Paradox

„Verliehe der Gleichheitsglaube kein Überlegenheitsgefühl, verlöre er viel von seinem Reiz.“

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5 Gedanken zu „Paradox

  1. Kardinal Novize Igor

    Möglicherweise hat der Gleichheitsglaube etwas mit der inneren -unbewusst erhofften- Grundhaltung der Gleichgültigkeit zu tun.

    Mit dem Distanzierten, dem Zynischen, dem „Lässigen“?

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Ich glaube es ist viel schlimmer. Es erinnert fatal an die blaue Einheitskluft der Roten Massenmörder in China ub ja auch an die braunen Hemden aus der ganz dunklen Zeit. Die Natur weiß es besser. Nichts ist gleich, jeder Mensch jede Blume jedes Tier jeder Stein ist verschieden, und das ist gut so!

      Antwort
  2. Kardinal Novize Igor

    Ja, das Problem ist, dass Gelassenheit mit Ignoranz verwechselt wird.

    Ignoranz „verlangt“ Gleichförmigkeit, sie WILL nivellieren, während Gelassenheit keinen Druck ausübt: erst durch sie kann Rücksicht genommen werden — während Ignoranz ja prinzipiell rücksichtslos ist.

    Darum entsteht aus der Gelassenheit erst Buntheit und Vielförmigkeit, und darum sind die scheinbar Liberalen die spießigsten schlechthin: Denn diese sehen die höchste Form der Gelassenheit darin, die Gelassenheit zu institutionalisieren, sie militant herein zu brüllen.

    Die Nuancen, die der tatsächlich Gelassene wahrnimmt und deren Existenz er anerkennt, sich aber die Freiheit ausbedingt, sich mit jenen zu identifizieren oder eben, weil er alles „lassen“ kann, auch nicht zu identifizieren, werden von den Ignoranten niedergewalzt, bis endlich alles „gleich“ ist.

    Danke nochmals für die großartige Anregung!

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Gelassen kann nur sein, der eine stabile Identität hat, sonst wird er zu Getriebenen oder verliert sich an das Man und würde uneigentlich, wie Heidegger sagen würde.
      Nur wer eine Identität hat, kann sie auch verändern. Wer in sich selbst keinen Bezugspunkt hat, kann sich nur auf andere und anderes beziehen, auf Trends, auf Moden, auf politische Ideologieen, auf Vorreiter, Gurus und andere (Revolutions-)Führer.

      Antwort
    2. hansarandt Autor

      »Je mürber die eigne Identität, desto dringender das Verlangen nach Eindeutigkeit. Je serviler die Abhängigkeit von der Mode, desto lauter der Ruf nach grundsätzlichen Überzeugungen. Je frenetischer die Spesenjägerei, desto heroischer das Ringen um Integrität. Je schicker das Ambiente, desto inniger der Hang zum ›Subversiven‹. Je größer die Bestechlichkeit, desto ärger die Angst davor, ›integriert‹ zu werden. Je weicher der Brei, desto fester die Prinzipien, und je hilfloser das Gezappel, desto inständiger die Liebe zur Konsequenz.«

      Antwort

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