Gibt es hierarchiefreie Zonen?

Alles deutet darauf hin, dass eine menschliche Gesellschaft nicht ohne Hierarchie  leben und existieren kann.

Die Idee der klassenlosen Gesellschaft und des herrschaftsfreien Diskurses ist nie Wirklichkeit geworden.

Im Rückblick erkennen wir, dass es keineswegs die Klasse der Arbeiter war, die im Osten Europas und in China vorübergehend die Macht übernommen hat, sondern dass nur eine Elite durch eine andere ausgetauscht wurde.

In der Französischen Revolution, der Russischen Revolution und in den Revolutionen nach dem ersten Weltkrieg wurde die Monarchie abgeschafft. Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg entledigte man sich der Vorherrschaft der britischen Krone.

An die Macht kam statt dessen eine kleine Elite, die die Masse der anderen kontrolliert und ausgebeutet. Es ist wie in George Orwells Animal Farm: Die Menschen wurden vom Hof gejagt und die Schweine übernahmen stattdessen die Macht. (1)

Die ganze Gesellschaft ist nach wie vor hierarchisch organisiert: jedes Wirtschaftsunternehmen, jede Behörde, jede Schule, jeder Verein, und auch in der Familie gibt es eine notwendige und sinnvolle Hierarchie zwischen Eltern und Kindern.

Wie man es auch dreht, ohne Hierarchie geht es nicht. Deshalb bringt es nichts, die eine Hierarchie durch eine andere zu ersetzen oder ihr gar mit Gewalt zur Macht zur verhelfen.

Viel sinnvoller ist der Versuch, eine Hierarchie von innen heraus zu reformieren, um das Leben der unvermeidlich Beherrschten erträglicher und lebenswerter zu machen.

Anmerkung 1

Es ist nicht zu bestreiten, dass es den meisten Menschen in westlichen Demokratien heute besser geht als in den Gründerjahren der Industriellen Revolution. Das gilt aber auch für die vielen Monarchien, die es in Europa nach wie vor gibt. Warum sollte das heute in Wien, Paris, Moskau oder Berlin anders sein, wenn es diese Monarchien noch gäbe?

Monarchien können sich reformieren, wie man gesehen hat, aber auch Demokratien kommen nicht ohne Hierarchie aus.

Die Demokratie beschränkt sich darauf über die Auswahl der jeweiligen Eliten mitzubestimmen, die an der Spitze der Hierarchie stehen. Doch auch dieser Schein trügt. Die Eliten bestimmen vorher, welche Kandidaten ihrer eigenen Klicke überhaupt zur Wahl stehen.

Der gewählte Präsidentendarsteller oder die gewählte Kanzlerdarstellerin stehen oft nur scheinbar an der Spitze ihrer Gesellschaften. In Wirklichkeit müssen sie sich sogenannten „Sachzwängen“ unterwerfen, die in Wahrheit die Interessen der hinter ihnen stehenden Eliten sind.

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