Die Logik der Forschung

Ich lese gerade die Autobiographie von Karl R. Popper. Ich konnte feststellen, dass er in persönlichen Gesprächen mit Albert Einstein und dem Quantenphysiker Schrödiger (der mit der Katze) nahezu die gleichen kritischen Anfragen an die Relativitätstheorie und die Quantenphysik stellt, wie ich in meinen diesbezüglichen Videos und in vielen Blogbeiträgen.

Auch er erhält keine wirklich befriedigenden Antworten, genauso wenig wie ich von den Jüngern und Verfechtern dieser Theorien, die sie, so mein Eindruck, selbst nicht verstanden haben. Es gibt sogar Quantenphysiker, die behaupten, wer meint, die Quantenphysik verstanden zu haben, der hat sie nicht verstanden.

Interessant sind die Personenbeschreibungen dieser beiden Koryphäen der Physik.  Über Einstein sagt Popper Folgendes:

„Es ist schwierig, den Eindruck zu vermitteln, den Einsteins Persönlichkeit auf mich und meine Frau machte. Man musste ihm einfach vertrauen, musste sich bedingungslos seiner Freundlichkeit überlassen, seiner Güte, seiner Weisheit, seiner Offenheit und einer beinahe kindlichen Einfachheit.  Es spricht für unsere Welt und für Amerika, dass ein so weltfremder Mensch dort nicht nur überleben konnte, sondern geschätzt und geehrt wurde.“

Ich bin mir nicht so sicher, ob das für unsere Welt und Amerika spricht oder nicht vielleicht doch gegen sie.

Den Dialog mit Schrödinger beschreibt Popper auf folgende Weise:

„Als ich ihn bat, mir zu sagen, wo ich mich getäuscht habe, warf Schrödinger mir vor, dass ich gefühllos die schönste Theorie, die es in der Physik gebe, zerstöre – eine Theorie mit tiefem Philosophischen Gehalt, eine Theorie, die kein Physiker anzugreifen wagte. Wenn ein Nicht-Physiker wie ich eine solche Theorie angriff, so war das seiner Ansicht nach eine Anmaßung, fast ein Sakrileg.“

Genau mit diesem Vorwurf habe ich mich immer wieder auf meinem Blog konfrontiert gesehen. Meine kritischen Anfragen an die Relativitätstheorie wurden nicht selten nicht mit wissenschaftlichen Argumenten sondern mit dem Hinweis beantwortet:

„wer behauptet die ART sei falsch, ist ein wissenschaftlicher
Extremist… du findest für jede Aussage irgendeinen Idioten mit
Doktortitel…. ART ist neben der Quantentheorie die am strengsten geprüfte Theorie  der Physik …“

Meine Erwiderung darauf war:

„Und wer diese Weltanschauung nicht teilt und kritische Fragen stellt, ist deshalb noch lange kein “Extremist”, Schamane, Hexe “mit Dr. Titel” oder so was.

Von einem Studenten der Astrophysik erwarte ich
Argumente in der Sache und keine weltanschaulichen Pauschalurteile.

Aber ehrlich gesagt, ich habe befürchtet, dass genau diese Antwort
kommt.“

Noch häufiger wird der Mangel an sachhaltigen Argumenten durch die Psychologisierung des Gegners verschleiert.

Wer eine heilige Lehre angreift, zeigt damit dass er ein psychologisches Problem hat. Wahrscheinlich ist es eine Phobie, die Angst vor der Wahrheit.

Das Schöne an  der Psychologie ist, dass sie immer funktioniert. Wenn ich einem anderen unbewusste Motive unterstelle, gibt es keine Möglichkeit diesem Vorwurf zu entkommen.

Eine Theorie aber, die nicht falsifiziert werden kann, weil sie immer richtig ist, kann keine wissenschaftliche Theorie sein sondern ist eine „Pseudowissenschaft“, wie Popper mit recht herausgestellt hat.

Was wir vor uns sehen, sind die klassischen Formen der Herrschaft: Wer eine herrschende Theorie anzweifelt, muss damit rechnen, für wahnsinnig erklärt zu werden, was den Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt nach sich ziehen kann oder ihn ereilt das Los das unzählige Ketzer, Hexen und anders Denkende in der Geschichte immer wieder ereilt hat.

Mit der Logik der Forschung und der offenen Gesellschaft hat das alles gar nichts zu tun.

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