Kriegsverkäufer

Als ich heute Morgen die Zeitung aus meinem Briefkasten holte, bekam ich augenblicklich das Kotzen. Dort stand, dass sich die deutsche Politik um 180 Grad gedreht habe. Nun gäbe es auch einen deutschen Militäreinsatz gegen den IS.

Mich erinnert das wieder einmal an die Worte, die jeder wohl schon einige duzend Mal gehört hat: „Ab 5.45 Uhr wird zurückgeschossen!“

Es ist wieder so weit. Ich sage es schon seit Anfang des Jahres, dass wir mit sieben Meilenstiefeln unterwegs in den Dritten Weltkrieg sind. Der Papst gibt mir seit einem halben Jahr recht und gerade hat er nach den Anschlägen von Paris diese Einsicht wiederholt.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich von diesem Papst rein gar nichts halte, aber in diesem Punkt hat er leider recht.

Als mich die Nachricht von den Anschlägen von Paris ereilte, wusste ich noch nicht, wozu sie gut waren. Das stellt sich immer erst hinterher heraus, wenn sich zeigt, wozu sie benutzt werden.

Sie werden instrumentalisiert, um den Krieg, der ihnen angeblich folgt, zu erklären. Das war am 11. September so, als der amerikanische Präsident George W. Bush den „Krieg gegen den Terror“ erklärte, der mittlerweile 1,7 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Das Schöne an diesem Krieg ist, dass er nie aufhört, weshalb er auch den Namen „enduring freedom“ trägt.

Dumme Frage:

Ist schon einmal jemandem aufgefallen, dass Terroranschläge zu beinahe jedem Krieg gehören, wie die Verpackung zu einer x-beliebigen Handelsware.

Wenn ich etwas verkaufen will, brauche ich eine schöne Verpackung und am besten noch eine groß angelegte Werbekampagne.

Der Polenfeldzug 1939 wurde mit dem angeblichen Angriff polnischer Terroristen auf den deutschen Sender Gleiwitz verpackt, wegen dem man „zurückgeschossen“ hat.

Der Frankreichfeldzug im selben Jahr wurde mit dem angeblichen Angriff der französischen Luftwaffe auf Freiburg gerechtfertigt. Heute weiß man, dass es sich bei diesem Angriff um „friendly fire“ gehandelt hat. Es waren deutsche Bomber, die diesen Angriff „irrtümlich“ geflogen haben.

Der Erste Weltkrieg, so wird auch heute noch behauptet, geht auf einen Anschlag serbischer Terroristen zurück, die den Österreichischen Thronfolger und seine Frau ermordeten.

Der Kriegseintritt der Amerikaner im Ersten Weltkrieg wurde mit dem Angriff auf die Lusitania gerechtfertigt, und der Eintritt in den Zweiten Weltkrieg mit dem Überfall auf Pearl Harbor.

Dem Vietnamkrieg ging der sogenannte „Tonking Zwischenfall“ voraus, und der „Krieg gegen den Terror“ folgte dem Anschlag vom 11. September 2001.

Der Kriegseintritt der Türkei im Syrienkonflikt wurde mit dem Anschlag in Ankara begründet, und das Massaker von  Paris ist Grund genug für Deutschland es Herrn Erdogan gleich zu tun.

Nahezu jeder Krieg wird mit einem Anschlag verpackt, weil er sich so einfach besser verkaufen lässt.

Gäbe es diese Anschläge nicht, müsste man sie glatt erfinden.

 

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