Es gibt keinen Gott?

Wie lange müsste ein Affe auf einer Schreibmaschine herum tippen, um zufällig die Werke William Shakespeares entstehen zu lassen?

Wie lange würde ein blinder Zufall benötigen, um das Universum wieder entstehen zu lassen? Ganz sicher mehr als fünfzehn Milliarden Jahre.

Und das ist nicht nur der Standpunkt der Menschen auf der Straße, sondern es ist auch derjenige der größten Wissenschaftler.

In der gesamten Menschheitsgeschichte hat es vielleicht keinen brillanteren Geist gegeben als den Isaak Newtons. Denken sie nur an die außergewöhnliche Leistung, die darin bestand, das Phänomen der Erdanziehung und das der Bewegung der Planeten in einem einzigen Gesetz zusammenzufassen.

Nun Newton glaubte an Gott. Er glaubte fest an ihn. So fest, dass er die letzten Jahre seines Lebens mit Studien zur Bibelexegese verbrachte. Der einzige Heilige Text der ihm tatsächlich zugänglich war.

Einstein war ebenfalls kein Atheist, auch wenn das wirkliche Wesen seines Glaubens schwer zu bestimmen ist. Als er jedoch Bohr entgegnete, Gott würfelt nicht, hat er nicht gescherzt. Es war für ihn unvorstellbar, dass die Gesetze des Universums vom Zufall bestimmt wurden.

Das Argument vom Uhrmachergott, das Voltaire für unwiderlegbar hielt, ist immer noch genauso stark, wie im achtzehnten Jahrhundert. Es hat sogar in dem Maße an Stichhaltigkeit gewonnen indem die Wissenschaft eine immer engere Verbindung zwischen der Astrophysik und der Partikelmechanik hergestellt hat.

Ist es im Grunde genommen nicht lächerlich, wenn diese mickrige Kreatur, die auf einem unbedeutenden Planeten in einem Seitenarm einer ganz gewöhnlichen Galaxie lebt, sich auf seinen Beinchen aufrichtet und verkündet, es gibt keinen Gott?

Michel Houllebecq, in seinem Roman die Unterwerfung

Er legt diese Worte einem französischen Intellektuellen in den Mund, der vormals der Identitären Bewegung angehörte und nun, zum Islam konvertiert ist.

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11 Gedanken zu „Es gibt keinen Gott?

  1. Yeti

    Es scheint fast so, als müsse man heutzutage zum Islam übertreten, wenn man an Gott glaubt.

    Aber es gibt sie noch – sehr versteckt – diese Christen, die an Gott glauben, obwohl sie Christen sind. 🙂

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Das Buch von Houellebecq ist wirklich ssehr empfehlenswert. In vielen Punkten kommen sich Katholiken und Muslime sehr nahe. Der Islam ist auch deshalb so interessant für unsere Kultur, weil er viel rationaler als das Christentum ist und auf Mystizismus weitgehend verzichtet. Ich kann dem Moslem in dem obigen Zitat voll zustimmen. Trotzdem bleibe ich Christ. Wenn ich Konvertiere, dann zum Katholizismus.

      Antwort
  2. Yeti

    Zum Thema Rationalismus: Unser (katholischer) Religionslehrer hat immer gesagt: der größte Feind des Glaubens ist die Unwissenheit. Sollte uns zum Nachdenken anregen und skeptisch bleiben gegen die „Halleluja-Schlümpfe“.

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Ich gebe Dir im Prinzip recht. Allerdings wimmelt es in meiner Verwandtschaft von „Halleluja-Schlümpfen“, die gar nicht so verkehrt sind und es echt weit gebracht haben.

      Antwort
    1. hansarandt Autor

      Kann ja sein, dass für Dich Dawkins die Bibel ist, für mich ist er eher so etwas wie ein Teufel, der nur Hass und Verachtung übrig hat, für alle, die an etwas glauben.

      Antwort
      1. Christian - Alles Evolution

        Ich finde die Argumente, die Dawkins bringt recht überzeugend. Vielleicht findest du ja noch bessere, aber dann musst du doch schon mit den Argumenten auseinandersetzen. So lässt es dich eher schlecht aussehen

      2. hansarandt Autor

        Ich habe mich über fünfzig Jahre mit dem Atheismus auseinandergesetzt und war bestimmt selber zwanzig Jahre lang ein Atheist, ich weiß wovon ich rede.

    1. hansarandt Autor

      Das Schlimmste, was Dawkins behauptet, ist seine Lehre, wir seien nichts weiter als die willenlosen vergänglichen Körper, derer sich unsere Gene, die eigentliche Intelligenz, nur bedienen, um im Evolutionsprozess zu überleben.

      Mit dieser Lehre kann man KZs bauen und hinterher behaupten die Folterknechte seien gar nicht schuld sondern es liege an ihren deutschen? Genen.

      Dawkins verwirft nicht nur die Schöpfung, sondern auch den freien Willen. Da es aber ohne den freien Willen keine Moral geben kann und keinen Rechtsstaat, degradiert er auch jedwede Ethik zu einem „Scheinproblem“ im Evolutionsprozess.

      Der Mann ist nicht nur dreist und hasserfüllt sondern auch in hohem Maße gefährlich. Seine Attacken gegen das Christentum hätten von Piere Vogel nicht besser vorgetragen werden können.

      Antwort

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