Ein schöner Tod

Kann man sich eine tragischere und spannendere Geschichte ausdenken?

Tugce A., war eine bildhübsche junge Frau. Sie war obendrein hilfsbereit. Sie wurde Opfer eines wild gewordenen Mannes, der sie zu Boden schlug. Man riecht förmlich den Sexismus und den Rassismus der Tat. Sie fiel ins Koma und wachte nicht wieder auf.

Die Ärzte diagnostizieren den Hirntod. Die Eltern entscheiden, dass die Herzlungenmaschine abgeschaltet wird. Tage lang wird dieses Ereignis in den Medien auf Seite eins platziert, warum?

Es geht nicht um Tugce A. Täglich sterben Menschen in der Intensivstation. Es geht um den veränderten Modus des Sterbens.

Üblicher Weise muss der Hausarzt vier Stunden warten, nachdem der Tod bereits eingetreten ist, um einen  Totenschein rechtsgültig auszustellen.

Tugce A. muss nicht so lange warten. Ihr Tod wird Tage bevor er eintritt, von einem Ärzteteam „diagnostiziert“ und von der Presse veröffentlicht. Die Eltern entscheiden, dass die Maschinen abgeschaltet werden.

Der Tod wird nicht mehr diagnostiziert nachdem er eingetreten ist, sondern er wird eingetreten, nachdem er diagnostiziert wurde.

Wir brauchen gar keine neuen Gesetze zu aktiven Sterbehilfe, sie ist längst Realität geworden. Es reicht eine tragische Geschichte über ein schönes Mädchen in der Zeitung.

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