Das kann man nicht vergleichen

Fritzchen: Georg

Georg: Ja; Fritzchen

Fritzchen: Können wir noch mal über die Zuwanderung reden?

Georg: Du nervst, das hatten wir doch erst neulich.

Fritzchen: Erinnerst du dich noch an die Geschichte mit der Facebookparty?

Georg: So ungefähr.

Fritzchen: Dann erzähle ich sie eben noch mal.

Georg: Aber mache es bitte kurz.

Fritzchen:  Es soll ja Menschen geben, die allen Ernstes der Meinung sind, man sollte seine Haustüren tagsüber immer offenhalten und sie auch nachts nicht schließen oder gar abschließen.

Weiterhin sollten weltweit alle Menschen, die kommen wollen, auch willkommen geheißen werden, egal wer es ist, egal wie viele es sind und egal wie lange sie bleiben wollen.

Der Eigentümer des Hauses ist dazu verpflichtet, für ausreichend Verpflegung, kühle Getränke und genügend Schlafplätze zu sorgen, auf eigene Kosten versteht sich.

Außerdem sollte der Hauseigentümer auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken öffentlich und weltweit auf seine Party aufmerksam machen und alle Interessenten bitten, die Einladung mit ihren Freunden zu teilen.

Wie bekannt, werden solche Partys von naiven Jugendlichen veranstaltet, deren Eltern gerade im Urlaub sind aber trotzdem vollumfänglich für ihre Sprösslinge haften müssen.

In der Regel wird nach einer Weile von beunruhigten Nachbarn die Polizei gerufen oder die Jugendlichen alarmieren selbst die Ordnungskräfte, nachdem sie begriffen haben, dass ihnen das alles über den Kopf gewachsen ist.

Nicht selten muss die Polizei dann mit ganzen Hundertschaften ausrücken, um die Lage überhaupt noch in den Griff zu bekommen.

Georg: Aber Fritzchen, das kann man doch nicht vergleichen!

Fritzchen: Warum nicht?

Georg: ich habe gestern eine Sendung mit Markus Lanz gesehen, da hat einer der Zuschauer genau dasselbe Argument gebracht.

Fritzchen: Und was hat Markus Lanz dazu gesagt?

Georg: Er hat gesagt, dass dieses Argument dumm und dreist sei und schlimmer noch, wer so was sagt, sei böse und gefährlich.

Fritzchen: Georg, du bist jetzt zweiundvierzig Jahre und hast Philosophie studiert. Du willst doch nicht im Ernst behaupten, nur weil es ein Meinungsführer in einem Volks-Fernseh-Empfänger gesagt hat, darf man solche Fragen nicht stellen?

Georg: Das nervt, können wir nicht über was anderes reden?

Fritzchen: Komm Georg, warum kann man das nicht vergleichen, dir wird doch wenigstens ein eigenes Argument einfallen.

Georg: Ich muss nachdenken, im Augenblick fällt mir nichts ein.

Fritzchen: Vielleicht können uns ja die Leser weiterhelfen.

Warum kann man das nicht vergleichen?

 

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5 Gedanken zu „Das kann man nicht vergleichen

    1. hansarandt Autor

      Danke, schön wäre es, wenn ein Besserwisser mal wenigstens ein Argument einstellen würde, aber die schaffen es wahrscheinlich nicht bis zu meinem Blog. Fällt dir vielleicht ein theoretisches Gegenargument ein, das ein politisch korrekter Besserwisser in einer Fernsehshow vorbringen könnte? Wenn es schon keine echten Dialoge mehr gibt, dann könnten wir wenigstens einen fiktiven führen.

      Antwort
  1. Kardinal Novize Igor

    Na gut, ich probiers! (Personen A und B)

    A: „Weil ein Staat keine Wohnung ist. Da kann ja jeder rein und raus. Und auch Leute, die ich nicht kenne.“

    B: „Stimmt, ich kenne nicht jeden, der da rein und raus geht. Meine Wohnung ist kein Durchhaus, der Staat schon. Wäre es aber gerade deshalb nicht noch wichtiger, zu kontrollieren, wer und wie viele gerade kommen?“

    A: „Als ob man überhaupt irgend jemanden kennen würde! Wir sind alle Inddividualisten, niemand kennt niemanden!“

    B: „Und trotzdem kann man sagen, und zwar mit Sicherheit prognostizieren, dass gewisse Gruppen Probleme bereiten werden, weshalb zwar alle Zeit überlegt werden soll, wie gewissen Gruppen geholfen werden kann, ohne sie derethalben ins Land zu lassen .“

    A (gereizt): „Alle Gruppen können sich mit allen Gruppen durchmischen, und NIE wird ein Konflikt entstehen.“

    B: „Bist du dir da sicher? Stell dir folgendes, wenn auch erfundenes Beispiel vor: In einem Land, in dem lauter Punks wohnen, wollen nunmehr eine Million Skinheads fliehen, weil diese in ihrem Land von Hooligans verfolgt werden.“

    A: „Die armen Punks! Die sind ja wehrlos! Die Skinheads werden sie, wenn sie einmal genug sind, zusammenschlagen!“

    B: „Siehst du?“

    A: „ich sehe gar nichts! NICHTS! Wofür soll das ein Beweis sein? Faschismus ist ein Verbrechen, Flüchtling sein, nicht!“

    B: „Aber vor Faschisten darf man sich schon schützen, oder?“

    A: „Vor Faschisten MUSS man sich schützen! Mit Stacheldraht, Grenzzäunen, mit Panzern und Raketen!“

    B: „Und darf man sich vor faschistischen Flüchtlingen schützen?“

    A: „Wie? Was? Du verwirrst mich! Du willst mich zwingen, etwas böses zu denken, nur weil es richtig ist! Du willst mich zum Denken bringen, damit ich Böses denke und nicht mehr zu den Guten gehöre, du antiheteronormativer, Anti-Aufgeklärter —“

    B: „Habe keine Angst, Denken macht dich nicht böse. Nur dein falscher Stolz, deine Gutböse-Front, nicht aber das Gute selbst wird dadurch aufgehoben. Trau dich nur!“

    A, trotzig: „Es gibt keine faschistischen Flüchtlinge!!“

    B: „Und die ganzen gehirn- und gewissensamputierten Radikalen von IS bis al-irgendwas?“

    A, noch trotziger: „Das sind nur ganz wenige, Einzelfälle, nicht der Rede wert.“

    B: „jaja, genauso wie bei uns nach dem Krieg auf einmal niemand jemals Nazi war….“

    A: „Siehst du!“

    B: „Und genau diese Ignoranz ist dein Problem!“

    LG KNI

    Antwort
  2. hansarandt Autor

    A: „Weil ein Staat keine Wohnung ist. Da kann ja jeder rein und raus. Und auch Leute, die ich nicht kenne.“
    H: Komisch, als ein Freund von mir in die USA einreisen wollte, musste er stundenlang vor der Botschaft anstehen und vorher hundertfünfzig peinliche Fragen beantworten, zum Beispiel, ob er Kindersoldaten beschäftigt. Wenn dem Beamten dort seine Nase nicht gefällt, bekommt er kein Visum und natürlich keine Einreise. Ist die USA kein Staat?
    Ein anderer Freund, wurde in Belgrad am Flughafen wieder zurück geschickt, weil sein Pass als gestohlen gemeldet war. Sie hätten ihn sicher auch nicht reingelassen, wenn er seinen Pass „verloren“ hätte.
    Wozu beschäftigen wir einen „Bundesgrenzschutz“, wenn es keine Grenze mehr gibt?
    Weiches Land sollte die Bundeswehr schützen, wenn nicht unser eigenes.
    A: Am besten wäre, es gäbe überhaupt keine Armee.
    H: Jedes Land hat eine Armee, entweder eine fremde oder die eigene.

    Antwort
  3. Kardinal Novize Igor

    oder so:

    A, noch trotziger: „Das sind nur ganz wenige, Einzelfälle, nicht der Rede wert.“

    B: „jaja, genauso wie bei uns nach dem Krieg auf einmal niemand jemals Nazi war….“

    A: „Wie kannst du das sagen?!“

    B: „Es fällt auf, dass die Argumentationsmuster die selben sind. Nicht nur die Radikalität ist die gleiche, sondern auch die Art, wie sie verharmlost wird.“

    A: „Willst du damit sagen, dass ICH der Nazi bin? Ausgerechnet ICH?“

    B: „Nein, ich will damit sagen, dass du damals der typische Mitläufer gewesen wärest. Nach dem Motto: ist doch alles nicht so schlimm…“

    A: „Aber es ist doch auch nicht so schlimm! Die paar Radikalen!“

    B: „Du meinst die 30% belgischen jugendlichen Moslems, die die Anschläge auf Charlie Hebdo gut gefunden haben? 30% sind nicht viel?!“

    A: „Aber das kann man doch nicht mit dem Nationalsozialismus vergleichen!!“

    B: „Warum nicht?“

    A: „Der Nationalsozialismus ist unvergleichlich.“

    B: „Hmmm, wenn man den Kontext außer acht lässt, könnte man meinen, dieser Satz sei von Himmler.“

    forts, folgt,

    LG KNI

    Antwort

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