Die Sache hat einen Haken

Wissen Sie, was sie alles erlauben, wenn Sie bei der Installation einer App einen Haken in das kleine Kästchen setzen hinter dem Satz:

„Ja ich habe die allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen und akzeptiert.“

Wenn Sie diesen Haken nicht setzten, öffnet sich das begehrte Programm auch nicht.

Wussten Sie, dass sie mit diesen Geschäftsbedingungen der Firma Google zum Beispiel erlauben, alle ihre persönlichen Emails zu lesen und alle ihre Texte und Bilder,  die sie auf diese Plattform hochladen oder dort bearbeiten, kommerziell zu verwerten, als seien es die Texte der Firma Google?

Ich wusste es bis gestern auch nicht.

Wussten Sie, dass sie diesen Firma das Recht einräumen aus der Ferne und unbemerkt ihr Handy einzuschalten, Fotos und Filme damit zu machen und ihre Gespräche im Schlafzimmer mitzuschneiden?

Wahrscheinlich wussten Sie es nicht, aber sie haben dem allen zugestimmt, als sie dieses klitzekleine Häkchen unter dem Punkt ja, ich akzeptiere die allgemeinen Geschäftsbedingungen gesetzt haben.

All die Informationen, die früher in der DDR die Stasi über jeden Kirchgänger gesammelt hat, sind geradezu lächerlich im Vergleich mit dem, was Sie von sich aus der Firma Google und Co. preisgeben, wenn sie ein Handy in ihre Tasche stecken.

Google weiß über GPS, wo sie gerade sind und kann mithören über was sie gerade sprechen, weiß wonach sie im Internet suchen, auch nachts, kennt alle ihre Freunde und weiß, wie viel sie mit ihnen zu tun haben.

Wenn sie gerade einen Roman schreiben und den Text auf eine Online-Plattform „gratis“ hochladen, dann übertragen sie sämtliche Rechte an diesem Text dem Anbieter des Speicherplatzes.

Hätte die Schriftstellerin Joanne Rowling das Buch Harry Potter auf einer Online-Plattform geschrieben, hätte sie damit sämtliche Rechte an ihrem Buch ohne es zu wissen vorher dem Internetprovider übertragen.

Bis 2015 wurden die Harry Potter Bücher in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Über 450 Millionen Exemplare dieser Bücher wurden weltweit verkauft.  Allein in Deutschland waren es über 30 Millionen Exemplare.

Über 15 Milliarden Dollar wurden mit diesen Büchern verdient.

Jetzt versteht man auch, warum all die kleinen Apps, Softwareprogramme und Online-Dienste „gratis“ sind. Sie sind deshalb kostenlos, weil diese Firmen mit den Informationen, die wir ihnen gratis geben, jede Menge Geld verdienen können.

Manche von Ihnen sind stolz auf ihr IPhone. Die Firma Appel hatte in 2015 den mit großem Abstand höchsten Marktwert, den jemals ein Unternehmen erzielt hat. Es handelt sich um 725 Milliarden Dollar.

Die zweitgrößte Firma, der Ölriese Exxon Mobile ist nicht mal halb so wertvoll.

Wer diesen Haken in das Kästchen hinter den allgemeinen Geschäftsbedingungen setzt, ist nicht der Kunde sondern wird zum Produkt dieses Unternehmens. Manche Geschäftsbedingungen sind so lang wie Shakespeares Hamlet.

Wir liefern den Internetfirmen gratis alle Informationen, Bilder, Tonaufnahmen und Filme, mit den sie ihre Milliarden Geschäfte machen.

Das ist der Haken.

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