Die Logik der Erbsünde

Zum Thema Erbsünde kann man verschiedener Ansicht sein:

a) Die Erbsünde gibt es

b) die Erbsünde gibt es nicht.

Die Logik, der diese Aussagen folgen, ist zweiwertig.

Das haben wir von Aristoteles gelernt, der den Satz vom ausgeschlossenen Dritten formulierte.

Es gibt aber auch die Möglichkeit,

c) dass es die Erbsünde sowohl gibt als auch nicht gibt.

Für diese Aussage benötigen wir bereits eine dreiwertige Logik.

Hegel hat soweit gedacht, als er meinte, die Wahrheit sei das Ganze, also nicht a oder b sondern sowohl das eine als auch sein Gegenteil.

Es besteht aber darüber hinaus auch noch eine vierte Möglichkeit: Weder a noch b stimmt und auch nicht das sogenannte Ganze, das a und b umfasst, sondern die Wahrheit liegt irgendwo anders außerhalb der bisher untersuchten Bereiche.

Dieser Gedanke erfordert bereits die vierwertige Logik.

Im Grunde genommen ist die Sache ganz einfach:

Jede statistische Untersuchung folgt dieser vierwertigen Logik:

Ein statistischer Zusammenhang zweier Variablen kann darauf beruhen, dass

1.) a die Ursache für b ist. oder

2.) darauf, dass b die Ursache für a ist. Oder

3.) a und b wechselwirken miteinander, sodass die eine Variable gleichzeitig Ursache und Wirkung für die andere Variable ist und umgekehrt.

Es besteht aber auch grundsätzlich die vierte Möglichkeit, nach der weder a noch b die Ursache oder die Wirkung sind, sondern das eine andere außerhalb des untersuchten Systems liegende Variable gleichzeitig a und b beeinflusst und dadurch die beobachtete Korrelation herbeiführt.

Was jetzt schöner oder bedeutender ist, die Logik, die Erbsünde oder die Statistik, das mag der geneigte Leser selbst entscheiden.

Einstein zum Beispiel meinte, es komme darauf an, dass eine neu entdeckte Formel möglichst „einfach“ und „elegant“ sein sollte. Wollte er damit die heiligen Gesetze der Naturwissenschaft relativieren und behaupten auch die seien letztlich Geschmacksache?

Goethe würde sagen: „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“

Nun könnten wir sagen; Goethe hat recht oder er hat nicht recht oder wir könnten meinen, er hätte sowohl recht und auch nicht recht. Schließlich bestünde noch die Möglichkeit, dass er weder recht noch nicht recht hätte…..

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