Heute vor siebzig Jahren

Ein guter Freund hat im Alter von 80 Jahren seine Lebensgeschichte aufgeschrieben. Er war heute vor 70 Jahren mit seiner Familie auf der Flucht von Ostpreußen in Richtung Westen. Er schreibt:

„Der Krieg neigte sich dem Ende zu und so gingen die Menschen auf die Flucht vor den Russen. Bei uns war es am Abend des 13. Februar zum 14. Februar, die ganze Nacht war der Treck auf Achse.

Wir fuhren mit Gespannen, Vater hatte man zum Volkssturm abgeholt. Mutter hatte einen Kastenwagen vollgeladen um Kleidung, Betten Lebensmitteln und was man so meinte brauchen zu müssen. Der 2. Wagen war der Landauer, eine Geschlossene Kutsche, da wir Kinder vom Wetter  geschützt werden sollten.

Während der Fahrt, es war dunkel geworden, die Sonne untergegangen, doch im Westen am Horizont blutrot. Die Menschen fragten sich, was dieses Menetekel zu bedeuten habe. Später erfuhr man, dass in dieser Nacht Dresden bombardiert wurde, ein Inferno unbekannten Ausmaßes, Vernichtung einer historischen Stadt, viele Kunstgüter vernichtet, und das schlimmste, zigtausend Menschenleben, keiner kennt die Zahl. Zu diesem Zeitpunkt waren wir ca. 120 km von Dresden entfernt.“

Eine weitere Zeitzeugin, die als vierjähriges Mädchen dieses Inferno überlebt hat, berichtet heute in einer Tageszeitung dass am kommenden Tag Tieflieger gekommen seien, die die Überlebenden angegriffen haben.

Viele andere Zeitzeugen haben dieselbe Geschichte erzählt. Es gäbe aber dafür keine Belege, berichtet die Zeitung, Militärhistoriker hätten herausgefunden, dass das nicht stimmen könne. Warum eigentlich nicht?

Auch vor meiner Haustür wurde in diesen Monaten immer wieder aus Tieffliegern heraus mit Maschinengewehren auf alles geschossen, was sich bewegt, Frauen mit Kinderwägen eingeschlossen.

Die selben Militärhistoriker haben die Zahl der Opfer in dieser zu diesem Zeitpunkt mit Flüchtlingen überfluteten Stadt Dresden auf nur! 25.000 Tote kleingerechnet.

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