Mythen der ´68er Revolte

Habermas höchst persönlich hat darauf hingewiesen, dass ein guter Teil der Aktivisten von ´68 eben nicht aus faschistoiden, sondern aus liberalen Elternhäusern stammte, in denen man eine moderne, von der Mutter bestimmte Erziehung praktizierte, eher zu milde als zu streng.

Die Vorstellung jedenfalls, dass die antiautoritäre Revolte im Allgemeinen wie im Besonderen aus einer akuten Auflehnung gegen übermächtige Autoritäten entstanden sei – rabiate Studienräte oder Pfarrherren, befehlsgewohnte Offiziere oder Polizisten, Fabrikherren oder prügelnde Familienoberhäupter -, entpuppt sich als Mythos.

Aber sie erlaubte die Schaffung eines Selbst- und eines Feindbildes, das wie kein anderes geeignet war, die Bewegung zusammenzuhalten: Man holte nach, was die Alten versäumt hatten, indem man jetzt gegen den Faschismus Widerstand leistete, der sein Haupt erhoben habe oder doch demnächst erheben werde.

 

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