Resilienz?

Heute abend bin ich über den Begriff Resilienz gestolpert. Ich hatte diesen Begriff schon einmal gehört und wurde eben darüber belehrt, dass es sich dabei um einen zentralen Begriff in der aktuellen pädagogischen Diskussion bereits im Vorschulbereich handelt.

„Zentrale Begriffe“ sind mir zunächst einmal verdächtig. Ich frage mich immer, wer genau sitzt in der Zentrale und welche Zwecke werden mit dem Schlüsselbegriff verfolgt?

Ich machte mich auf die Suche. Der Begriff stammt aus der Naturwissenschaft und beschriebt ein System, das in der Lage ist, von außen ausgeübten Druck intern abzufangen und auszugleichen.

In der Sozialwissenschaft wurde er zunächst bei der Untersuchung strukturell benachteiligter Bevölkerungsgruppen angewandt, die auf lange Sicht bessere Integrations- und Bildungskarrieren zeigten, als dies auf Grund statistischer Berechnungen zu erwarten war.

Da die Pädagogik nicht allein eine deskriptive Wissenschaft ist, sondern auch stark normative Aspekte hat, fragte ich mich, welche pädagogische Intention damit verbunden ist.

Fündig wurde ich bei der US-Army. Sie finanziert seit 2009 mit über 100 Millionen Dollar sogenannte Resilienztrainings um der zu erwartenden Traumatisierung durch Kampfeinsätze präventiv entgegenzuwirken.

Natürlich wird dieses Training auch den Kampfeinsätzen selbst zu gute kommen. Das alles liegt in der Logik der Sache.

Warum man allerdings auch Kinder resilient machen will, ist eine andere Frage.

Möglicher Weise geht man in der US Administration und den ihr angeschlossen Institutionen in Europa davon aus, dass man auch in Zukunft weiter Kriege führen will und es deshalb geboten ist, mit dem Training schon frühzeitig anzufangen.

Das ist zweifellos die Dunkle Seite der Resilienz. Wer die helle Seite kennt, mag sie mir gerne zeigen. Ich bin gespannt.

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3 Gedanken zu „Resilienz?

  1. wgierls

    Wie alles hat auch Resilienz mehrere Seiten. Habe vor einigen Zeiten ein oder zwei Bücher dazu gelesen, wie „Techniken“ die Resilienz auch bei kleineren Lebenskrisen helfen kann. Und einiges fand ich aus der Erinnerung einleuchtend und praktikabel. P.S. Die philosohische Ader muss dabei keineswegs verloren gehen.
    Einen guten Start in das neue Jahr noch!

    Antwort

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