Ein amerikanischer Alptraum

Selten hat mich ein Buch so fasziniert wie dieses:

Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?:

Zusammengetragen & kommentiert von Thomas Röper

Dieses Buch enthält Reden und Redebeiträge in öffenetlichen Konferenzen und Interviews, die Vladimir Putin gegeben hat.

Hierzulande entschuldigt man sich vorher, wenn man es wagt, auch nur irgendetwas Positives über diesen Mann zu sagen.

Leicht verfällt man dem Verdikt, man sei ein „Putin-Versteher“ so als ob es ein Verbrechen wäre, einen anderen Menschen auch nur verstehen zu wollen.

Wenn irgendetwas in den russisch-westlichen Beziehungen „skripal“ vergiftet sein sollte, wie immer wieder behauptet wird, dann ist es mit Sicherheit die Darstellung dieses Politikers in den westlichen Medien.

In sogenannten Demokratien ist es angeblich üblich, dass Angeklagte, bevor man sie verurteilt, zunächst einmal angehört werden müssen.

Bei Vladimir Putin habe ich den Eindruck, dass er schon verurteilt wurde, bevor der Prozess überhaupt angefangen hat. Das kommt leider in den vermeintlich besten Demokratien der Welt stets und ständig vor.

Thomas Röper ist ein Deutscher, der seit über zwanzig Jahren in Russland lebt, meist in Petersburg, die russische Sprache fließend spricht und die politische Landschaft seit Jahrzehnten aufmerksam verfolgt.

Er hat bereits früher ein Buch zu diesem Thema geschrieben, das über 1000 Seiten umfasst, für das sich aber kein Verleger fand.

Das jetzige Buch ist bereits Nummer 1 auf der Bestsellerliste der Bücher im Bereich russische Geschichte auf Amazon.

Ich war fasziniert von den Kommentaren Putins zur Politik und Zeitgeschichte. Hier spricht ein Mann, der wirklich noch souverän ist, wie es kaum noch führende Politiker auf der Weltbühne gibt.

Die gesamte sogenannte „Freie Welt“ befindet sich im Vasallenstatus der einzigen verbliebenen Weltmacht USA.

Nahezu alle Länder dieser Erde müssen bei Fehlverhalten mit einer Intervention der amerikanischen Industrie, des amerikanischen Finanzkapitals, der amerikanischen NGO´s und im Ernstfall auch der amerikanischen Streitkräfte rechnen.

Es gibt nur wenige Länder auf der Welt, die stark und groß genug sind, um ihre eigene Politik im Interesse ihrer eigenen Bürger zu gestalten.

Zu diesen Ländern zählt China, Indien, Russland und ganz wenige andere Staaten.

Europäische Politiker*_innen, mit Ausnahme Putins, machen aus ihrer Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten keinen Hehl, sondern sind auch noch stolz darauf. In aller Regel sondern sie nur Sprechblasen ab, um sicherzugehen, dass sie nichts falsch machen.

Ich habe den Verdacht, dass auch die amerikanischen Präsidenten nicht souverän sind, sondern sich den Interessengruppen beugen müssen, die ihren Wahlkampf finanziert haben.

Donald Trump ist der erste Präsident, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob das auf ihn auch zutrifft. Er scheint, ähnlich wie Putin nach der großen Krise der neunziger Jahre, das Heft des politischen Handelns wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ich kann mich aber auch irren.

Es ist eine Wonne einem Politiker zuzuhören, der sich mit offenem Visier den manchmal unverschämten Fragen der westlichen Journalisten stellt und sie dabei ziemlich alt aussehen lässt. Bei öffentlichen Podiumsdiskussionen hat er nicht selten die Lacher auf seiner Seite.

Die Journalist*_innen danken es ihm, indem sie seine Kommentare entweder verdrehen, verzerren oder, wenn das nicht geht, dann lieber verschweigen.

Wer Vorurteile über Putin hat, und das sind so ziemlich alle, sollte sich dadurch nicht daran hindern lassen, in dieses Buch einmal reinzulesen.

Ich werde in den folgenden Beiträgen einige Putin-Zitate aus diesem Werk in meinem Blog stellen.

Bemerkenswert ist, dass er, wenn er von den Staaten der westlichen Welt spricht, immer von seinen Partnern redet, mit denen er zusammenarbeiten will.

Besonders freundlich geht er dabei mit seinen europäischen Nachbarn um, mit denen er gerne einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von „Lissabon bis Wladiwostok“ aufmachen will, ein amerikanischer Alptraum. Die Idee stammt übrigens von Helmut Kohl.

Er hatte ein freundschaftliches Verhältnis mit Präsident Bush. Die beiden trafen sich achtzehn Mal, auch privat, Helmut Kohl und vor allem mit Gerhard, mit dem er schon mal in die Sauna geht und den er natürlich auch zu seinem Geburtstag eingeladen hat, genauso wie umgekehrt. Gemeint ist Gerhard Schröder.

 

 

 

 

 

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