Polyamorie?

Ein Gespenst geht um im Abendland, die Polyamorie. Ein Plädoyer für diese neue Vielfalt findet sich bei Annette Schlemm, mein Plädoyer für die Einfalt der Ehe und Famile findet sich hier:

Liebe Frau Schlemm,

mir geht es in meiner Stellungnahme weniger um ihre Gedanken im einzelnen sondern grundsätzlich um die sogenannte „Polyamorie“.

Dieser Begriff, der Ende der 90er Jahre in die Diskussion eingeführt wurde, ist ein Euphemismus. Er suggeriert, es ginge um besonders viel Liebe und es müsse sich dabei um eine gute Sache handeln.

Dieser Begriff bezeichnet und verschleiert aber, dass damit dasselbe gemeint ist, was traditionell mit den Begriffen Ehebruch, Betrug und „Häufig wechselnder Geschlechtsverkehr“ bezeichnet wurde.

Etwas traditionell als schlecht Konnotiertes wird durch Umbenennung zu einem scheinbar Gutem verwandelt.

Das ist etwa so, wie man heutzutage einen Angriffskrieg zu einer „humanitären Intervention“ zur Wiederherstellung des Friedens umdeutet.

Mit dem gleichen Recht könnte man auch die Folter als kontrollierte Motivation zur Erzeugung in der Rechtspflege benötigter Erkenntnisse bezeichnen.

Das stärkste Argument der Apologeten der Polyamorie ist, dass solange sich die beiden Beteiligten darüber einig seien, es ja nichts Schlechtes sein könne. Auch in ihrer Argumentation taucht dieses Argument auf.

Dieses Argument, das vordergründig einleuchtet, ist aber keine hinreichende Bedingung des Guten. Ein Kreditvertrag mit Wucherzinsen ist nicht deshalb gut, nur weil ihn der Kreditnehmer ihn in seiner Not unterschrieben hat. Es bleibt ein Kreditvertrag mit Wucherzinsen und ist moralisch zu verurteilen. Deshalb haben auch sowohl das Judentum, das Christentum und der Islam das Zinsnehmen sogar generell verboten. Im Islam gilt dieses Verbot bis heute.

Die Polyamorie ist nicht deshalb schon vernünftig weil sie in beiderseitigen Einvernehmen möglich ist. Deshalb legt Hegel auch den Akzent der Vernunft auf die Wirklichkeit und nicht auf die Möglichkeit (obwohl, wie sie richtig sagen, die Wirklichkeit die Möglichkeit immer schon mit einschließt, umgekehrt gilt das aber nicht.)

Es ist zweifellos möglich sich ein Loch ins Knie zu bohren, eine Schraube hinein zu drehen und einen Eimer Wasser daran aufzuhängen aber deswegen ist das noch lange nicht vernünftig. Es ist deshalb von pathologischen Ausnahmen abgesehen auch nicht wirklich.

Die Wirklichkeit spricht eindeutig für die Ehe und Familie. Natürlich sind diese Institutionen nicht vom Himmel gefallen oder religiös offenbart sondern von Menschen gemacht. Sie sind aber deshalb von Menschen gemacht, weil sie vernünftig sind, und weil sie vernünftig sind, sind sie wirklich.

Es ist immer wieder amüsant zu sehen, mit welchen Tricks die VertreterInnen der Polyamorie die Geschichte in der Art versuchen umzuschreiben, dass der Eindruck entsteht, es gäbe gar keine die verschiedenen Kulturen und die Geschichte übergreifende Institution der Familie.

An einer anderen Stelle in ihrem Blog habe ich schon einmal den Kommentar hinterlassen:

„Es gibt vier Grundbedingungen der Humanität; Die Familie, das Privateigentum, die Würde und das Leben. Ich kann nicht begreifen, wie man einen Menschen verehren kann, der zwei dieser Komponenten der Humanität abschaffen wollte.“

An dieser Stelle möchte ich den Grundwert der Familie verteidigen. In der Familie geht es gar nicht in erster Linie um Liebe. Die Engführung der Ehe auf den Aspekt der sexuellen Anziehung ist eine sehr späte Entwicklung unserer Kulturgeschichte.

Die Familie ist der Grundbaustein verantwortlichen Zusammenlebens. Die Abschaffung der Familie in der Gesellschaft wäre gleichbedeutend mit der Abschaffung der Atome in der Physik und der Moleküle in der Chemie. Auch das wäre nicht vernünftig.

Es ist zwar theoretisch möglich, dass zwei sich Liebende und das Bett miteinander teilende Menschen kein Problem damit haben, wenn der Partner, wie soll ich sagen, polyamoriert, praktisch wirklich ist das aber nicht.

Noch gehen die meisten Ehen genau aus diesem Grund auseinander, was wiederum vernünftig ist. Begleitet werden diese Konflikte von einem unendlichen Leid und von Verletzungen auf beiden Seiten. Am meisten leiden darunter die Kinder. Das ist die Wirklichkeit!

Wirklich schlimm ist aber, dass dieser Verfall der Familie hierzulande seit fünfzig Jahren massiv gefördert wird. Begonnen hat es mit der antifeministischen Parole: „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.“

Den Höhepunkt erreicht diese Propaganda in dem mit Milliardenaufwand geförderten Programm des Gender Mainstreaming, das an jeder Universität des Abendlandes implementiert ist.

Diese Agenda verfolgt nicht nur die Abschaffung der Familie sondern betreibt auch die Abschaffung der sexuellen Identität, worauf ich jetzt nicht im einzelnen eingehen will.

Zurück zur Familie. Die Ehe und die Familie hat vor allem zwei Funktionen, die sehr viel bedeutender sind als die sexuelle Anziehung: Das Zeugen, Gebären und Aufziehen der Kinder und die gegenseitige Hilfe im Alter. Das ist gemeint, wenn die Eheleute vor dem Traualtar einander versprechen, sie wollen sich lieben und ehren so lange sie leben.

Die Schwäche unserer Kultur besteht darin, dass sie das Gute, Wahre und Schöne primär vom Individuum her denkt. Der Begriff der Würde, den ich oben stark gemacht habe, wird im Westen als Menschenwürde bzw. Menschenrecht des Einzelnen gegen den Staat und andere Institutionen verstanden.

In Islamischen Ländern und auch in unserer eigenen Tradition bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts ist der Begriff der Würde auf die Familie bezogen. Die Ehre (Würde) eines Mannes ist verletzt, wenn seine Frau die Ehe bricht. Die Ehre der Familie ist verletzt, wenn eine Tochter vor der Ehe ihre Unschuld verliert. Sie bringt dann Schande nicht nur über sich sondern über die ganze Familie. Natürlich ist das alles patriarchalisch. Die Würde der Frau wurde aus der Würde des Mannes abgeleitet.

Ich mache mich hier nicht für die Scharia stark. Ich will damit nur zeigen des der Begriff der Würde in den meisten anderen Kulturen völlig anders, nämlich sozial und nicht individualistisch, besetzt ist.

Dass das in unserer Gesellschaft mittlerweile völlig anders gesehen wird, kann man bzw. Frau als Fortschritt und Befreiung ansehen was es ja auch ist. Aber jeder Fortschritt hat auch eine dunkle Seite, die es wert ist, betrachtet zu werden.

Der gesellschaftliche Trend zur Individualisierung und Aufhebung der Ehe und Familie vereinzelt die Menschen, macht sie leichter kontrollierbar und erzeugt einen riesigen Mehrwert, weil mittlerweile jeder seine eigene Spülmachine und mehrere Fernsehgeräte sein eigen nennt.

Der Trend zur „Patchworkfamilie“, ein verniedlichender Ausdruck für die  Krisen, Verletzungen und Verwerfungen, die einer solchen Familie notwendig vorausgehen, erzeugt massenweise Kinder mit ADHS. Sie leiden unter einem Aufmerksamkeitsdefizit, weil ihre Eltern sich durch Polyamorie selbst verwirklichen wollten. Die Psychosomatischen Kliniken schießen jetzt schon wie Pilze aus dem Boden. Die ADHS-Kinder werden mit Sicherheit zu ihren zukünftigen Stammkunden werden. Das alles ist nicht vernünftig.

Nun kann man einwenden, Menschen mit Polyamorie müssen ja keine Kinder in die Welt setzten. Das ist richtig. Wer auf die Würde verzichten kann, kann auch auf das Leben verzichten. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Das Problem erübrigt sich dann innerhalb einer Generation von selbst, weil es dann keine Menschen mehr geben wird.

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4 Gedanken zu „Polyamorie?

  1. bauagent

    Erstens, bringen Sie in Ordnung das eigene Leben.
    Achten Sie auf das einheitliche Prinzip so, dass Ihr Verhalten wohltuend und wirksam wird.

    Mächtigen Leute haben den mächtigsten Einfluss.
    Wenn Ihr Leben arbeitet, das bedeutet das Sie ihre Familie beeinflussen.
    Wenn Ihre Familie arbeitet, beeinflusst Ihre Familie die Gesellschaft.
    Wenn Ihre Gesellschaft arbeitet, beeinflusst Ihre Gesellschaft die Nation.
    Wenn Ihre Nation arbeitet, beeinflusst Ihre Nation die Welt.
    Wenn Ihre Welt arbeitet, erstreckt sich das in das gesamte Universum.
    Wie kann ich das wissen, dass das es arbeitet?
    Jede beliebige Größe fängt aus Vermehrung an und den fähigen Kern.
    Sie sind Kern.

    Antwort
  2. hansarandt Autor

    Ich bestreite nicht, dass Kinder in Patchworkfamilien glücklich sein können. Sie sind wie Flüchtlinge, die eine neue Heimat gefunden haben. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass die Familie, aus der sie geflohen sind, viel schlimmer war als ihr neues Refugium.
    Wenn sie Glück haben, sind sie in ihrer neuen Heimat nicht nur glücklicher als vorher sondern außerdem auch „resilienter“. (https://hansarandt.wordpress.com/2014/12/29/resilienz/) Das heißt die nächste Scheidung in ihrem neuen Patchwork-Elternhaus verkraften sie besser als die vorige. Es ist auch faktisch einfacher, weil lediglich die Stiefmutter oder der Stiefvater ausgetauscht wird. Besonders resiliente Kinder geben ihre Kinder im Vergnügungspark oder bei Ikea im Bällchenbad ab und kümmern sich nicht mehr um sie.

    Antwort

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