Die Struktur der wissenschaftlichen Revolutionen

Glaubt man Karl Popper, dann ist die heiligste Aufgabe der Wissenschaft, Hypothesen zu falsifizieren, um so die Forschung voran zu bringen.

Die Realität sieht freilich anders aus: Beobachtungen, die die herrschende Lehrmeinung in Frage stellen, versucht man entweder durch Zusatzhypothesen zu integrieren oder, wenn das nicht geht, sie auszugrenzen und zu stigmatisieren.

Bis ein  wissenschaftliches Paradigma geändert wird, vergehen in der Regel hundert oder mehr Jahre, so lehrt es uns die Geschichte. In der Regel geschieht das erst dann, wenn eine neue Generation von Wissenschaftlern die emeritierten Ordinarien komplett ersetzt hat.

Genauer untersucht hat das der Physiker Thomas S. Kuhn in seinem Buch:

Die Struktur der wissenschaftlichen Revolutionen.

 

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3 Gedanken zu „Die Struktur der wissenschaftlichen Revolutionen

  1. Kardinal Novize Igor

    Ich würde nicht sagen: Hypothesen zu falsifizieren, ist die „heiligste Aufgabe“ der NW, sondern Hypothesen aufzustellen, die sich falsifizieren lassen. Zusatz: so lange sie nicht falsifiziert sind, ist es legitim, mit ihnen zu arbeiten.

    Paradoxerweise hält sich gerade die Philosophie nicht an diesen Grundsatz; denn sonst wäre es nicht möglich, dass Philosophie von Sokrates bis Sloterdijk mit all ihren schwammigen und zum Teil sich widersprechenden Aussagen, munter parallel und in sozusagen Breschnewscher Koexistenz gelehrt werden. Mithin sollte Philosphie nicht als Wissenschaft bezeichnet werden…

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Erst mal vielen Dank für Deinen guten Kommentar. Ich weiß nicht, ob die Philosophie eine Wissenschaft ist oder ob sie das überhaupt sein will.
      Meiner Meinung nach ist die vornehmste Aufgabe der Philosophie, Fragen zu stellen vor allem grundsätzliche Fragen, etwa in der Art: „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“
      Man kann sich darüber streiten, ob das wirklich wichtig ist. Vielleicht ist Philosophie nur intellektueller Zeitvertreib für Müßiggänger. Xanthippe zum Beispiel, die Frau von Sokrates, war dieser Meinung.
      Gelegentlich versucht die Philosophie auch Antworten zu geben. Zum Beispiel: „Alles und nichts ist das selbe und die Wahrheit ist das Ganze.“ Da stimme ich zu.
      Die Antworten, die der sogenannte dialektische Materialismus, der sich selbst auch als Philosophie verstand, meinte geben zu können gefallen mir weniger oder gar nicht. Zum Beispiel die Auffassung, man müsse die „Klassengensätze“ erst mal verschärfen, damit es ordentlich knallt. Dann kommt die Revolution und das Reich der Freiheit. Wir wissen alle, dass nur die erste Hälfte tatsächlich wahr wurde.
      Nun zur Naturwissenschaft und den Hypothesen. Natürlich ist es „legitim“ und praktikabel mit Hypothesen zu arbeiten so lange sie noch nicht falsifiziert sind.
      Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob die „Wissenschaft“ immer nur Hypothesen aufstellt, die man falsifizieren kann.
      Karl Popper bestand darauf, dass man einen Ort und eine Zeit angeben muss an der man die Hypothese überprüfen kann. Ich habe den Eindruck, dass man es da manchmal nicht so genau nimmt.
      Für manche Hypothesen gibt es zwar theoretisch einen Ort und eine Zeit, an der man sie überprüfen kann, in der Praxis besteht aber keine Möglichkeit dort hin zu kommen.
      Niemand kann überprüfen wie schnell der Raumfahrer wirklich altert, der in Lichtgeschwindigkeit durch den Orbit reist. Wie sollte man einen Kosmonauten auch derart beschleunigen.
      Keiner kann überprüfen, ob die so genannte Klimakatastrophe wirklich eintritt und wenn ja, ob sie Menschen gemacht ist. Mit dem Waldsterben hat es auch irgendwie nicht geklappt.
      Wenn ich den Beweis in die Zukunft verlege, könnte ich ihn genauso gut in den Himmel verlegen. Dann ist die von Menschen gemachte Erderwärmung genauso evident wie das Fegefeuer. Interessanter Weise geht es in beiden Fällen um Schuld, Angst und sehr viel Geld.
      Noch immer kann niemand in die Zukunft oder auf den Mond reisen und nachschauen. Nur Steven Spielberg soll das gelungen sein, aber nur im Kino.
      Weil man diese Hypothesen nicht falsifizieren kann, sind sie so ungeheuer glaubhaft und wer weiß, vielleicht stimmt es ja doch. Ich denke das war ein Grund, warum auch die Skeptiker damals Ablassbriefe gekauft haben.

      Antwort
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