte mir eine Feldpostkarte, die sein verstorbener Vater auf dem Russlandfeldzug der Wehrmacht am 5. Oktober 1941, an seine Schwester geschrieben hat.

Auf der Bildseite war folgender Spruch abgedruckt:
„Das deutsche Volk ist sich bewusst, dass es dazu berufen ist, die gesamte Kulturwelt von den tödlichen Gefahren des Bolschewismus zu retten und den Weg für einen wahren sozialen Aufstieg in Europa frei zu machen.“
(Aus der Bote an die Sowjetregierung.)

 Vertauscht man das „deutsche Wolk“ mit der „internationalen Gemeinschaft“ und den „Bolschewismus“, mit dem „Salafismus“, der „Terrormiliz“ oder „Putin“ und den Begriff „Europa“ mit dem Begriff „Naher Osten“ oder „Ostukraine“, dann muss man feststellen, dass der obige Satz in dieser Form beinahe täglich seit vielen Monaten mehrfach auf der Titelseite einer beliebigen westlichen Tageszeitung zu finden ist: Der Satz heißt dann zum Beispiel:

„Die internationale Gemeinschaft ist sich bewusst, dass sie dazu berufen ist, die gesamte Kulturwelt von den tödlichen Gefahren des Salafismus zu retten und den Weg für einen wahren sozialen Aufstieg im Nahen Osten frei zu machen.“
(Aus einer beliebigen westlichen Tageszeitung)

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2 Gedanken zu „Wie man aus der Vergangenheit nicht lernen kann.

  1. Yeti

    Ich glaube auch, dass man es sich nicht so einfach machen kann, eine bestimmte Richtung der Religion verantwortlich zu machen dafür, dass es politische Interessen gibt, den „gesamten mittleren Osten zurückzubombern ins Mittelalter“. Cui bono?

    Ich habe am Montag abend mit einem Muslimen gesprochen, der ursprünglich aus Jordanien stammt, und er hat folgendes gesagt (ich versuche den O-Ton zu treffen).

    Niemand weiss, wer diese IS ist und woher sie kommt. Da sind Kämpfer aus Tschetschenien dabei und aus westlichen Ländern, die haben eigentlich alle überhaupt keine Religion und wollen nur Macht und Terror. Wenn Du sagst, Du bist Sunnit – bist Du tot, wenn Du sagst, Du bist Christ – bist Du tot, wenn Du sagst, Du bist Kurde, bist Du tot, Du bist auf jeden Fall tot, wenn Du nicht kuschst. Die glauben an überhaupt nix.

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Ich war auf einem Vortrag von Ruppert Neudeck, der bekannte Menschenrechtsaktivist von der Cap annamour. Er hat sogenannte Grünhelme schon lange in Syrien, als es noch gegen Saddad ging, von dem eigenartiger WEise gar nicht meht die Rede ist. Seine Leute wurden in Syrien gekidnappt. Lösegeld wurde erpresst. Die Kidnapper waren Salafisten aus Deutschland, die Akzentfrei Deutsch sprechen konnten. Das Auswärtige Amt gibt schon lange zu, dass sie von mindestens 500 Dschihadisten namentlich weiß, die im Syrichen Bürgerkrieg weiß. Der Verein, der die Anwerbung zum Teil an deutschen Schulen betreibt ist als gemeinützig bis zum heutigen Tag annerkannt. Die Bundesregierung schickt neuderdings offiziell Waffen in dieses Krisengebiet, inoffiziell schon immer in alle Krisengebiete. Ich habe Herrn Neudeck, der die „Rebellen“ anfänglich mit seinen Grünhelmen, die natürclich unbewaffnet sind, unterstützt hat, „Wer sind die Guten in diesem Bürgerkrieg?“
      Er gab mir damals die ausweichende Antwort, dass es nach wie vor Assad sei, der Böse ist, das „wusste“ damals aber jeder. Heute interessiert sich miemand mehr für diesen Menschen, der vor dem Bügerkrieg von westlichen Medien gelegentlich mit viel Lob bedacht wurde. Im Grunde genommen läuft der Weltkrieg schon. Die Masse der Flüchtlinge entspricht heute schon der Anzahl von 1945. Auch 1939 fand er Krieg noch ausschließlich außerhalb der deutschspsrachigen Grenzen statt. Heute stehen Deutsche Soldaten schon weiter von Berlin entfernt in Afghanistan als jemals im Zwieten Weltkrieg, seit über 12 Jahren, länger als die Hitlerdiktatur überhaupt gedauert hat. Meine Grundgedanken zum Thema Krieg habe ich im ersten Kapitel meiner Unmutsäußerungen dargelegt.

      Antwort

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