Deutschland ein Wintermärchen

Es war einmal ein Land, das sich aus vielen kleinen Fürstentümern durch einen mutigen Beschluss zu einem großen Staat zusammenschloss. Nachdem der Kaiser abgedankt hatte und nach einigen Kriegswirren wurde daraus die sogenannte Bundesrepublik.

In diesem Land gab es verschiedene Volksgruppen. Man unterschied die Bayern die Saarländer, die Baden-Württemberger und die Nordrheinwestfalen, um nur die Wichtigsten zu nennen.

Es gab Katholiken und Protestanten und auch die Gruppe der Moslems, die aus den südlichen Nachbarländern zugereist waren, hatte eine beachtliche Größe.

Die Sprachen der verschiedenen Völker waren sehr ähnlich, aber wenn die Leute eines Volksstamms unter sich waren, wurden sie von den anderen kaum noch verstanden.

Es herrschte aber ein reger Austausch. Es gab viele Ehen zwischen Katholiken und Protestanten und auch Muslims und Christen waren nicht selten verheiratet und hatten Kinder miteinander.

Das hätte alles so bleiben können, wenn da nicht noch etwas Drittes gewesen wäre. Besonders in den Nachbarstaaten, Frankreich und England, wurde die Bundesrepublik mit Argwohn betrachtet.

Irgendwie war man der Auffassung, dass die Bundesrepublik in ihrer jetzigen Form nicht in das europäische Gesamtbild passe und beschloss, dass dieser föderative Staat von der Landkarte verschwinden müsse.

Es wurde ein militärischer und ein propagandistischer Stufenplan entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen.

In einer ersten Stufe wollte man einen kleinen Teil des großen Landes aus dem Staatenverbund herauslösen.

Man entschied sich für das Saarland, weil es dort gute Verbindungen nach Frankreich gab. In aller Stille wurden die Schützenvereine im Saarland mit kriegstauglichen Waffen aus Frankreich ausgerüstet.

Später führte man die Vereine zusammen und nannte sie die Saarländische „Territorial-Verteidigung“. Diese paramilitärischen Verbände erreichten vor Ausbruch des „Zehn Tage Krieges“ Eine Stärke von 30.000 Mann.

Diese militärischen Maßnahmen wurde durch propagandistische Aktionen ergänzt. Da die Menschen in England, die mit Frankreich verbündet waren, nicht so recht wussten, was das Saarland ist und wo es liegt, wurden für viele Millionen Euro PR-Agenturen beauftragt, die das Thema Saarland ins Bewusstsein heben sollten.

Man erklärte die Saarländer kurzer Hand zu einem eigenen Volk und entdeckte das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“. Da man den Nordiren, den Basken, den Palästinensern und den Kurden dieses Recht schon seit Generationen mit brutaler Gewalt vorenthielt, wusste man sehr genau, was das ist.

Es war, so konnte man überall in der Presse lesen, den Saarländern nicht länger zuzumuten, unter deutscher Herrschaft zu leben. Das Volk musste sich befreien.

Am 25. Juni 2021 war es dann soweit. Das Saarland erklärte sich für unabhängig. Die Soldaten der in aller Stille illegal bewaffneten „Territorialverteidigung“ besetzten die Grenzübergänge und belagerten die Kasernen der Bundeswehr.

Es kam zu zehntägigen Kampfhandlungen in denen 45 Soldaten der Bundeswehr und 18 Soldaten der „Territorialverteidigung“ ums Leben kamen. Im Oktober 2021 hatte Die Bundeswehr, in der auch viele Saarländer Dienst taten, den neuen Staat verlassen.

Frankreich und England und die anderen Alliierten erkannten das Saarland binnen Monatsfrist politisch an.

Einen Tag nach der Unabhängigkeitserklärung im Saarland, am 26.6.2021, ging man in Bayern denselben Weg.

Karl Theodor Strauß, ein Enkel des ehemaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, konnte am Vorabend der Unabhängigkeitserklärung auf 100.000 bewaffnete Nationalisten zählen, die entschlossen waren, die Bundeswehr aus dem Land zu jagen.

Die Bayern, die in ihrer Mehrheit katholisch waren, wurden auch vom Papst in ihrem Bestreben, das Selbstbestimmungsrecht ihres Volkes zu behaupten, ideell und materiell unterstützt.

Da sich die nationalistischen bayrischen Verbände nicht so erfolgreich gegen die Bundeswehr durchsetzen konnten, wie die Saarländer, wurden sie von den europäischen Staaten aus der Luft unterstützt.[1]

Der neue Staat billigte nur gebürtigen Bayern, die katholisch waren, das volle Staatsbürgerrecht zu. Die 11,9 % der Bevölkerung, auf die das nicht zutraf, wurden in ihrer Heimat, in der sie schon seit Generationen gelebt hatten, über Nacht zu einer diskriminierten und verfolgten Minderheit.

Der nun folgende Krieg sollte sich über vier Jahre hinziehen. Auf beiden Seiten sind wahrscheinlich über zehntausend Soldaten und Zivilisten gestorben und 300.000 Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Die meisten von ihnen mussten in der letzten Juliwoche des Jahres 2025 fliehen. Bis heute ist Bayern in Folge dieser Aktion nahezu frei von Protestanten mit nichtbayrischer Abstammung.

Diese Vertreibung wurde von der Weltöffentlichkeit nahezu nicht zur Kenntnis genommen, weil in den Medien nur über das sogenannte Massaker von Augsburg berichtet wurde.

Gerüchte machten die Runde, dass 2000 oder 8000 oder gar 30.000 wehrlose Zivilisten, wie der französische Verteidigungsminister behauptete, durch protestantische Einheiten in einer Massenerschießung hingerichtet worden seien.

Leider hatte die alliierte Luftaufklärung versäumt Fotos von diesem Ereignis zu machen und auch die vielen OSZE Beobachter, die vor Ort waren, konnten keine Beweise sicher stellen.

Da auch die Massengräber nicht auffindbar waren, behauptete man, die Protestanten hätten die Leichname wieder ausgegraben und an anderer Stelle versteckt.

Schließlich fand man doch siebzig Erschossene, die an unterschiedlichen Stellen rund um Augsburg verscharrt worden waren. Ob sie hingerichtet wurden oder in einem Feuergefecht ums Leben kamen, konnte nie wirklich geklärt werden.[2]

Schließlich brach auch in Nordrheinwestfahlen und Niedersachsen der Krieg aus. Diesmal unterstützten die Franzosen und Engländer besonders die Muslime, die in Köln und in Wolfsburg die stärkste Bevölkerungsgruppe stellten.

Die Muslime, die von den Alliierten frühzeitig mit leichten und schweren Waffen ausgestattet worden waren, erwiesen sich als besonders hartnäckige Kämpfer. Immer wieder griffen sie Polizeistationen der Landespolizei und des Bundesgrenzschutzes an und konnten zahlreiche Polizisten und Soldaten töten. Außerdem brachten sie auch viele Zivilisten ihrer eigenen Volksgruppe um, denen sie die Kollaboration mit der Bundesrepublik vorwarfen.

Da auch diese Taktik der „Nadelstiche“ nicht den gewünschten Erfolg gegen die nach wie vor starken Einheiten der Bundeswehr brachten, entschlossen sich die Alliierten selbst einzugreifen.

Propagandistisch wurde das Eingreifen mit einem weiteren Massaker, diesmal das Massaker von Reichelsheim, begründet. Dort sollen fünfzig Zivilisten hingerichtet worden sein. Sehr wahrscheinlich handelt es sich aber in diesem Fall um die Opfer eines Feuergefechtes. Das gerichtsmedizinische Gutachten, das darüber Aufschluss gab, durfte nicht veröffentlicht werden.

Sicherheitshalber inszenierte man noch eine Friedensverhandlung in Ramboulliet, die man so gestaltete, dass die Bundesrepublik diesen Vertrag unmöglich unterschreiben konnte. Das war der zweite Vorwand für ein militärisches Eingreifen.

Die „Operation Allied Force“ konnte beginnen. Zweiundsiebzig Tage lang, vom 24. März bis 10. Juni 2029 flogen täglich bis zu tausend Flugzeuge und warfen ihre Bombenlast über der Bundesrepublik ab. Es war eine der größten Luftkriegsoperationen der Militärgeschichte.
Mehr als 30.000 Bomben, Marschflugkörper und Mittelstreckenraketen kamen zum Einsatz. Es wurden auch die geächteten Streubomben abgeworfen und tonnenweise Uranmunition verschossen, insgesamt die mehrfache Menge der Hiroshimabombe.

Die Infrastruktur der ganzen Bundesrepublik wurde zerstört, Fernsehsender wurden bombardiert und sogar die chinesische Botschaft wurde angegriffen. Tausende Tote und hunderttausende Flüchtlinge waren zu beklagen.

Auf der Seite der Alliierten gab es keine Verluste, nicht ein einziger Mann. Die Menschen in der Bundesrepublik verhielten sich zu den Piloten in den Flugzeugen der Alliierten, wie die Laborratten zu den Versuchsleitern.

Dieses Ereignis sollte viel später als „die Zerstörung der Bundesrepublik“ in die Geschichte eingehen.

Es sind nur ein paar kleine Korrekturen notwendig: Es handelt sich nicht um die Bundesrepublik Deutschland sondern um die Bundesrepublik Jugoslawien. Die Ereignisse geschehen nicht zwischen den Jahren 2021 und 2029 sondern sie haben sich bereits ereignet in den Jahren 1991 bis 1999.

Die Teilrepubliken sind nicht das Saarland, Bayern, Nordrheinwestfalen und die muslimische Gemeinde in Köln, sondern Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und das Kosovo.

Die PR-Agentur, die den ganzen Prozess angestoßen und mit gesteuert hat ist die amerikanische Publik-Relations-Firma Ruder Finn Global Publik Affairs. Sie hat für Ihre Arbeit zweistellige Millionenbeträge kassiert.[3]

[1] Am 12. April 2023 wurde zunächst eine Flugverbotszone über Bayern eingerichtet. Am 2. August ging man dazu über, auch Luftangriffe auf die Bundeswehr und Protestanden in Bayern zu fliegen.

Über 100.000 Flüge wurden in dieser Luftkriegsoperation absolviert. Von knapp jedem dritten Flugzeug wurde ein Luftangriff ausgeführt. Am 30. August 2025 wurden die Luftangriffe erheblich ausgeweitet. Bis zum 14. September wurden 3500 Angriffe mit den modernsten Waffen geflogen. Viele Waffensysteme wurden das erste Mal unter Kampfbedingungen in Bayern im Sommer 2025 eingesetzt. Für einige der europäischen Staaten war es der erste Kampfeinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg.

[2] In dem Prozess, der später gegen den Regierungschef der Bundesrepublik Jugoslawien geführt wurde, gab es einen einzigen Zeugen, der behauptete an dem Massaker von Srebrenica beteiligt gewesen zu sein. Die sieben Mittäter, die er in mehreren Prozessen immer wieder namentlich erwähnt, wurden eigenartiger Weise nie vom Gericht vorgeladen.

Der Zeuge selbst wurde wegen der von ihm zugegebenen Ermordung von hundert Zivilisten zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, aus der er nach vier Jahren wieder entlassen wurde.

Seit dem sagt er vor jedem Kriegsverbrechertribunal aus und verlässt anschließend als freier Mann mit einer geschützten Identität den Gerichtssaal. Er lebt mit seiner Familie im europäischen Ausland.

Er selbst ist Kroate und hat sowohl in der Jugoslawischen Volksarmee als auch bei den Kroaten und später dann bei den Serben als Söldner gekämpft.

[3] Vergleiche Mira Beham, Kriegstrommeln S. 160. Mira Beham zeichnet auch in vielen anderen Zusammenhängen, die Arbeit verschiedener PR-Agenturen nach, die Kriege propagandistisch vorbereitet und begleitet haben.

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Ein Gedanke zu „Deutschland ein Wintermärchen

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