Wie man ein Feuer legt, das nicht mehr aus geht

Es begann 2011 mit einer Selbstverbrennung in Tunesien. Der Tod von Mohamed Boazizi bestimmte Monatelang die Berichterstattung.

Diese Selbstverbrennung war die Initialzündung für den sogenannten Arabischen Frühling, der in unseren Medien überall gefeiert wurde.

Die Angehörigen des angeblich selbst Verbrannten behaupten bis heute, dass es sich dabei um einen Unfall gehandelt hat.

Diese Initialzündung hat aber nicht blühende Landschaften voller Demokratie und Freiheit entstehen lassen, wie es versprochen wurde, sondern stattdessen viele Länder in Trümmerfelder verwandelt und die ganze Region in ein nicht enden wollendes Chaos gestürzt.

Das Feuer wurde vor fünf Jahren am 11. Januar 2011 entfacht und bereits vier Wochen später, am 1. März 2011, schrieb ein Kommentator im Tagespiegel:

„Seine Tat war der Funke, der den Flächenbrand entzündet und letztlich die ganze arabische Welt verändert hat“.

Wer diesen Korrespondenten mit derart weitsichtigen prophetischen Gaben ausgestattet hat, bleibt sein Geheimnis.

Im Augenblick erleben wir, wie dieses Feuer beginnt, auf Europa überzugreifen.

Die Spuren der Brandstifter reichen allerdings weiter zurück. Ein Flächenbrand wurde vor knapp fünfzehn Jahren entzündet, am 11. September 2001.

Dieses Ereignis hat der 2015 verstorbene Journalist Peter Scholl-Latour im letzten Buch, das er vor seinem Tod geschrieben hat, als die „Mutter aller Lügen“ bezeichnet.

Er damit hatte er nicht die Frage nach der Ursache im Blick, wer oder was die Türme des World Trade Centers zum Einsturz gebracht hat, sondern es ging ihm dabei um die Folgen, die dieses Ereignis nach sich zog.

Mit der „Mutter aller Lügen“ meint er die Kriegserklärung unmittelbar nach dem Anschlag durch Präsident Geroge W. Bush, der den „war on terror“ ausrief.

Gleichzeitig wurde mit dieser Kriegserklärung von der amerikanischen Administration eine Liste mit über 50 Staaten vorgelegt, die als potentielle strategische Kriegsziele in Frage kommen.

Das verlogene an dem Krieg gegen den Terror ist, dass man einen Krieg gegen den Terror niemals gewinnen kann, sondern dass im Gegenteil ein Krieg immer nur Ursache von neuem Terror ist.

Betrachten wir auf diesem Hintergrund den Zweiten Weltkrieg, dann sehen wir, dass überall in den von der Wehrmacht okkupierten Gebieten Partisanengruppen wie Pilze aus dem Boden schossen, die fortwährend Anschläge verübten, im besetzen Frankreich, hinter den Linien an der Ostfront und im ehemaligen Jugoslawien.

Der Vater eines Freundes, der den Russlandfeldzug 1943 mitmachen musste, berichtet in seinem Tagebuch, dass er es damals abgelehnt habe, einen Fronturlaub anzutreten, da die Deutschen Soldaten im Hinterland auf dem Transport größeren Gefahren ausgesetzt waren, als innerhalb ihrer Einheit an der Front.

Vielfach wird auch vergessen, dass der Krieg selbst Terror ist, generalsstabsmäßig organisierter Terror im großen Maßstab.

Eine Bombe wird nicht dadurch besser, dass sie nicht von einem bärtigen Selbstmordattentäter am Boden gezündet wird, sondern von einem glattrasierten uniformierten Bomberpiloten  mit Präzision in ihr Ziel gesteuert wird.

Einen Krieg gegen den Terror kann man so wenig gewinnen, wie den Krieg gegen den Schmutz.

Auch den „Kriegern gegen den Terror“ scheint das bewusst zu sein, weshalb sie ihren Kampf seit 2001 auch „enduring freedom“ nennen.

Mir scheint, als ob das genau das Schöne an jenem Krieg gegen den Terror ist, jedenfalls aus der Sicht derer, die ihn erklärt haben. Er istdie Legitimation für ihr Handeln bis in alle Ewikeit.

Sie sehen sich als die Ritter einer guten Sache, die sie Demokratie und Freiheit nennen. Von Menschenrechten im Krieg zu sprechen ist absurd.

Aber auch die Guten Ritter bleiben Ritter. Ihr Handwerk ist der Krieg, die Unterwerfung anderer Völker und vor allem der Raub ihrer Güter.

Es gibt nur ein Mittel gegen den Terror und das ist Frieden und Gerechtigkeit.

 

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