Aschermittwoch

sieben wochenohne_tischkalender_141201

Es ist wieder soweit: Aschermittwoch, es darf gefastet werden.

Das diesjährige Motto zur Fastenzeit lautet, „Du bist schön – sieben Wochen ohne runter machen.“

Kommt es darauf an schön zu sein?

Wer auf Brautschau ist, muss schön sein. Wer nicht heiraten will, ist dazu verurteilt, sein ganzes Leben lang schön zu bleiben. Das wird je länger desto schwieriger.

Wer die Ehe schließt, verspricht sich die gegenseige Liebe gerade auch an den schlechten, nicht so schönen Tagen und im Alter, wo es auf die äußerliche Schönheit weniger ankommt.

Der Mensch ist vergänglich. Die Schönheit ist ein Privileg der Jugend. Das Privileg des Alters ist die Weisheit und die Erfahrung.

Man kann sich nicht nur darüber streiten, ob die abgebildete Person schön ist oder nicht, sondern auch darüber, welches Geschlecht diese Person hat.

Das ist aber nicht schlimm, weil es gar keine Geschlechter mehr gibt sondern nur noch Gender. (Dieser Satz könnte von einem weltberühmten Diktator stammen.)

Meine Dumme Frage lautet diesmal:

Welches der mittlerweile sechzig verschiedenen Gender würde die oben abgebildete Person in Facebook Amerika ankreuzen?

Wer in den nächsten achtundvierzig Stunden hier auf diesem Blog die richtige Antwort postet, bekommt von mir einen Freifahrschein ohne Rückfahrkarte in Aldous Huxleys schöne neue Welt.

Sehr viel mehr hat mich der Untertitel angesprochen: Sieben Wochen ohne Runtermachen.

Ist das Runtermachen nicht geradezu zu einem Ritual verkommen, an dem wir uns alle beteiligen. Die Liste der berühmten Menschen, die in den letzten Jahren runtergemacht wurden, ist lang:

Ich nenne nur einige Namen: Margot Käßmann, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Tebartz van Elst, Uli Höhnes, Wladimir Putin.

Vielleicht sind Sie der Ansicht, einige dieser Damen und Herren hätten es auch verdient, runtergemacht zu werden.

Es kommt mir aber manchmal so vor, als tritt man noch lange auf einem Menschen mit Füßen herum, der schon längst am Boden liegt, so wie uns das die gewaltbereiten Jugendlichen vor laufender Kamera in der S-Bahnstation vormachen.

Ich finde den Vorschlag der Fastenaktion gut, sich an dieser Stelle zurück zu nehmen. Sieben Wochen ohne über andere Menschen schlecht zu reden. Ich denke das wäre für uns alle, mich eingeschlossen, eine ganz neue Erfahrung.

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