Youth bulg

Der youth bulg ist wie ein Zunami, dem man, wenn man ihn bereits sieht, nicht mehr entkommen kann.

Es handelt sich dabei um den gravierenden Überhang an jungen Männern in der Population einer Bevölkerungsgruppe.

Von einem yuth bulg spricht man dann, wenn der Anteil der unter fünfzehnjährigen bei deutlich über 25% liegt.

Mir ist ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema in die Hände gefallen. Es stammt von Gunnar Heinsohn und heißt Söhne und Weltmacht.

Ich teile viele Einschätzungen, die Heinsohn vornimmt, nicht. Seine zentrale These allerdings hat eine hohe Plausibilität.

Er sieht einen statistischen Zusammenhang zwischen den demografischen Daten einer Bevölkerung und deren Neigung zu kriegerischen Auseinandersetzungen und ihrem Streben nach hegemonialer oder globaler Macht.

Der Kasus knaxus ist der sogenannte „youth bulg“, ein Überhang an männlichen Nachkommen im Alter von 15 bis 25 Jahren.

Gesellschaften, die einen solchen „jouth bulg“ aufweisen, neigen zu Bürgerkriegen oder zur Okkupation fremder Territorien.

Heinsohn belegt das mit Zahlen durch die ganze Geschichte und quer zu allen Kulturen.

Religiöse und weltanschauliche Konflikte, hält er für vorgeschoben und austauschbar. Die treibende Kraft hinter den sich ablösenden Weltreichen ist der Überhang an kriegsfähigen und kriegswilligen jungen Männern.

Das Zeitalter des Kolonialismus zum Beispiel wird von einer gigantischen Bevölkerungsexplosion vorangetrieben. Junge Männer, die in ihrer angestammten Heimat nichts werden können, suchen ihr Glück in Übersee.

Ihr Integrationswille geht gegen Null und ihr Wille zur Macht ist grenzenlos.

Die ehemaligen Ureinwohner der neuen Welt sperrt man, nachdem sie fast ausgerottet wurden, insogenannte Reservate, ein anderes Wort für Indianerzoo.

Wenn die jetzt Zuwandernden sich in diesem Punkt ein Beispiel an der Kultur des alten Europa nehmen, müssen auch wir uns darauf einstellen, bestenfalls als Ausstellungsstücke unserer eigenen untergegangen Kultur überleben zu können.

Noch eine These fand ich sehr interessant. Das explosive Bevölkerungswachstum mit dem Beginn der Neuzeit im fünfzehnten Jahrhundert ging einher mit den Hexenverfolgungen.

Aus einer Bannbulle des Papstes Inozenz VIII. vom 4. Dezember 1484 geht eindeutig hervor, dass vor allem Hebammen, wegen ihrer Unterstützung bei der Geburtenregelung, durch Verhütung, Abtreibung und nicht ganz zufälligem Kindstod, verfolgt werden sollen.

Auch das scheint mir plausibel zu sein. Es ist bekannt, das die Bevölkerungszahlen vor dem Beginn des fünfzehnten  nahezu stabil waren. 

Die Idee der Heiligkeit des Lebens sei im Mittelalter nicht verbreitet gewesen. Eher haben sich die Frauen ähnlich wie im Tierreich verhalten und sehr gut überlegt, wie viele Nachkommen sie durchbringen können und welche Lebensmöglichkeiten ihnen später einmal zur Verfügung stehen werden.

Nur wer einen Krieg führen will, ist daran interessiert, dass möglichst viele Jungen auf die Welt kommen, Kinder, die dem jeweiligen Führer zum Geschenk gemacht werden können.

Gegenwärtig beobachten wir einen youth bulg in der ganzen islamischen Welt. Die Bevölkerung der Muslime hat sich in den letzten hundert Jahren mehr als verachtfacht.  Das ist Rekord.

Pakistan, eines der bevölkerungsreisten Länder der Erde, hat einen Bevölkerungsanteil von unter 15 Jährigen von 40%.

Zum Vergleich, in Deutschland sind es gerade mal 15%, der absolute Minusrekord, obwohl hierbei die Kinder mit Migrationshintergrund und hoher Geburtenrate, die hier geboren wurden, schon mitgerechnet sind.

Weitere typische Herkunftsländer der Zuwanderer unser Tage sind Länder wie Afghanistan mit einem youth bulg von 42% und Syrien mit 39 %. Die Albaner bringen es mit 29% auf eine doppelt so hohe Rate, wie Deutschland und andere europäische Staaten.

In den afrikanischen Herkunftsländern sind die Zahlen noch dramatischer: Kenia, mit einem youth bulg von 42%, Nigeria mit 44%, Äthiopien mit 47%, der Kongo mit 48% und Uganda sogar mit 51%.

In der Geschichte haben solche Bevölkerungszahlen immer wieder zu Bürgerkriegen geführt oder zu internationalen Verwerfungen vom Kolonialismus bis zu den Weltkriegen.

Es scheint so, als gäbe es einen evolutionären Mechanismus zur postnatalen Geburtenregelung durch bewaffnete Konflikte, die das ausbügeln müssen, was in der Familienpolitik versäumt worden ist oder bewusst fehlgesteuert wurde.

Das gegenläufige Nichtfortpflanzungsverhalten in unserer Kultur wurde immer mal wieder kritisiert und heiß diskutiert. Auch diesmal hat man den Überbringer der schlechten Nachricht gesellschaftlich zu diskreditieren versucht.

Es scheint eine ausgemachte Sache zu sein, dass dieses Land und dieses Volk, dem ich angehöre, man traut sich ja kaum noch, diese beiden Wörter überhaupt noch in den Mund zu nehmen, in die Geschichte eingehen wird, wie viele andere Kulturen vor ihm auch.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich schreibe. Es ist der vagen Hoffnung geschuldet, dass meine Texte irgendwie erhalten bleiben, auch wenn längst fast alle, die die deutsche Sprache noch beherrschen, das Zeitliche gesegnet haben werden.

Wer mit der Zeit gehen will, sollte anfangen Arabisch zu lernen. Meine Nachbarin, eine (links)intellektuelle urdeutsche Mutter von zwei erwachsenen Kindern hat einstweilen schon einmal damit angefangen. Sie tut es aus Interesse an anderen Kulturen, sagt sie.

Ob sie auch an den damit zusammenhängenden Kleidervorschriften und Verhaltensregeln für Frauen interessiert ist, hat sie nicht gesagt.

 

 

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu „Youth bulg

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