Irma und das Alte Testament

Der Hurrikan Irma ist genauso wie Harvey, Katrina und fast alle anderen Stürme nicht eine bloße Naturkatastrophe sondern die Strafe Gottes für das Fehlverhalten der Menschen.

Seit biblischen Zeiten war man überzeugt, dass Naturkatastrophen ursächlich auf die Sünde der Menschen zurückgehen.

In der Aufklärung verlor dieser Gedanke an Plausibilität und man  war bereit, an das unverdiente Leid und an den Zufall zu glauben.

Seit einigen Jahrzehnten führt man das (Un)Wetter wieder stärker auf das Verhalten der Menschen zurück, so wie es früher üblich war.

Man kann in der modernen Theorie des Klimawandels zwar auf den strafenden Gott verzichten, der behauptete Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten der Menschen und dem Wetter ist aber der gleiche.

Ob dieser behauptete Zusammenhang tatsächlich besteht, ist allerdings heute so fragwürdig, wie er es damals auch war.

Wenn man damals eine Ziege geopfert hat und trotzdem der erhoffte Regen ausblieb, zog man den Schluss, dass man zwei oder mehr Ziegen hätte opfern müssen.

Gestern hat man die Glühbirne geopfert heute geht es dem Dieselmotor an den Kragen und morgen ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

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2 Gedanken zu „Irma und das Alte Testament

  1. Kardinal Novize Igor

    Über den Klimawandel kann man viel diskutieren (und muss man auch wohl), ich glaube nicht, dass dieser (von welcher Seite auch immer) verstanden wird. Ich verstehe zwar einige Grundlagen, aber im Kontext weiß ich zu wenig darüber.

    Dass das ganze allerdings pseudo-religiös ist, da hast du recht.

    Pseudoreligiöses kommt uns in dieser religiös-vakuumierten Gesellschaft dauernd vor Augen.
    Wenn jemand mahnende Worte gegen ALLE Extremismen ausspricht, sowohl also gegen Faschismus und Neoliberalismus, als auch gegen islamischen Extremismus, gilt man paradoxerweise als Nazi und wird exkommuniziert. Er gehört dann nicht mehr zu den Rechtgläubigen und man muss ihm glücklicherweise auch nicht zuhören….

    Dadurch ersparen sich einige die Mühsal des Argumentierens und Deduzierens…ja, sie retardieren geradezu und verlernen die Aufklärung.

    Kant hatte recht, als er den Atheismus eine Irrlehre nannte…

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Du hast völlig Recht und ich mache leider ganz ähnliche Erfahrungen. Mittlerweile spreche ich nur noch mit ganz wenigen Leuten, die ähnliche Fragen stellen, darüber, was ich wirklich denke. Als ich vor zwanzig Jahren von der Stadt auf das Land gezogen bin, war ich erstaunt, dass die Menschen am Geburtstagstisch völlig anders sprachen und dachten als es in der Zeitung stand. Heute, so habe ich den Eindruck, trauen sich die selben Menschen nicht einmal mehr auf dem Fußballplatz eine Meinung zu äußern, die der Öffentlich-Rechtlichen widerspricht. Nicht nur der Erfolg der Propaganda hat beträchtlich zugenommen, auch die Angst ist gewachsen, etwas Falsches zu sagen. Die mittlerweile verbotenen Wörter sind so zahlreich geworden wie die Begriffe, die man erfunden hat und ständig neu erfindet um Menschen, die sich immer noch den Luxus eigener Gedanken erlauben zu …ja was? … zu diskriminieren, was ja angeblich nach Meinung der politisch Korrekten das größte Verbrechen überhaupt ist.

      Die größten Kritiker der Elche sind mal wieder selber welche. Und eine Religion kann man durch nichts ersetzen, es sei denn durch eine andere Religion.

      Voltaire soll einmal gesagt haben: „Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.“ So geht Aufklärung.

      Von Rosa Luxemburg stammt der Satz, die Freiheit sei immer die Freiheit der Andersdenkenden. Sie selbst wollte allerdings ihre Meinung lieber mit Gewalt durchsetzten.

      In meiner Schulzeit vor der Wende im Westen durfte man es noch gut finden, was die Russen damals gemacht haben. Heute steht darauf die soziale Todesstrafe, obwohl das was in Russland heute passiert, um Welten besser ist als das, was im „Real existierenden Sozialismus“ damals geschah. Wer es hier wagt, zu differenzieren, muss sich als Putinversteher beschimpfen lassen, als ob der Versuch, jemanden verstehen zu wollen, ein Verbrechen wäre: Die totale Verblödung! Oder sollte ich besser sagen, die totalitäre Verblödung?

      Antwort

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