Echt sind nur die Toten

Wer schon mal bei den Pfadfindern war, weiß dass zu einem ordentlichen Zeltlager auch ein nächtlicher Überfall gehört. Die Nachtwachen werden gebrieft und den Kids wird vor dem Einschlafen kräftig Angst vor der drohenden Gefahr gemacht.

Nun finden sich aber selten im angrenzenden Dorf hinreichend viele Jugendliche, die über die nötige kriminelle Energie und Risikobereitschaft verfügen, um ein Pfadfinderlager mit hundertfünfzig Jugendlichen anzugreifen, in dem jeder Pimpf ein Fahrtenmesser am Gürtel trägt.

Da die Lagerleitung aber das nächtliche Spektakel den abenteuerlustigen Kindern nicht vorenthalten will, muss das Problem anderweitig gelöst werden.

In der Regel beauftragt man eine befreundete Jugendgruppe gegen eine kleine Spende in die Vereinskasse, die Rolle des Kinderschrecks in der Nacht zu spielen.

Da die überfallenen Kinder natürlich ahnungslos sind und es auch sein sollen, kann es schon einmal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit echten Verletzungen kommen.

Solche Inszenierungen beschränken sich aber nicht auf nächtliche Überfälle in Pfadfinderlagern. Was im Kleinen gut funktioniert, kann auch im Großen erfolgreich sein.

Ich gehöre zu denjenigen, die auch die großen und die ganz großen Kriege für Inszenierungen miteinander befreundeter Lagerkommandanten halten. Echt sind nur die Toten, auf beiden Seiten.

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