Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Fritzchen: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Georg: Es gibt ein Leben vor dem Tod.

Fritzchen: Das weiß ich auch, aber gibt es ein Leben nach dem Tod?

Georg: Woher soll ich das wissen?

Fritzchen: Wenn du es nicht weißt, wer weiß es dann?

Georg: Also im Christentum gibt es ein Leben nach dem Tod.

Fritzchen: Und im Judentum?

Georg: Im Judentum gab es lange Zeit kein Leben nach dem Tod, jedenfalls nicht so wie wir uns das vorstellen.

Fritzchen: Wie denn dann?

Georg: Die Menschen haben geglaubt, dass sie in ihren Kindern weiter leben.

Fritzchen: Haben die Juden nicht an den Himmel geglaubt oder sowas?

Georg: Nein, zunächst nicht.

Fritzchen: Zunächst nicht?

Georg: Für sie bestand das Leben aus dem Leben auf der Erde und dem Leben ihrer Kinder. Abraham hat sich Nachkommen gewünscht und Gott hat ihm Nachkommen versprochen. Sie sollten so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel und die Sandkörner am Strand.

Fritzchen: Und mehr wollte er nicht?

Georg: Mehr wollte er nicht.

Fritzchen: Wollte er nicht in den Himmel kommen?

Georg: Nein, so etwas gab es damals noch gar nicht.

Fritzchen: Sowas gab es nicht?

Georg: Doch schon den Himmel gab es schon, aber da wohnte nur Gott und sonst niemand und vielleicht noch ein paar Engel.

Fritzchen: Und keine Menschen?

Georg: Nein keine Menschen, die lebten nur auf der Erde und wenn sie gestorben waren, dann waren sie eben tot, für immer.

Fritzchen: Dann ist Abraham jetzt gar nicht im Himmel?

Georg: Vermutlich nicht.

Fritzchen: Aber wir, wir kommen doch in den Himmel?

Georg: Das kommt drauf an.

Fritzchen: Worauf kommt das an?

Georg: Du musst in den Himmel kommen wollen.

Fritzchen: Und wenn ich gar nicht will?

Georg: Dann kommst du auch nicht rein.

Fritzchen: Ja stimmt, die meisten Leute wollen ja gar nicht mehr in den Himmel, denen reicht es, wenn sie ins Fernsehen kommen.

Georg: Ja sie wollen zu Stars werden, zu Sternen am Himmel der Berühmtheit.

Fritzchen: Und warum wollten die Menschen früher in den Himmel kommen?

Georg: Weil sie sich selbst zu wichtig genommen haben.

Fritzchen: Sie haben sich selbst zu wichtig genommen?

Georg: Ja, sie haben gedacht sie seien eine ganz wichtige Persönlichkeit, die nicht einfach so sterben kann.

Fritzchen: Und Abraham war keine ganz wichtige Persönlichkeit? wollte er deshalb nicht in den Himmel?

Georg: Er hat sich selbst nicht so wichtig genommen, er wollte nur eine große Familie haben, die nach ihm weiter lebt. Das reichte ihm.

Fritzchen: Heute wollen viele Menschen gar keine Kinder mehr haben.

Georg: Eben, deshalb meinen sie, sie müssten selbst alles auf die Reihe bringen. Da gibt es keine Kinder, die irgendetwas weiterführen können.

Fritzchen: Und deshalb wollen sie in den Himmel?

Georg: Früher schon, jetzt nicht mehr.

Fritzchen: Wieso jetzt nicht mehr?

Georg: Weil sie glauben, dass es gar keinen Himmel gibt.

Fritzchen: Wieso glauben sie das?

Georg: Weil sie es sich verboten haben, daran zu glauben, sie denken das sei unmodern und sie wollen nicht unmodern sein.

Fritzchen: Und wie ist das mit Gott? Ist der jetzt auch modern und lebt gar nicht mehr im Himmel?

Georg: Nitsche hat einmal gesagt, Gott ist tot.

Fritzchen: Kommt Gott dann in den Himmel, wenn er tot ist.

Georg: Das kommt darauf an, ob er modern ist oder nicht.

Fritzchen: Was heißt das?

Georg: Wenn er modern ist, kommt er nicht in den Himmel, weil der Himmel ja unmodern ist.

Fritzchen: Und wenn er unmodern ist?

Georg: Dann lebt er im Himmel.

Fritzchen: Aber wenn er im Himmel lebt, dann müsste er dort doch auch sterben.

Georg: Wieso das denn?

Fritzchen: Das Leben ist doch das Gegenteil vom Tod?

Georg: Ja, und was willst du damit sagen?

Fritzchen: Leben tut man nur, wenn man auch sterben kann.

Georg: Leben tut man nur, wenn man auch sterben kann?

Fritzchen: Ja, ein Stein zum Beispiel, der kann nicht sterben aber der lebt ja auch nicht. Nur was lebt kann auch sterben und was nicht sterben kann, das lebt auch nicht.

Georg: So habe ich darüber noch nicht nachgedacht.

Fritzchen: Gott ist doch unsterblich, oder?

Georg: Ja, so sagt man?

Fritzchen: Und Gott ist auch lebendig?

Georg: Ja das sagt man auch.

Fritzchen: Wie kann er aber leben, was ja heißt, dass er sterben kann und gleichzeitig unsterblich sein?

Georg: Du stellst aber wieder Fragen.

Fritzchen: Wer lebt kann nicht unsterblich sein, sonst lebt er ja nicht und wer unsterblich ist, kann deshalb auch nicht leben.

Georg: Vielleicht ist das Leben ja sterblich und unsterblich zugleich.

Fritzchen: Wie soll das denn gehen?

Georg: Das Leben hat einen sterblichen Teil und einen unsterblichen Teil.

Fritzchen: Und welche beiden Teile sollen das sein?

Georg: Der Körper, der ist sterblich und die Seele und der Geist, die sind unsterblich.

Fritzchen: Wie soll ich mir das denn vorstellen?

Georg: Wie bei einem Computer.

Fritzchen: Wie bei einem Computer?

Georg: Ja der Computer, die Maschine, der Körper kann kaputt gehen, aber das Programm, das auf ihm läuft, das lebt weiter es läuft auf ganz vielen anderen Computern und ständig entstehen neue Versionen.

Fritzchen: Lebt jetzt der Computer nach seinem Tod irgendwie weiter?

Georg: Nein der Computer nicht aber das Programm, das auf ihm läuft.

Fritzchen: Das Programm, das auf ihm läuft?

Georg: Vielleicht ist es ja umgekehrt.

Fritzchen: Umgekehrt?

Georg: Vielleicht läuft der Computer ja auch auf dem Programm.

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