Religion ohne Gott

Der Versuch eine Religion durch eine andere zu ersetzen ist uralt. Die Naturreligionen wurden durch den Monotheismus ersetzt, das Judentum durch das Christentum, das Christentum durch den Islam und der  Katholizismus durch das Luthertum.

Den ersten Versuch die Religion durch etwas vermeintlich anderes als eine Religion zu ersetzen, geht auf Spinoza zurück.

Er war der Ansicht, dass die Mythen der Bibel durch die Welterklärung der Wissenschaft ersetzt werden sollte. Er forderte die Einführung einer „Zivilen Religion“ in der Ausbildung an Schulen und Universitäten. Rousseaus, Leibnitz und später Kant sind ihm darin gefolgt.

Solange die Wissenschaft ihren eigenen Gesetzen folgt, ist sie eine Fortsetzung des gesunden Menschenverstandes mit sich ständig diferenzierenden Mitteln und dient in der Regel dem Wohl der Menschen.

Sobald sie aber versucht die Religion zu ersetzen, wird sie selbst zu einer Religion, die zwar Gott entbehren kann, nicht aber den Dogmatismus, hinsichtlich ihrer Lehren, wie die Welt entstanden sein soll, wie sich das Leben entwickelt hat, auf welche Katastrophe die Erde zusteuert, dass sie überhaupt auf eine Katastrophe zusteuert, worin die Schuld des Menschen besteht und durch welche Ablasszahlungen diese Schuld aus der Welt geschafft werden kann.

Wie in jeder anderen Religion werden diejenigen verfolgt, die an eine der oben genannten Lehren nicht mehr bereit sind zu glauben. Sie werden als Klimaleugner und Kreationisten verteufelt.

Schon im Begriff „Klimaleugner“ tritt der Dogmatismus offen zu Tage, weil er a priori voraussetzt, dass die Lehre von der Klimakatastrophe eine ewig gültige Wahrheit sei, die man nicht bestreiten, sondern nur leugnen kann.

Wäre die Wissenschaft das, was sie zu sein vorgibt, müsste sie für den Versuch der Falsifizierung sogar dankbar sein, weil nur das nach Popper die Wissenschaft  weiter bringt.

Statt dessen hat unlängst wieder ein sogenannter Klimaleugner seinen Job beim meteorologischen Wetterdienst im französischen Fernsehen verloren, weil er ein kritisches Buch zu diesem Thema herausgebracht hat.

Vielleicht geht es dem geneigten Leser so wie mir. Auch ich habe bis vor wenigen Wochen an die Lehre von der bevorstehenden Klimakatastrophe geglaubt ohne je selber darüber nachgedacht zu haben.

Mir war zwar klar, dass es schon immer Klimawandel gegeben haben muss, falls die Lehre von den verschiedenen Eiszeiten ihre Richtigkeit hat. Nur, das war auch klar, dann musste es auch Klimawandel geben, der nicht von Menschen verursacht war.

Aus der Religionsgeschichte wusste ich, dass es schon immer Menschen gab, die geglaubt haben, sie könnten durch das Anzünden eines (Opfer)feuers das Klima verändern, d.h. den erhofften Regen herbeizaubern.

Ich beschloss der Sache nachzugehen und gelangte sehr schnell zu der Überzeugung, dass die Geschichte, so wie sie erzählt wird, kaum stimmen kann.

Wer tatsächlich an die Wissenschaft glaubt, sollte sich auch so verhalten und nicht einfach etwas glauben, nur weil es von den von wem auch immer hoch bezahlten Wissenschaftlern so verkündet wird, als sei es eine ewige unhinterfragbare Wahrheit, also ein Dogma.

Die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass selbst die empirische Wissenschaft im Sinne des kritischen Rationalismus nicht davor gefeit ist, immer wieder selbst Dogmen herauszubilden und Ketzer zu verfolgen, die es anders sehen.

Neben der Wissenschaft gibt es andere Quasireligionen, die versucht haben die traditionellen Glaubenslehren zu ersetzen.

Die bekanntesten und wirkmächtigsten sind:

Der Kommunismus

Der Faschismus

Der Konsumismus

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, etwas sei nur deshalb keine Religion, weil in ihr der Begriff Gott nicht vorkommt.

Das wäre ungefähr so naiv, wie der Glaube, das Problem des Rassismus sei erledigt, weil man nicht mehr „Neger“ sagen darf.

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26 Gedanken zu „Religion ohne Gott

    1. hansarandt Autor

      Von Konfuzius habe ich keine Ahnung, sagen wir lieber er erste Versuch im Abendland, falls dieser Begriff noch erlaubt sein sollte, was nicht ganz sicher ist.

      Antwort
  1. Kardinal Novize Igor

    Was ist das: „die Wissenschaft“?

    Ich kann mit diesem Begriff ebensowenig anfangen wie „die Ausländer“.

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Das ist nichts Schlimmes, so was wie die Religion, die Elementarteilchen, die Durchschnitsthemperatur des Planeten oder die Telefonnummern von Hamburg. Es ist leider unvermeidlich den Dingen einen Namen zu geben, wenn man über sie reden möchte. Leider werden immer mehr Begriffe verboten dadurch verarmt auch das Denken.

      Antwort
    2. hansarandt Autor

      Ich weiß nicht wo das Problem ist. Alle reden doch von „der Wissenschaft“ und meinen damit die Erkenntnis in wissenschaftliche und nicht wissenschaftlich einteilen zu können. Die Religion, so meinen sie, gehört natürlich nicht dazu, oder siehst du das anders?

      Antwort
  2. Kardinal Novize Igor

    Kein Problem, den Dingen Namen zu geben!

    Also wirst du mir sicherlich sagen können, was du mit „Wissenschaft“ meinst, wenn du

    „Sobald sie (=die Wissenschaft) aber versucht die Religion zu ersetzen, wird sie selbst zu einer Religion, die zwar Gott entbehren kann, nicht aber den Dogmatismus, hinsichtlich ihrer Lehren, wie die Welt entstanden sein soll, wie sich das Leben entwickelt hat, auf welche Katastrophe die Erde zusteuert, dass sie überhaupt auf eine Katastrophe zusteuert, worin die Schuld des Menschen besteht und durch welche Ablasszahlungen diese Schuld aus der Welt geschafft werden kann.“

    schreibst.

    Die Gesamtheit der Wissenschaftler?
    Deren Durchschnitt?
    Das Prinzip der Wisenschaft?

    Oder doch ein diffuses Gedankenmonster, das stets durch eigene Gedankenspiralen, sozusagen im Leerlauf, neu gespeist wird?

    Sozusagen der Godzilla im weißen Mantel?

    Hmmm, eben das war der Eindruck, das zwischen den Zeilen gelesene dieses Textes. Sollten dir diese Erst-Eindrücke zu wenig konkret sein: Wer konkrete Einwände will, sollte selber auch Konkretes vorbringen. Siehe: der Name der Wissenschaft. Durchwahl von Hamburg.

    Das Diffuse so lange zerlegen, bis Konkretes dabei heraus kommt: Hm, das machen nur (bezahlte) Psychotherapeuten. Von mir, als unbezahlten Hobby-Blogger, kann man wohl diese Arbeit nicht erwarten…….

    Ja, man kann den Dingen ruhig Namen geben. Freilich: je diffuser das ganze wird, desto mehr läuft ein feuerspeiender Godzilla (oder Dr. King Kong) durch den Namens-Text-Salat.

    Möglicherweise gar emotional gespeist?

    Nur so als kleine Impression….

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Falls du die wissenschaftlichen Theorien nicht erkannt haben solltest, auf die ich angespielt habe: Es handelt sich um die Theorie vom Urknall, die Evolutionstheorie und die Lehre vom Klimawandel. Diese Theorien sind Heilige Kühe, sie gelten im Mainstream als nicht diskutierbar.

      Antwort
  3. hansarandt Autor

    Ich gebe zu, dass die Gefahr ein SpaghettiMonster zu erfinden, das man dann durch den Fleischwolf drehen kann, wirklich groß ist. Ich will aber die Wissenschaft nicht total verurteilen. Ich spreche nur von der Wissenschaft, die versucht die Welt total zu erklären. Richard Dawkins zum Beispiel versucht das. Die einzelnen Naturwissenschaften tun das in der Regel nicht. Im Alltagsbewusstsein wird wird häufig in den Naturwissenschaften die einzig mögliche Welterklärung gesehen.

    Antwort
  4. Kardinal Novize Igor

    Was nun Dawkins betrifft:

    Der Dawkins ist der Dawkins.

    Der Dawkins ist aber nicht DIE Wissenschaft.

    Die fachliche qualität dieses Herrn kann ich nicht beurteilen.
    Als Religionsphilosoph halte ich ihn für entbehrlich.

    Sollte der Dawkins nun eine Wissenschaftsreligion einführen wollen, (ich beziehe mich auf: „Sobald sie aber versucht die Religion zu ersetzen, wird sie selbst zu einer Religion, die zwar Gott entbehren kann, nicht aber den Dogmatismus, hinsichtlich ihrer Lehren, wie die Welt entstanden sein soll, wie sich….“), können aber die 90% der Wissenschaftler, die Wissenschaft nicht als Religionsersatz nehmen, nichts dafür.

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Ich meine ja nicht die Wissenschaftler, ich meine die ??% der Bevölkerung, die glauben, es gäbe nur eine Wahrheit, die wissenschaftliche Wahrheit. Bzw. die alles glauben, nur weil ihnen jemand sagt, die Wissenschaft hätte es festgestellt. Auch die Wissenschaft ist genauso wenig wie die Religion neutral und unabhängig. Gewaltige Interessen sind im Spiel und sehr viel staatliches und privates Geld.

      Antwort
      1. Kardinal Novize Igor

        Wenn du die öffentlichen Niederungen meinst, bin ich mit dir einer Meinung. Wichtig ist aber, diese beiden Sphären – Öffentlichkeit einerseits und Wissenschaft andererseits zu unterscheiden

        LG KNI

      2. Kardinal Novize Igor

        Ob nun die Wissenschaft unabhängig ist, oder abhängig: Jaein.

        Einerseits halte ich die Pharmaindustrie für ein Verbrecherkartell; habe deshalb dort auch etliche Jobs ausgeschlagen (im übrigen sind auch dort die Gehälter eher eine Frechheit: Überstundenpauschale–jeder 2. Anwalt verdient das 10fache). Da gebe ich dir auch recht. Ja,auf das könntest du mal einen Fokus setzen.

        Andererseits: Ich forsche -privat und unbezahlt, einfach weils mir Spass macht, brauche lediglich einen Comp, Mathematik(Physik)background, ein paar Programme….und bewege mich dennoch auf internationalem Publikationsniveau. Mach grad wieder eine Publikation.

        Und ja, gerade diese Unabhängigkeit macht mir Freude. Auch ich pinkel den Großen gern ans Bein.

        LG KNI

  5. Kardinal Novize Igor

    Schön, dass du die Wissenschaft nicht „total verurteilen“ willst. Wäre auch ein bisschen sinnwidrig für jemanden, der Computer und Internet benützt, die aufgrund der selbstverständlich nicht verifizierten Dogmen der QM erst gebaut werden konnten.

    Allerdings widerspricht das schon ziemlich deiner Aussage:

    „Wäre die Wissenschaft das, was sie zu sein vorgibt, müsste sie für den Versuch der Falsifizierung sogar dankbar sein, weil nur das nach Popper die Wissenschaft weiter bringt.“

    DIE Wissenschaft hat überhaupt kein Interesse daran, irgendetwas vorzugeben. Weil es in diesem Kontext DIE Wissenschaft nicht gibt. Sondern nur Einzelpersonen, die forschen. Falsifizierungen sind in der Wissenschaft an der Tagesordnung. Man baut zb. einen Laser, man erhofft, er habe diese und jene Eigenschaften, und dann hat er sie nicht. Das ist alltäglich.

    Man will ein Molekül erzeugen, und dann wird es nicht (sondern ein anderes). Ganz alltäglich.

    Etwas schärfer ausgedrückt: Der (meistens schlecht bezahlte) Nawi braucht diesen pathetischen Popper-Quark nicht, weil er dauernd mit der Falsifizierungspraxis konfrontiert ist.

    Und ich nehme einmal an, mehr als ein Theologe. Wer von der Wissenschaft (sage ich jetzt absichtlich so) erwartet, dass sie vom hohen Ross der Religion heruntersteigen soll, indem sie sich nicht zu selbiger erklärt, möge seinerseits von seinem hohen Ross heruntersteigen, das so tut, als könnte die Philosophie der Naturwissenschaft von oben herab Vorschriften machen, noch dazu mit solchen Falsifizierungs-Allgemeinplätzen.

    Beides, sowohl Dawkins als auch der Popperianismus, erliegen den Machtgelüsten, die jeweils andere Sphäre auf eine unlautere Weise beeinflussen zu wollen.

    Du läufst den falschen Feindbildern nach. Nicht DIE Wissenschaft ist das Problem, und schon gar nicht der einzelne Nawi, sei er nun ein kleiner Assistent oder ein größerer Professer. Die tun ihr Zeug und haben Freude daran.

    Die Philosophie wird dem Nawi nicht in seinem Job helfen, möglicherweise aber im Privatleben. Denn jeder ist mal unglücklich verliebt, jeder fragt sich, wie er sein Leben besser leben kann. Dort hilft die Philosophie, und von dort verändert sie die Welt – wenn sie sich nicht mit der Aura des Hochmuts umgibt, denn der ist immer abstoßend.

    Ja, es muss gegenseitige Beeinflussung aller Sphären geben – aber nicht eine solche grob-frontale. Die Beeinflussung (oder Befruchtung) findet subtil im einzelnen Menschen statt. In der Schönheit einer quantenmechanischen Betrachtung, die in ein Lob Gottes mündet.
    Der Wissenschaftler, der Abends in die Kirche geht.
    Der Theologe, der sich der neuen Medien bedient.

    Oder beide zusammen, die sich mal auf ein Bier (von einem Biologen gebraut) zusammen setzen.

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Mag sein, dass das bei dir hochmütig ankommt, mag sein, dass das sogar hochmütig ist. Ich denke, dass es trotzdem einen Unterschied gibt zwischen dem alltäglichen Umgang der Naturwissenschaft mit Versuch unter Irrtum und einerThese, die ein ganzes Paradigma in Frage stellt, wie seinerzeit der Satz, und sie bewegt sich doch, von Galileo Galilei.

      Antwort
  6. Kardinal Novize Igor

    Ob nun die Wissenschaft unabhängig ist, oder abhängig: Jaein.

    Einerseits halte ich die Pharmaindustrie für ein Verbrecherkartell; habe deshalb dort auch etliche Jobs ausgeschlagen (im übrigen sind auch dort die Gehälter eher eine Frechheit: Überstundenpauschale–jeder 2. Anwalt verdient das 10fache). Da gebe ich dir auch recht. Ja,auf das könntest du mal einen Fokus setzen.

    Andererseits: Ich forsche -privat und unbezahlt, einfach weils mir Spass macht, brauche lediglich einen Comp, Mathematik(Physik)background, ein paar Programme….und bewege mich dennoch auf internationalem Publikationsniveau. Mach grad wieder eine Publikation.

    Und ja, gerade diese Unabhängigkeit macht mir Freude. Auch ich pinkel den Großen gern ans Bein.

    LG KNI

    Antwort
  7. Yeti

    Verführung hat immer zwei Seiten.

    Einer verführt.

    Der andere lässt sich verführen.

    Durch ihren Erfolg verführt uns die Wissenschaft, sie als Ersatzreligion zu nehmen.

    Weniger selbstbewusste Menschen lassen sich verführen und nehmen die Wissenschaft als Ersatzreligion.

    Lustig, dass Anstiftung zu einem Verbrechen nicht so schlimm bestraft wird, wie das Verbrechen selbst.

    Meint
    Euer Christoph

    Antwort

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