Virtue Signalling

Eine ältere Frau stürzt und verletzt sich den Knöchel, bräuchte nun Hilfe beim Aufstehen. Schnell sammeln sich Menschen aus der Umgebung und erkennen die Situation. Nun kommt die komplette Bandbreite des Virtue Signalling zum Einsatz:

Erste Passanten beginnen lautstark zu verkünden, dass jemand der Frau helfen müsse. Andere äußern Mitgefühl und betonen, dass sie den Schmerz gut nachfühlen können, da sie besonders empathisch seien.

Weitere fordern, die Stadt müsse Gelder zur Verfügung stellen, um die Gehwege besser instand zu halten, und bezahlte Helfer sollten in der Stadt präsent sein, um in Not geratenen Menschen zu helfen.

Mit wenigen Klicks sind Onlinepetitionen gestartet und das Twitterhashtag #gegenschmerz gerät in Umlauf. Die Frau wartet unterdessen weiterhin auf Hilfe.

Während die wichtige Unterscheidung zwischen Zeichensetzen und Handeln in dem fiktiven Szenario unmittelbar klar wird, gerät diese beim Virtue Signalling im Rahmen der PC-Ideologie oft in den Hintergrund.

Viele Menschen engagieren sich auf der Ebene des Virtue Signalling, motivieren andere, sich ebenfalls auf dieser Ebene zu engagieren, bekräftigen sich gegenseitig und setzen das Ritual fort – und jemand anderes wartet unterdessen weiterhin auf Hilfe.

Au dem Buch:

Es war doch gut gemeint: Wie Political Correctness unsere freiheitliche Gesellschaft zerstört“ von Daniel Ullrich, Sarah Diefenbach

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