Verheerende Unschuld

Das Bemühen um Unschuld ist sehr verheerend. Im Bemühen um Unschuld sehen wir nicht unsere Beteiligung am kollektiv beklagten Elend dieser Welt.

Wir wollen nicht sehen, dass wir selber daran teilhaben. Menschsein heißt schuldig werden und reif sein heißt Schuld tragen.

Schuld ist nicht vermeidbar. Die Nichtanerkennung von Schuld ist die Hauptursache der normalen Depression:

Ich unterdrücke meine Impulse, dadurch, dass ich nicht fühle. Wenn ich nicht fühle, weiß ich nicht, was ich will. Wenn ich nicht weiß, was ich will, weiß ich nicht, ob ich meine Aggressionen einsetzen soll, um hinzugehen, weg zu gehen oder dagegen zu gehen, hin zu dem was nährt und nützt, weg von dem was zehrt und schadet, gegen das, was mich bedroht.

Dann handele ich nicht. Und wenn ich nicht handele, mache ich keine Fehler und wenn ich keine Fehler mache bleibe ich unschuldig.

Der Psychotherapeut Wolf Büntig im Gespräch mit Ken Jebsen

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