Widersprüche XII

Noch nie gab es so viel Kapitalismus wie heute und noch nie wurde er öffentlich rechtlich so hofiert.

Warum also feiert das ZDF-heute journal ausgerechnet jetzt so begeistert den zweihundertsten Geburtstag von Karl Marx und präsentiert ihn als einen der bedeutendsten Propheten der Menschheit, verkörpert von keinem geringerem als Mario Adorf?

Man fragt sich allen Ernstes, wie es jemals so etwas wie den Kalten Krieg geben konnte.

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3 Gedanken zu „Widersprüche XII

  1. Kardinal Novize Igor

    Habe anlässlich des Feiertags auch so meine Gedanken gehabt.

    Was haben nämlich Kapitalismus und Sozialismus gemeinsam? Dass es materialistische Weltanschauungen sind.

    Beide Weltanschauungen bauen nur auf Menschen, nur auf die Welt, sehen das höchste Heil in irgendeiner Wirtschaftsordnung; die Quelle des Rechts wird im Menschen verortet, der aber seinerseits zum Wirtschafts- oder ein Staatsfaktor (je nachdem) degradiert ist.

    Sozialismus und Kapitalismus haben nur eine Frage: die nach dem Geld. Der Unterschied zwischen beidem liegt nur in der Antwort: Wie das Geld verteilt werden soll.

    Alles andere wie der „Leistungsgedanke“, der „Verantwortungsgedanke“, das „Gendern“, der „Internationalismus“, wird diesen beiden Götzenkulten, je nach Bedarf, als sekundäres Glaubensmerkmal aufgepfropft.

    Der Kapitalismus hat freilich einen Vorteil: Das Spiel mit der Gier. Das wird seine Lebensdauer ein wenig, vielleicht ein paar Jahrzehnte, verlängern.

    Der Verrottungsgeruch schlägt jedenfalls da wie dort durch….

    LG KNI

    Antwort
  2. hansarandt Autor

    Man kann eine Religion durch nichts ersetzen, außer durch eine andere Religion (Norbert Bolz). In den beiden oben genannten Fällen handelt es sich außerdem um falsche Religionen. Gestern traf ich eine Frau, die meinte in andachtsvollem Tonfall, Jesus sei der erste Kommunist gewesen. Ich konnte ihr da nicht beipflichten. Nichts ist weiter voneinander entfernt als das Evangelium vom Kommunistischen Manifest.

    Antwort
  3. Kardinal Novize Igor

    Der Unterschied zwischen Jesus und Kommunismus:
    Der Kommunismus will, dass alle gleich reich sind. Weil für ihn Geld da wichtigste ist.
    Jesus will, dass alle gleich arm sind. Weil Jesus weiß, dass das Geld den Blick auf das wirklich Wichtige verstellt.

    Der Kommunismus beneidet die Reichen, Jesus bedauert sie.

    Einen größeren Unterschied kann man sich gar nicht vorstellen.
    (Frei nach Egon Friedell)

    LG KNI

    Antwort

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