Lassen sie es wie einen Unfall aussehen

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Jetzt ist es passiert, Donald Trump wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Schöne daran ist, dass ich mich mit meinem Antiamerikanismus nicht mehr verstecken muss.

Plötzlich wimmelt es in meiner Nachbarschaft von Menschen, die mit der zukünftigen amerikanischen Regierung auch nicht mehr zufrieden sind, wenn auch vielleicht aus anderen Gründen.

Ehrlich gesagt habe ich nicht verfolgt, was dieser Zirkusclown im Wahlkampf alles so von sich gegeben hat. Ich hielt ihn für die Horror-Gummipuppe, die sie eigens dazu aufgeblasen haben, um Frau Clinton an die Macht zu bringen. 1)

Ich hatte den Eindruck, Trump war selbst davon überrascht, dass er gewonnen hat. Hillary wollte es gar nicht glauben, dass es anders kam als es ausgemacht war. Sie wollte und konnte sich am Wahlabend bei niemanden dafür bedanken.

Immerhin hat dieses Theater gezeigt, dass in Amerika tatsächlich noch frei gewählt wird. Ich war mir nach der Bush-Wahl da nicht mehr so sicher.

Mit Freude erfüllt mich, dass die MeinungsmacherInnen in der westlichen Welt ihre Deutungshoheit verloren haben.

Michael Moore, ein bekannter amerikanischer Filmemacher, der nicht im Verdacht steht, ein Trumpfan zu sein, hat es auf den Punkt gebracht:

Schon vor der Wahl, hat er den Sieg Trumps vorausgesagt und zwar aus fünf Gründen. Einer der Gründe war:

  1. Der Protest-Wahl-Effekt:Unterschätzt nicht, wie viele Millionen Menschen sich als heimliche Anarchisten feiern, warnt Moore. Die Wahlkabine sei „einer der letzten Orte ohne Überwachungskameras und Abhörmikrofone. Hier gibt es keine Ehepartner, keine Kinder, keinen Boss, keine Polizei, es gibt nicht mal ein verdammtes Zeitlimit“, schreibt er. „Du kannst so lange drin bleiben, wie du willst“, und du kannst machen, was du willst. „Es gibt keine Regeln“, du kannst auch Mickey Maus oder Donald Duck wählen. Deshalb und weil die Wut auf ein kaputtes politisches System so groß sei, würden Millionen Trump wählen. Nicht weil sie gutheißen, was er mache, sondern einfach weil sie es können. Weil sie damit „Mami und Papi kirre machen“.

Und tatsächlich sind Mami und Papi kirre.

Sollen sie weiter jeden Abend um 20.15 Uhr den amerikanischen Präsidenten skandalisieren, wie sie es mit dem russischen zu tun pflegen. Sollen wir jetzt zu Isolationisten werden?

Oder sollen wir bald gemeinsam mit Assad, Putin und Trump ein Armageddon gegen den Islam heraufbeschwören?

Im Augenblick sieht es so aus, als ob alles ein Unfall war und die Rettungskräfte ganz durcheinander sind.

Ob es tatsächlich ein Unfall war, werden wir erst viel später wissen. Sollte doch ein Plan dahinter stecken, dann vermutlich kein guter.

Amerika ist gespalten. Gilad Atzmon beschreibt das so:

„The 2016 American presidential election divided America into two camps: The Americans on one side and the Identitarians on the other. The Americans are those who see themselves primarily as American patriots. They are driven by rootedness and heritage. For them, the promise to make ‘America great again’ confirms that utopia is nostalgia and that the progressive reality is nothing short of dystopia.  The Identitarians, on the other hand, are those who subscribe to progressive sectarian politics. They see themselves primarily as LGBTQ, Latino, Black, Jews, Women, and so on. Their bond with the American national or patriotic ethos is secondary and often non-existent.“

Interessant an diesem Statement ist, dass bei Gilad Atzmon die „identitarians“ in einer ganz anderen Ecke herumlaufen als man vermuten würde.

1) Wie lächerlich die Skandalisierung Trumps war, wurde an dem Vorwurf deutlich, er wolle an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen. Da werden die Deutschen natürlich hellhörig.

Das klingt so, als gäbe es zwischen der USA und Mexiko eine offene Grenze wie sie in der EU mitterlweile üblich sind.

Tatsächlich ist diese Grenze militärisch und mit einem Zaun so abgesichert wie kaum einer andere, vergleichbar vielleicht nur mit der Mauer um Gaza oder den Sicherungen am Tunnel unter dem Ärmelkanal.  An dieser Grenze wird schon seit langem täglich scharf geschossen.

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