Die Beherrschung der Gewalt

Es gibt keine Ordnung, die nicht auf Gewalt begründet wäre.
Ordnungen müssen gegen Widerstreben erzwungen werden können, weil sie sonst keine Sicherheit bieten. Gewalt erzeugt Ordnung, und Ordnung unterbindet Gewalt.

Aus diesem Wechselverhältnis gibt es kein Entkommen. Nicht auf die Überwindung der Gewalt sollten wir hoffen, sondern auf ihre Beherrschbarkeit.
Überall, wo sich Gewalt mit autoritären Strukturen und Hierarchien verbindet, ist die Gefahr groß, dass sie außer Kontrolle gerät und das Leben selbst jener Menschen bestimmt, die nicht gewalttätig sind.
Jörg Barberowski
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7 Gedanken zu „Die Beherrschung der Gewalt

    1. hansarandt Autor

      Gemeint ist wohl eher die staatliche Ordnung, weniger die Ordnung auf dem Schreibtisch.

      Aber muss man nicht auch den vielen Papieren auf dem Schreibtisch „Gewalt“ antun und sie in den Papiermüll oder gar in den Reißwolf werfen? Selbst digitale Dateien fallen in regelmäßigen Abständen der „endgültigen Vernichtung“ anheim. Ist das jetzt ein Verbrechen oder Schlimmeres?

      Antwort
  1. Kardinal Novize Igor

    Die Frage ist, in welchem Kontext die Gewalt in einem kulturullen oder staatlichen System firmiert.

    Wird sie (im Kontext eines Staates, einer Kultur) als Grundlage eines „Heldentums“ gesehen? Oder (vielleicht im Kontext einer Religion) als probates Mittel, um Rachegelüste zu befriedigen?
    Ist die Gewalt mit Emotionen geladen?

    Als Christ sollte man Gewalt als Notwehrmaßnahme begreifen; als letztes Mittel überhaupt. Worte wie „Rache“ oder „Vergeltung“ dürfen im Zusammenhang mit Gewalt überhaupt keinen Platz haben.

    Und keine Emotion außer Ernst oder Trauer sollte einer Gewaltanwendung, soferne notwendig, konnotiert sein.

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Es ist viel Einfacher, Gewalt ist zur Aufrechterhaltung der Ordnung in einem Staat notwendig. Man spricht in diesen Zusammenhang von Gerechtigkeit. Die berechtigten Rachegefühle der Opfer einer Straftat, werden werden durch eine gerechte Strafe kontrolliert und auch befriedigt. Wie wollte man ein Strafmaß im StGB begründen, wenn nicht zu mindestens teilweise mit Vergeltung?
      Ich denke, es gibt einen rationalen Umgang mit Gewalt.

      Antwort
  2. Kardinal Novize Igor

    Natürlich spielt Vergeltung eine gewisse Rolle…trotzdem ist es etwa üblich, dass der Richter den Angeklagten nicht auch noch verspottet oder so…

    die staatliche Gewalt ist umgekehrt also ein Spiegel der Gesellschaft – und mit welchen Emotionen diese konnotiert wird.

    LG KNI

    Antwort

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