Widersprüche VI

Ist es nicht ein Widerspruch, wenn ein Satiremagazin in Frankreich, das mit seiner beißenden Kritik an den religiösen Gefühlen Andersgläubiger, die Grenze zur Beleidigung nach Herzenslust in Serie überschreitet, mit europäischer Solidarität und dem Slogan „Wir sind Charlie Hebdo“ geadelt wird, während Akif Princii, ein erfolgreicher  deutscher Schriftsteller mit türkischen Wurzeln, der keine verbale Entgleisung auslässt, um gerade auch seine ehemaligen muslimischen Glaubensbrüder zu beschimpfen, gesellschaftlich geächtet-, in den Leitmedien durch falschen Anschuldigungen demontiert- und von sämtlichen großen Buchhändlern, wie Amazon, Thalia und anderen, aus dem Sortiment genommen wird?

Interessanter Weise sind es die selben Kommentatoren, die einmal das Recht auf Beleidigung ganzer Kulturkreise zum globalen Menschenrecht erklären und gleichzeitig ähnlich gelagerte Publikationen im eigenen Land am liebsten zensieren, verbieten, in den Reißwolf werfen oder verbrennen wollen.  Das alles zeigt, dass wir es hier mit einem der vielen inneren Widersprüche unserer Gesellschaft zu tun haben.

 

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2 Gedanken zu „Widersprüche VI

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