Dolchstoßlegende 2.0

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Wer erinnert sich nicht an dieses Bild? Es ging 1975 um die Welt und wurde zeitweise verboten und aus dem Netz genommen. Nach massiven Protesten wurde es im September 2016 als zeitgeschichtliches Dokument wieder freigegeben.

In der Zeitschrift Stern wurden 1975 Leichen vietnamesischer Soldaten gezeigt, die fein säuberlich am Boden aufgereiht lagen. Davor sah man sich martialisch in Szene setzende Marines der US-Armee.  Im Spiegel wurde ein gefesselter und am Boden liegender Vietnamese gezeigt, dem ein US-Soldat gerade ein Küchenmesser in den nackten Bauch rammte.

Auf den Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg wurde laut „Ho-,Ho-,Hotschimin“ gerufen.

Als tatsächlich die letzten US-Soldaten mit Hubschraubern aus der vietnamesischen Hauptstadt ausgeflogen wurden, galt das als der große Sieg der Friedensbewegung.

Die Demonstrationen allein hätten das sicher nicht bewirken können, den Ausschlag gaben die Bilder gegen den Krieg, die aller Orten in der westlichen Medien das brutale Morden anklagten.

Warum hat es diese Bilder gegen den Krieg in den Mainstream-Medien weder vor noch nach dem Vietnamkrieg je wieder gegeben?

Warum wurden uns danach nur noch Videos präsentiert, die „chirurgische Eingriffe“ von Präzisionswaffen zeigten, die aus einem Computerspiel hätten stammen können. Die Kriegsopfer blieben ab sofort unsichtbar.

Nun könnte man glauben, dass US-Militär hat aus dem Debakel des Vietnamkrieges gelernt und ging dazu über, die Presseberichterstattung stärker zu kontrollieren. Das ist sicher richtig.

Das erklärt aber nicht, warum die Medien den Vietnamkrieg so hemmungslos bekämpfen konnten, wo man doch weiß, wie eng sie mit der Regierungspolitik schon immer verbandelt waren und verbandelt sind.

Könnte es sich bei dieser den Vietnamkrieg skandalisierenden Bilderflut nicht um so etwas, wie eine Dolchstoßlegende 2.0 gehandelt haben?

Die fünfte Kolonne der vom Kommunismus unterwanderten Friedensbewegung ist den Soldaten an der Front in den Rücken gefallen. Sie sind die eigentlich Schuldigen am Ausgang des Krieges, der nicht gewonnen werden konnte.

War das nicht genau die Geschichte, die benötigt wurde, um zu verschleiern, dass das ansonsten so siegreiche US-Militär diesen Krieg tatsächlich verloren hatte?

Wurden all die skandalösen Bilder des Krieges vielleicht nur deshalb gemacht, um es den Soldaten zu ermöglichen aus einem verloren Krieg heimzukehren, ohne dabei das Gesicht zu verlieren?

Vielleicht ist das die Dolchstoßlegende 2.0, an der wir alle begeistert mit gestrickt haben ohne es zu merken.

 

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