Wetten, dass….

Sokrates hat bis heute recht mit seiner berühmten Einsicht: „ich weiß, dass ich nichts weiß.

Tatsächlich können wir nichts sicher wissen. Alles, was wir tun können, ist eine Wette darauf abzuschließen, ob ein vorhergesagtes Ereignis eintrifft oder nicht.

In wissenschaftlichen Kategorien ausgedrückt, sprechen wir davon, dass Hypothesen überprüft werden können.

Das zustande kommen der Hypothesen selbst entzieht sich aber streng wissenschaftlicher Beschreibung und beruht zu einem großen Teil auf Intuition.

Betrachten wir zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Hypothesen:

  1. Ich kann die Hypothese, dass Gott ernst gemeinte Gebete erhört mit statistischen Methoden überprüfen. Es gibt Studien, die einen positiven Zusammenhang zwischen Gebet und Erhörung eruiert haben.

Der Studie liegt eine Modellvorstellung von Kausalzusammenhängen zu Grunde. Gott ist dabei die Ursache und die Gebetserhörung die Wirkung.

Nun kann man natürlich die Modellvorstellung „Gott“ ablehnen, und die Hypothese der Gebetserhörung selbst verwerfen.

Das gilt aber auch für den Kausalzusammenhang selbst. Auch er ist eine Hypothese, die wir an die „Wirklichkeit“ herantragen.

Wir können eine Wette abschließen, dass die Kausalität eine Modellvorstellung ist, die uns hilft die Welt zu verstehen.

Das selbe trifft auf die Begriffe „Gott“ und „Wirklichkeit“ zu.

Gott ist für mich eine hilfreiches Denkmodell, weil mich diese Vorstellung davon entlastet, für alles und jeden verantwortlich zu sein. Ich kann auch widrige Lebensumstände als gute Fügung Gottes begreifen. Im Matthäusevangelium heißt es: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen.“

Es ist gut zu wissen, dass es nicht nur Schuld sondern auch Vergebung gibt. Die Geschichte von Josef lehrt uns, dass selbst Ereignisse, hinter denen ein böser Wille steckt, sich segensreich für die Opfer eben dieser Ereignisse auswirken können. Die Genesis schließt mit dem Satz: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen; aber Gott hat etwas Gutes daraus gemacht.“

Auch die Denkmodelle „Kausalität“ und „Wirklichkeit“ sind hilfreich. Sie eignen sich hervorragend um darauf Wetten abzuschließen.

Aber auch diese Vorstellungen sind nicht absolut. Man denke nur an die Überwindung der Kategorien Raum und Zeit in der Einsteinschen Relativitätstheorie. In der Quantenphysik verschwimmen die Grenzen zwischen Materie und Energie. Auch diese Begriffe sind nur Modellvorstellungen und keine heiligen Entitäten.

Es bleibt dabei, das einzige, was wir sicher wissen können, ist die Tatsache, dass wir nichts sicher wissen können und selbst das ist ein Widerspruch.

Widersprüche erklären vieles aber nicht alles, wie Karl Marx irrtümlich behauptet hat.

 

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