Das Heinz von Foerster Theorem der Verantwortung

„Es sind nur die prinzipiell unentscheidbaren Fragen, die wir entscheiden können.“

Kaum sage ich das, springt jeder an meine Gurgel und sagt: „Bist du wahnsinnig geworden? Wieso kannst du unentscheidbare Fragen entscheiden? Wieso behauptest du, wir können nur prinzipiell unentscheidbare Fragen entscheiden?“

Ich sage: „Ganz einfach; alle entscheidbaren Fragen sind ja schon entschieden, denn sie sind in einem Bereich gefragt worden, für den die Spielregeln bereits bestimmt sind.“

Also wenn ich die Frage Stelle: „Ist zwei mal zwei vier oder fünf?“, kann das entschieden werden. Warum? Weil die Regeln der Mathematik bereits akzeptiert worden sind.

Kant würde sagen, die Regeln, nach denen Mathematik funktioniert, sind transzendental. Ich brauche diese Transzendentalität nicht, den ich sage: „Die bin ich. Ich bin der Mensch, der das entscheidet.“ Daher ist es meine Verantwortung, das Schach so, Bridge so und Mühle so gespielt wird.“

Ständig entscheiden wir ohne es zu merken, prinzipiell unentscheidbare Fragen. Deswegen kriegen sich die Leute immer in die Haare, wenn jeder behauptet: „Ich habe recht.“

Dass da eine Freiheit existiert, wenn man unbeantwortbare, unentscheidbare Fragen beantwortet, sehen nur sehr wenige Leute.

Vielen Leuten fällt gar nicht auf, dass sie eine Entscheidung getroffen haben. Daher glauben sie, sie sind im Besitz der wirklichen Wahrheit. Sie haben nicht gemerkt, dass da eine Freiheit bestand, in der sie das Spiel entschieden haben, welches sie von jetzt an spielen wollen.

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