Schelling und die Software

Der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling soll einmal gesagt haben:

„Wenn man das Gehirn so sehr aufblasen könnte, dass man darin tagelang spazieren gehen- und sich alles genau ansehen könnte, würde man darin keinen einzigen Gedanken finden.“

Einen Computer muss man nicht aufblasen um zu sehen, was drin ist. Entgegen anders lautender Vermutungen befinden sich in einem Computer nicht einmal Zahlen und rechnen kann er auch nicht.

Alles, was in einem Computer außer dem Lüfter und dem Netzteil drin ist, besteht aus zwei unterschiedlichen Spannungszuständen des elektrischen Stromes, den man ihm zuführt.

Ein intelligenter Zeitgenosse in einem der Nachbarblogs, ich glaube es war Christoph, sagte einmal: Es ist falsch zu glauben, ein Programm liefe auf einem Computer. In Wirklichkeit ist es umgekehrt.

Das Programm besteht aus den Gedanken der Programmierer, die man in keinem Gehirn finden kann, wie Schelling richtig vermutet hat.

Wenn irgendetwas intelligent ist, dann ist es die Software, die Hardware ganz sicher nicht.

8 Gedanken zu „Schelling und die Software

  1. Kardinal Novize Igor

    Ja eh ist Hardware „nicht intelligent“. Software dann allerdings auch nicht. „Intelligent“ ist höchstens der Erfinder dieser Sachen.

    Dann ist aber auch die Hegelsche Philosophie nicht „intelligent“, und die von Kant und von Plato, von Zizek und Glucksmann auch nicht. Intelligent sind dann höchstens die Philosophen, die alles das geschrieben haben. Soferne nicht schon tot sind.

    LG KN

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Ich glaube, dass die Iltelligenz nicht nur eine Eigenschaft des Homo sapiens oder anderer Lebewesen ist. Spätestens seit Erfindung der Sprache ist es möglich, Gedanken auszudrücken, aufzuschreiben und weiterzugeben. Eine Intelligente Antwort auf eine Dumme Frage bleibt eine intelligente Antwort auch nachdem sie ausgesprochen worden ist, solange bis eine noch intelligentere Antwort gegeben wird. Deshalb kann man auch von einer Philosophie, einem Konstruktionsplan oder von einem Computerprogramm behaupten, es sei intelligent. Wie heißt es doch so schön, der Geist weht wo er will imf bei manchen kommt er nie vorbei.

      Antwort
      1. Kardinal Novize Igor

        Einverstanden.

        Dann kann aber auch Hardware intelligent sein.

        Oder kannst Du mir die Funktionsweise eines Computers (so richtig genau) erklären?

        LG KNI

      2. hansarandt Autor

        Ich nicht, aber die, die ihn gebaut haben müssen es ja wohl wissen. Für die Technik reicht Versuch und Irrtum. Ich muss nicht wissen, warum genau etwas funktioniert, sondern es reicht wenn ich weiß dass es funktioniert und ich es zielgerichtet benutzen kann, das gilt natürlich auch für die Techniker. Viele Dinge aus der Grundlagenforschung sind denen solange egal, wie man damit noch nichts konkretes anfangen kann. Der Computer ist so intelligent, wie das Pragramm, das auf ihm läuft. Der Computer selbst kann nur laufen. Aber natürlich ist es eine Intelligenzleistung einen Computer zu bauen. Noch interessanter ist der Mensch. Im laufe seines Lebens wechselt er alle ca. 20 jahre komplett seine Hardware. Seine Identiät besteht nicht aus den Elemantarteilchen, die zu einem beliebigen Zeitpunkt zufällig Teil seines Körpers sind, sondern aus der intelligenten Anordnung derselben. Diese Anordnung bleibt in wesentlichen Zügen gelich und kann auf seine Nachkommen übertragen werden.

  2. Kardinal Novize Igor

    Jetzt hätten wir mal „Intelligenzleistung“ von „Intelligenz“ separiert. Gut so.
    Es ist aber ganz egal, welche Programme auf Computern laufen: Weder Programme noch Computer sind intelligent, noch die Kombination aus beidem. Sie sind höchstens schnell. das allerdings wirklich.

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Was wäre, wenn man die Intelligenzleistungen nicht aufschreiben oder auf Festplatten speichern könnte. Ich vermute, die Menschheit wäre entschieden dümmer, wenn sie ausschließlich auf die Intelligenz der zufällig jetzt lebenden Menschen angewiesen wäre. Es mag stimmen, dass ein Computerprogramm nicht als „eine Intelligenz“ bezeichnet werden kann, aber es kann sehr wohl ein intelligentes oder ein miserables Programm sein. Das selbe gilt für Romane, philosophische Abhandlungen oder physikalische Theorien….

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  3. Kardinal Novize Igor

    Dann wären wir wieder bei der Frage, wie Intelligenz definiert ist -als Werk eines intelligenten Menschen (der seine intelligenz in das Werk einfließen lässt) oder aber ausschließlich als lebende Intelligenz.

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Ich halte es wieder mit Hegel und der Katholischen KIrche. Nicht das „entweder oder“ sondern das „Sowohl als auch“ ist die Wahrheit. Die Prostanten haben einen Fehler gemacht, als sie sagten „allein die Schrift“, „allein der Glaube“, „allein die Gnade“. Die Wahrheit ist das Ganze, das katholische.

      Antwort

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