Die neue Berechenbarkeit

Die Welt, so wie sie im Fernsehen und in der Mainstreampresse dargestellt wird und „in der wir gut und gerne Leben“, ist immer berechenbarer geworden.

Wenn ich in einem Jahr, sagen wir am 11.9.2019 den Fernseher anschalten oder eine der üblichen Zeitungen aufschlagen würde, sähen die neusten Nachrichten ungefähr so aus:

Donald Trump hat sich mal wieder skandalös danebenbenommen und steht jetzt in Folge dessen unter massivem Druck.

Vladimir Putin bedroht unverschämter Weise, die gesamte westliche Wertegemeinschaft nicht mehr nur an der ehemals innerdeutschen Grenze, wie das seine Vorgänger immer wieder getan haben, sondern infamer Weise neuerdings sogar vor seiner eigenen Haustür im Baltikum. Die Menschen in Riga fühlen sich massiv bedroht.

Das gute oder schlechte Wetter von Gestern ist ein neuer Beweis dafür, dass schon Morgen die Klimakatastrophe mit sieben Meilenstiefeln auf uns zukommt.

Im Iran wird neuerdings wieder an einer Atombombe gebastelt, mit der die dortige Regierung schon morgen die ganze Welt bedrohen kann. Diese Meldung wird seit über dreißig Jahren regelmäßig wiederholt.

Und in der Titelstory wird es darum gehen, dass die Sachsen immer noch dümmer und noch dreister geworden sind. An irgendeinem See in der Hauptstadt Berlin wird auf einer historischen Konferenz darüber diskutiert, wie man die sogenannte Sachsenfrage nun endlich einer nachhaltigen Lösung zuführen kann.

Weil dass so absehbar und berechenbar geworden ist, was im Fernsehen und in der Zeitung unisono berichtet wird, habe ich vor Jahren beschlossen auf diese Art von „Informationen“ vollständig zu verzichten.

Da ebenso absehbar ist, dass immer mehr Menschen sich in ähnlicher Weise entscheiden, entschieden haben und entscheiden werden, hat man wenigstens die Fernsehgebühren in eine Zwangsabgabe umgewandelt.

Die Printmedien, die es noch gibt, finanzieren sich sowieso je länger je mehr durch die Konzerne, die Anzeigen schalten und ihre Journalisten auf andere Art und Weise gerne verwöhnen.

Auch das ist berechenbar. Aber diese neue Berechenbarkeit ist gar nicht so neu.

Die dummdreisten Sachen haben die Sache schon vor Jahren auf einen Begriff gebracht, den ich hier nicht erwähnen will, der aber mit dem Wort Lüge beginnt und mit dem Wort Presse aufhört. Da sie die „neue Berechenbarkeit“ schon aus dem „Neuen Deutschland“ kannten, ist ihnen das nicht besonders schwer gefallen.

In der Zeit vor der Befreiung war die Sache selbst auch gut bekannt. Man nannte das damals „Gleichschaltung“.

Eine Tatsache ist, dass die Lügen auch diesmal kurze Beine haben.

Das eine System ist bereits nach zwölf Jahren 1945 zusammengebrochen und das andere hat auch kein Jahrhundert, sondern nur von 1918 bis 1989 gehalten.

Auch das ist berechenbar.

 

 

 

 

 

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