In Wirklichkeit ist es so…

Liest man einen Roman oder eine wissenschaftliche Abhandlung über eine bestimmte Epoche unserer Geschichte, so lassen sich nur wenige sichere Informationen über die dargestellten Ereignisse gewinnen.

Viel mehr aber erfährt man über die Zeit, in der der Verfasser dieses Textes gelebt hat.  

Deshalb gilt in den historischen Wissenschaften, dass nur das sogenannte Quellenstudium zu hinreichend validen Ergebnissen führen kann, niemals aber allein die Sichtung der Sekundärliteratur.

Was für die Geschichtswissenschaft gilt, trifft auch in der Naturwissenschaft zu:

In dieser Disziplin wird gerne mit einem Denkmuster operiert, das ungefähr so formuliert wird:

Früher glaubten die Menschen, dass…, heute wissen wir aber, dass es in Wirklichkeit  ganz anders, nämlich so…. ist.

Früher glaubten die Menschen an das geozentrische Weltbild heute wissen wir, dass unsere Sonnensystem in Wirklichkeit heliozentrisch angeordnet ist.

Früher glaubten die Menschen an die Naturgesetze der Newtonschen Physik. Heute wissen wir, dass in Wirklichkeit die Welt den Formeln der Einsteinschen Relativitätstheorie folgt.

Ganz allgemein lässt sich sagen, alles ist relativ zu dem, der es beobachtet.

Diese Erkenntnis,  wenn sie auch im Alltagsbewusstsein vielfach noch nicht angekommen ist, hat sich mittlerweile sogar in der Naturwissenschaft durchgesetzt.

Es war der Quantenphysiker Werner Heisenberg, der mit seiner Unschärferelation die Einsicht formulierte, dass in einem beliebigen Versuchsaufbau keine vom Beobachter unabhängigen Erkenntnisse gewonnen werden können.

Der Mathematiker Gödel konnte in einem nach streng mathematischen Regeln geführten Beweis zeigen, dass es keine in sich widerspruchfreie und vollständige Systeme geben kann. Man nennt dies auch das Gödelsche Unvollständigkeitstheorem.

Es bleibt dabei wie schon Sokrates es für sich selbst formuliert hat:

Wir können nichts sicher wissen außer der Tatsache, dass wir nichts sicher wissen können.

Wahrscheinlich wollte er damit ausdrücken, dass auch seine Erkenntnis nur relativ zu ihm selbst gilt.

 

 

 

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