Dem Tatort sei Dank

Ich muss gestehen, ich habe es schon wieder getan. Ich habe entgegen meiner Gewohnheit am Sonntagabend meine Seele dem Ersten Deutschen Fernsehen ausgesetzt. Neunzig Minuten lang, diesmal war es der Tatort.

Ich wurde nicht enttäuscht, meine Vorurteile wurden bestätigt. Auch vor diesem Format macht die Propaganda keinen Halt, im Gegenteil.

Mitten auf dem vorläufigen Höhepunkt der „Flüchtlingskrise“, ich würde es eher eine gesteuerte Invasion nennen, nimmt sich der Tatort dieses Themas an.

Folgende Geschichte wird erzählt: Ein aus Afrika stammender Schleuser wird bei einer Polizeikontrolle gestellt. Bei der Festnahme bricht der  Kommissar dem am Boden liegenden Delinquenten mit mehreren Fausthieben das Nasenbein.

Im Polizeigewahrsam wird der Schleuser in der Zelle an Händen und Füßen an sein Bett gefesselt.

Noch in derselben Nacht verbrennt der Verhaftete in seiner Zelle. Die Polizei vertuscht, was zunächst vertuscht werden kann, und behauptet, es handele sich um eine Selbstverbrennung.

Nun bekommt das Opfer im Polizeigewahrsam einen Namen und ein Gesicht. Es stellt sich heraus, dass er zusammen mit der Tochter des Polizeiarztes ein Kind hat.

Der Polizeiarzt, wollte das Kind seiner Tochter abtreiben und hat, als das nicht mehr ging, dafür gesorgt, dass das Kind seiner Tochter nach der Geburt weggeben wird.

Die Tochter traf sich seit dem heimlich mit dem Verbrannten, der ihr immer wieder gesagt hat, dass er sie liebe und dass er sie heiraten wolle.

Schließlich findet sich ein Novize im Polizeidienst, der die Tat gesteht, seine Kollegen schützt und sich selbst das Leben nimmt. Im Verhör sagt der dem Kommissar ins Gesicht: „Ich würde jeder Zeit wieder einen Neger anzünden!“

Wahrscheinlich hat es sich dabei um ein Aufnahmeritual gehandelt, eine Art Mutprobe, wie es bei der Truppe schon mal vorkommt.

Der Leiter der Dienststelle outet sich als „Hagen“, der Meuchelmörder aus der Nibelungensage, der Siegfried mit einer Lanze von hinten ermordet.

Siegfried ist in unserem Tatortmärchen der Afrikaner, mit dem alles anfing und Hagen ist der Dienststellenleiter der Polizei, verkörpert durch eine ausgesprochen unsympathische Figur.

Was lernen wir daraus?

Das eigentliche Problem ist nicht die Flüchtlingskriese. Der Schleuser im Märchen erscheint als mythischer Held, wie Siegfried aus dem Nibelungenlied, der zudem seine deutsche Freundin über alles liebt und sie heiraten will. Ihr gemeinsames Kind hat ihr der böse Vater (Rumpelstilzchen) weggenommen.

Die Polizei hingegen ist böse von Jugend auf. Nicht nur, dass sie in ihren Reihen gewalt- und tötungsbereite Polizisten beschäftigt, die am liebsten jeden Tag einen Neger anzünden würden, nein es stellt sich heraus, dass die ganze Truppe latent und irgendwie organisiert rassistisch ist. Ein Anwalt im Tatort nennt das institutionellen Rassismus oder so ähnlich.

Noch Fragen?

Ich habe mich gefragt, wie es der Tatort schaffen kann, so aktuell zu sein. Gedreht wurde die Episode von gestern Abend im September 2014. Das Drehbuch sollte dann schätzungsweise im Mai 2014 fertig gewesen sein.

Zu diesem Zeitpunkt gingen zwar auch schon Meldungen über den Ticker, dass in einem Monat rekordverdächtige 12.000 Zuwanderer die Deutsche Grenze überquert haben, die Zahlen im September 2015 liegen aber um den Faktor Zwanzig höher.

Die Geschichte von der rassistischen Polizei wird regelmäßig und immer widerkehrend in den Medien erzählt. Meistens spielt sie in Amerika aber der Tatort hat schon einmal damit begonnen, sie auch in Deutschland zu erzählen.

Wer das Buch Deutschland im Blaulicht gelesen hat, das von einer deutschen Polizistin mit griechischen Wurzeln geschrieben wurde, weiß, dass der Rassismusvorwurf mittlerweile zu einem Mantra beim Umgang mit Delinquenten mit Migrationshintergrund geworden ist: „Sie kontrollieren mich ja nur, weil ich ein Ausländer bin.“

Dumme Frage: Brauchen Ausländer keine TüV-Plakette, und können die parken wo sie wollen und machen was sie wollen?

Der Tod eines Afroamerikaners im Polizeigewahrsam kann in den USA schon einmal einen Massenprotest mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen heraufbeschwören.

Es steht zu befürchten, dass wir das sehr bald auch hierzulande erleben werden. Dem Tatort sei Dank.

PS.: Mittlerweile hat sich auch die Polizeigewerkschaft in NRW wegen dieser Angelegenheit beschwert:

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