Moderne Ohnmacht

Man wollte den Menschen „befreien“, man hat ihn lediglich in ein anderes Gefängnis verlegt.

Man hat die mit der Geburt und der gesellschaftlichen Stellung verbundenen Priviligien abgeschafft, man hat sie aber durch die Privilegien des Geldes ersetzt.

Man hat die identifizierbare, lokalisierbare und unter Umständen zu stürzende persönliche Macht abgelöst durch die abstrakte monetäre Macht, auf die niemand Einfluss ausüben kann.

Die Französische Revolution von 1789 hatte es bereits beispielhaft vorgeführt, als sie die alte Aristokratie absetzte, nur um die der bürgerlichen Gesellschaft eigentümliche ökonomische Hierarchie zu errichten – mit der Einführung des Zensuswahlrechtes (Wahlrecht nach Vermögensabschätzung) als Zugabe.

Von seinen Zugehörigkeiten abgeschnitten, die gleichzeitig schützende, sinnstiftende und Orientierung gebende Strukturen boten, ist der Einzelne gegenüber den Suggestionen der Medien und den sozialen Konditionierungen noch nie so allein, so verwundbar, so ohnmächtig gewesen wie heute.

Alain de Benoist

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Ein Gedanke zu „Moderne Ohnmacht

  1. Kardinal Novize Igor

    Interessant, ich denke in letzter Zeit auch oft an die franz Revolution. Der Irrwitz des „Tugendterrors“ (Toleranzterror?)

    In der österreichischen Medienlandschaft gibt es einen, der Robespierre nicht unähnlich ist – witzigerweise sogar eine namentliche Ähnlichkeit: Robert Misik. Viel Vergnügen!

    LG KNI

    Antwort

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