Der Trick mit dem Kühlschrank

Fritzchen: Ich habe es jetzt rausgefunden

Georg: Was rausgefunden?

Fritzchen: Das mit dem Wirkungsquantum.

Georg: Dem Wirkungsquantum?

Fritzchen: Dem blankschen Wirkungsquantum.

Georg: Du meinst diese Konstante, die Max Plank entdeckt hat, und die zu diesen merkwürdigen Quantensprüngen führt?

Fritzchen: Ja diese Quantensprünge. Diese Quanten springen ja ganz weit weg ohne dass sie jemals irgendwo dazwischen gewesen sind.

Georg: Ist ja unglaublich.

Fritzchen: Ich glaub´s auch nicht.

Georg: Du wolltest doch was von dem Wirkungsquantum erzählen.

Fritzchen: Ja, das ist ein mathematischer Trick.

Georg: Ein Trick?

Fritzchen: Ja sowas wie ein Taschenspielertrick.

Georg: Das musst du jetzt aber mal erklären.

Fritzchen: Also, der Max Plank hatte ein Problem.

Georg: Wer hat das nicht.

Fritzchen: Er hatte eine Messreihe, die einfach nicht auf eine Kurve passte.

Georg: Sondern?

Fritzchen: Es kamen zwei verschiedene Kurven raus, eine für geringe Messwerte und eine für hohe Messwerte.

Georg: War das schlimm?

Fritzchen: Es war sogar noch schlimmer.

Georg: Noch schlimmer?

Fritzchen: Die eine Messreihe war eine Kurve und die andere Messreihe war eine Gerade.

Georg: Und der Trik?

Fritzchen: Der Trick war eine Konstante, das Wirkungsquantum.

Georg: Und was hat diese Konstante jetzt bewirkt?

Fritzchen: In Wirklichkeit bewirkt sie natürlich gar nichts.

Georg: Sie bewirkt gar nichts?

Fritzchen: Ja, das ist wie mit dem Gefrierpunkt des Wassers, das ist auch eine Konstante, bei 0 Grad Celsieus, da gefriert das Wasser.

Georg: Was willst du damit sagen.

Fritzchen: Es ist ja nicht der Gefrierpunkt, der das Wasser fest werden lässt. Wenn das so wäre, könnte man einfach ein paar Gefrierpunkte in die Kühltruhe packen und man bräuchte keinen Strom.

Georg: Da hast du irgendwie recht.

Fritzchen: Eben, eine Konstante ist normalerweise völlig wirkungslos.

Georg: Wie kann es aber dann ein Wirkungsquantum geben?

Fritzchen: Das Wirkungsquantum bewirkt ja schon etwas.

Georg: Ja was denn?

Fritzchen: Es bewirkt das aus einer Kurve und einer Geraden auf dem Papier, die nicht zueinander passen wollen, eine einzige Kurve entsteht, in dem man jeden einzelnen Messwert mit dieser Konstante multipliziert.

Georg: Wozu soll das gut sein?

Fritzchen: Max Plank fand eine Kurve einfach schöner als zwei verschiedene Funktionen, er meinte, das wäre eleganter.

Georg: Und warum ist das so wichtig?

Fritzchen: Ja weil er damit eine neue Religion begründet hat.

Georg: Eine neue Religion?

Fritzchen: Die Quantenphysik.

Georg: Fritzchen, was redest du jetzt wieder für einen Blödsinn, Die Quantenphysik, eine Religion.

Fritzchen: Das ist wie in der Alten Kirche.

Georg: Wie in der Alten Kirche?

Fritzchen: Da war das so ähnlich. Eigentlich hätten die Theologen lieber nur einen Gott gehabt, das fanden sie irgendwie eleganter, so wie Max Plank, der nur eine Kurve haben wollte.

Georg: Und wo war das Problem?

Fritzchen: Es gab ja noch diesen Christus, der war ja auch irgendwie Gott, und dann gab es da auf einmal zwei Götter, wo man doch nur einen wollte.

Georg: Wie haben die Kirchenväter dieses Problem gelöst?

Fritzchen: So wie Max Plank.

Georg: Wie?

Fritzchen: Sie haben ein Wirkungsquantum eingeführt.

Georg: Da habe ich aber noch nie was von gehört.

Fritzchen: Sie haben das natürlich anders genannt. Sie haben gesagt, Vater und Sohn seien wesensgleich. Wenn man die beiden verschiedenen Gottheiten Vater und Sohn mit der Konstante der Wesensgleichheit multipliziert, dann ist das nur noch ein Gott, so haben sie gesagt und fanden das irgendwie eleganter.

Georg: Und was hat das jetzt mit der Quantenphysik zu tun?

Fritzchen: Ja mit der Quantenphysik ist es wie mit der Alten Kirche. Sie hat das planksche Wirkungsquantum zum Dogma erhoben und alle Quantenphysiker müssen damit rechnen und dürfen es nicht mehr in Frage stellen, dabei ist es nur ein Trick.

Georg: Du immer mit deinem Trick.

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4 Gedanken zu „Der Trick mit dem Kühlschrank

      1. ---

        Ich sehe die Leistung und bin dankbar für die bereichernden Gedanken. Das ist eben nicht jedem zugänglich, oder vielen ein zu weites Feld. Vielleicht müssen einem die sogenannten Gewissheiten erst überdrüssig werden 😉

      2. ---

        Und ich muss hinzusetzen: ich kann es nachfühlen, weil ich mich ebenfalls damit beschäftige, wie das Feld des Alltagsverstands dynamisiert werden kann, oder anders herum, wie man Wissen durch Umfeldbezüge besser erfahrbar macht. Um so mehr Respekt habe ich vor Deiner Arbeit. Es ist sehr kreativ und intensiv, diese Verbindungen herzustellen. Abschließend ein Link zu drei Dialogen von mir: http://frauschwarzundherrweiss.wordpress.com/. Der Hintergrund dabei ist, dass es eine Anzahl öffentlicher Reizworte gibt, zu denen meistens dieselben Ansichten auftauchen. Es geht mir darum, eine Struktur sichtbar zu machen, trage aber die Frage schwanger, ob nicht doch mehr Handlung dazu gehört, und in welche Form man dann gerät. Video? Didaktik? Wäre spannend zu wissen, was Du dazu meinst! Gruß

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