Die Diktatur des Relativismus

Nachdem ich mich gestern auf einem sehr lesenswerten und interessanten Blog als „Stockkonservativer“ geoutet habe, bekenne ich auch hier freimütig: „ich bin konservativ und das ist gut so!“

Da ich auch ein Konvertit bin – bis vor wenigen Jahren hätte ich mich als linksliberal bezeichnet – bin ich in dieser Sache vielleicht auch etwas kämpferischer als gewöhnliche Traditionalisten.

Nach dem Antichristen, aus dem ich in den letzten Beiträgen zitiert habe, lasse ich nun einen ausgewiesenen Traditionalisten zu Wort kommen und zwar den Erzbischoff von St. Louis in den USA Raymond Leo Kardinal Burke. Unter anderem sagte er in einer viel beachteten Rede Folgendes:

„Das Problem, über das wir viel nachdenken müssen, ist, dass sehr viele Menschen stillschweigend die These akzeptieren, dass die revolutionären „Errungenschaften“ unserer Kultur angeblich nicht mehr rückgängig zu machen seien. Sie denken, dass es „kein Zurück mehr gibt“, weil gewisse Veränderungen „irreversibel“ seien.

Sie sind der Meinung, die Geschichte würde sich linear fortentwickeln und dass daher die Revolution gegen den Zeitgeist unmöglich ist, weil er das Ergebnis „irreversibler“ Prozesse sei. Man denkt, dass der Zug abgefahren ist und sich unaufhaltsam linear fortbewegt.

Auch diejenigen, die noch tapferen Widerstand leisten, sind überzeugt, nur mehr ein Rückzugsgefecht zu kämpfen, sich noch für die Ehre des eigenen Anliegens zu schlagen, aber ohne Aussicht auf Erfolg, weil der „Sinn der Geschichte“ ein anderer ist.

Alle sind wir – in gewisser Weise wir alle –  Opfer des Fortschrittsmythos und der Idee der Aufklärung von der linearen Geschichtsentwicklung, die tragende Säulen der relativistischen Weltsicht sind, weshalb die Wahrheit nie absolut ist, sondern immer nur ein Kind ihrer Zeit.

Entweder wir befreien uns von diesem Aberglauben, den uns die Diktatur des Relativismus tagein tagaus jeden Tag des Jahres in den Kopf und in das Herz hämmert, oder der Kampf für das Leben und die Familie ist bereits zu Ende und wir haben ihn verloren.

Wir müssen aufzeigen, dass das, was „Fortschritt“ ist, nicht von sich aus offenkundig ist, und anprangern, dass der „Fortschritt“ vielmehr von Mächtigen entschieden wird, die dann ihre Entscheidungen allen aufzwingen.

Gegen die Idee „unumkehrbarer“ Entwicklungen die Oberhand zu gewinnen, ist schwierig, weil sich zu viele verlorene Schlachten angehäuft haben. Dennoch gilt es festzuhalten, dass die Geschichte keinen menschlich vorherbestimmten und notwendigen Gang hat. Die Schlachten werden von Menschen gewonnen und verloren und für den Christen ist kein Sieg des Bösen „irreversibel“. Auch der Nationalsozialismus und der Sowjetkommunismus schienen unbesiegbar und „unumkehrbar“ und dennoch sind sie gefallen.

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