Wider den kryptotheologischen Dogmatismus

Der Ruf des Theologen „Herr, Herr!“ mit dem dieser die Anmaßung seines angeblich unmittelbaren Zugangs zu Gott demütig verbrämt wird nur ersetzt durch einen Anruf der Natur.

Dieser Anruf ist in der Rede von einer Welt oder Wahrheit oder Realität an sich immer enthalten.

Die Behauptung der Unabhängigkeit der Wirklichkeit von unserem Erkennen und die Bescheidenheit der skeptischen These, konkrete Wissensansprüche seien immer fallibel, subjektiv oder gruppenrelativ, verdecken dann in analoger Weise wie in der Theologie eine tiefe, transzendente Unbescheidenheit.

Denn es ist schon der Glaube an die Einheit der objektiven Natur an sich im Sinne einer auf bestimmte Weise aufzufassenden Welt, und es sind schon die zugehörigen Bekenntnisse etwa der Art: “ ich bin überzeugt, dass es eine natürliche kausale Erklärung für das menschliche Bewusstsein gibt“ als solche transzendent, überschwänglich und unbescheiden.

Sie artikulieren schon der Form nach eine metaphysische Haltung, unabhängig von ihrem je konkreten Inhalt.

Der Obige Satz ist ein Zitat aus dem Buch, Philosophie des Selbstbewusstseins von Pirmin Stekeler-Weithofer S. 82

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