Drei Arten des Humanismus

Zunächst einmal zeichnet sich der Humanismus dadurch aus, dass er den Menschen an die Stelle Gottes setzt.

Damit sind die Grundfragen der Religionen nicht gelöst sondern nur von Gott auf den Menschen verschoben.

Aus der Theodizee wird die Homodizee.

Warum lässt der Mensch das Böse zu? Ist der Mensch böse wie Thomas Hobbes meinte oder gut wie Rousseau es glaubte oder ist er am Ende beides?

Oder muss das Problem dualistisch, manichäisch gelöst werden indem man annimmt, es gäbe gute und böse Menschen, „Gutmenschen“ und „Menschenfeinde“?

Oder befindet sich der Mensch in einer Entwicklung, wie Darwin es lehrte, und entwickelt sich gerade vom Untermenschen zum Übermenschen?

Dieser Glaube, der von Nietzsche artikuliert wurde, ist die Basis für den Rassismus und den Nationalsozialismus. In der Gestalt des Transhumanismus ist diese Theorie mittlerweile wieder hochmodern.

Die Götter kommen und gehen, die Fragen aber, mit denen sie sich herumschlagen müssen, bleiben.

Kommen wir zu den drei Spielarten des Humanismus.

Es handelt sich dabei um den

Liberalen Humanismus

Kommunistischen Humanismus

Darwinistischen Humanismus

Im liberalen Humanismus steht der Mensch als Individuum im Zentrum der Weltanschauung. Jeder einzelne Mensch hat unveräußerliche Rechte und eine unantastbare Würde.

Dieser Glaube fußt auf der christlichen Vorstellung, dass der Mensch eine unsterbliche Seele habe.

Im kommunistischen Humanismus wird im menschlichen Kollektiv der Motor der Geschichte gesehen. Die „Proletarier aller Länder“ nehmen dabei den Platz ein, den in der Religionsgeschichte dem Volk Israel zugedacht war.

Am Ende der Geschichte wird dieses Volk, ersetzt durch die Klasse der Arbeiter, den Sieg davon tragen und alle werden sich vor ihm am Berg Zion verneigen wie es die alttestamentlichen Propheten vorhergesagt haben.

Der darwinistische Humanismus erinnert eher an Denkmodelle, wie sie uns aus den östlichen Religionen bekannt sind in denen der Mensch im Rad der Wiedergeburten sein Karma abarbeitet, um am Ende zur Erleuchtung zu gelangen. Wie der Buddhismus kommt auch der Darwinismus ohne Gottesvorstellung aus.

Die derzeit herrschende Religion ist der Neoliberalisms, eine Spielart des liberalen Humanismus.

Er zeichnet sich dadurch aus, dass er die jüdisch/christlich/muslimische Gottesvorstellung, die davon ausgeht, dass Gott unsichtbar sei, überbietet. Ihm ist es gelungen sich als Religion selbst nahezu vollständig unsichtbar zu machen.

Der Neoliberalismus versteckt sich hinter den „Naturgesetzen“ des Marktes, die er selbst erfunden hat und postuliert deren ewige Gültigkeit und alternativlose Wirksamkeit.

Obwohl diese Ideologie es geschafft hat, sich unsichtbar zu machen, ist sie doch die Religion, die wirkmächtiger und weiter verbreitet ist als es jede andere Glaubensrichtung in der Geschichte jemals war.

Mehr dazu hier:

 

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