#MeToo for men

Auch ich musste in meinem nicht mehr ganz so kurzen Leben, verschiedene niederschmetternde Erfahrungen im Zusammenhang mit der neuen Welle der Sexismus-Debatte machen:

Vor nicht allzu langer Zeit führte ich ein Streitgespräch mit einer guten Bekannten, die als promovierte und habilitierte Privatdozentin an verschiedenen Universitäten in Europa und in den USA in Sachen Gender-Mainstreaming unterwegs ist.

Nach dem Gespräch in der Kneipe, ich weiß nicht mehr worum es damals ging, sagte sie zu mir beim Überqueren der Straße: „Dein Problem ist, dass du ein weißer Mann bist.“

Ich darauf: „Weißt du, was du da eben gesagt hast? Du hast mich auf meine Hautfarbe reduziert, an der ich nichts ändern kann. Das ist der blanke Rassismus. Und du hast mich auf Grund meines Geschlechtes diskriminiert, das ist Sexismus in Reinkultur.

Ihre Antwort war: „Du kannst Dich ja umoperieren lassen, wenn es dir nicht passt.

An Weihnachten hatte ich ein ähnlich interessantes Gespräch mit meinem Neffen, dreißig Jahre alt und Physiker.

Nachdem ich ihm erzählt hatte, dass ich in einer Männergruppe sei, kam er postwendend auf die Sexismus-Debatte zu sprechen.

Seine Freundin würde wenn sie einmal durch die Großstadt mit dem Fahrrad fährt, mindestens drei Mal sexistisch angehupt.

„Könnte es nicht auch daran liegen, dass sie mit ihrem Fahrrad irgendwie den Verkehr behindert?“ wollte ich wissen. „Nein“, war seine Antwort, das Gehupe sei eindeutig sexistisch.

Ich gab ihm zu verstehen, dass ich schon einige Jahrzehnte als Mann auf dem Buckel habe, mein ganzes Leben aber so etwas oder etwas vergleichbares noch nie gemacht hätte. „Ich kenne auch keine Männer, die so was machen“, fügte ich an.

Mein Neffe zeigte sich davon unbeeindruckt. Er meinte, sich in die Pose der Oberlehrers werfend, dass eine Gruppe von alten Männern, die sich regelmäßig trifft, sich dringend Mal über diesen Sexismus unterhalten sollte.

Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich jemals einen Menschen so dreist, ein „gruppenbezogenes menschenfeindliches“ Vorurteil direkt in das Gesicht eines Betroffenen haben sagen hören.

Es war, wie wenn er gesagt hätte, wenn ihr euch als Neger untereinander trefft, dann solltet ihr dringend mal darüber sprechen, dass ihr faul seid und stinkt.

In meiner Phantasie landete meine Faust mitten in seinem Gesicht. Tatsächlich bin ich aufgestanden und habe gesagt, ich glaube ich muss noch Kaffee holen für die Gäste.

Einer meiner Bekannten, bekam eine neue Kollegin auf seiner Arbeitsstelle zugeteilt. Als sie zur Tür herein kam, sagte er zu ihr: „Hallo schöne Frau.“

Jetzt hat er ein Verfahren wegen sexueller Belästigung und die Gleichstellungsbeauftragte am Hals und bekommt sehr wahrscheinlich eine Abmahnung.

Wer ähnliche schockierende Erfahrungen im Zusammenhang mit der Sexismus-Debatte gemacht hat, möge sich bei mir melden:

#MeToo for men

 

 

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4 Gedanken zu „#MeToo for men

  1. Kardinal Novize Igor

    Schlimm, dass solche Menschen, wie diese Privatdozentin, in etwas völlig Belanglosem sich habilitieren können und dabei nicht einmal die Grundlagen ihres eigenen Faches verstehen….

    …..und der Physiker scheint zu beweisen, dass mathematische und emotionale Intelligenz nicht unbedingt das selbe sind…

    LG KNI

    Antwort
  2. Kardinal Novize Igor

    ….und nicht einmal ein Raum für Unklarheit bleibt über…aus „Gottes Kraft zeigt sich in der menschlichen Schwachheit“

    wird: „weil wir so stark sind, sind wir aufgeklärt“…..

    LG KNI

    Antwort
  3. hansarandt Autor

    Ich habe meine Meinung geändert, die METOO Debatte ist doch wichtig. Allerdings wurden bisher zu Unrecht ausschließlich weiße-, und da regelmäßig Geschichten erzählt wurden, die sich schon vor Jahrzehnten ereignet hatten, fast ausschließlich alte Männer an den Pranger gestellt. Dies geschah ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als sexuelle Übergriffe auf ebenfalls meist weiße Frauen, Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen und sogar Morde seit 2015 stark zugenommen haben. Mittlerweile wird Pfefferspray, sofern es nicht sowieso ausverkauft ist und ein #120db lauter Taschenalarm in jeder Drogerie neben Lippenstiften und Wimperntusche in der Beauty-Ecke für Frauen angeboten. Warum diese Artikel so reißenden Absatz finden? Darüber klärt das folgende Video auf:

    Dieses aufrüttelnde Video ist mittlerweile so weit verbreitet, wie der nette kleine Taschenalarm selbst.

    Antwort

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