Die Klimakirche

Georg: Wir haben uns doch schon oft über die Umweltverschmutzung unterhalten.

Fritzchen: Ja, das haben wir.

Georg: Und dann haben wir darüber gesprochen, welche Folgen das für das Weltklima hat.

Fritzchen: Ja, das auch.

Georg: Und dann haben wir darüber gesprochen, dass endlich wenigstens die Kinder dagegen aufgestanden sind und nun an fast jedem Freitag während Schulzeit dagegen demonstrieren.

Fritzchen: Du meinst diese Sache mit der Heiligen Greta und den Zöpfen?

Georg: Wieso sagst du heilig?

Fritzchen: Weil sie eine Heilige ist.

Georg: Heilige gibt es doch nur in der Kirche.

Fritzchen: Genau!

Georg: Genau?

Fritzchen: Weil die Umweltbewegung eine Kirche geworden ist.

Georg: Eine Kirche geworden?

Fritzchen: Ja, die Klimakirche.

Georg: Wieso soll denn jetzt die Ökologiebewegung eine Kirche sein? Nur weil diese Greta jetzt mit Jesus Christus verglichen wird und den Märtyrern?

Fritzchen: Nein, nicht nur deshalb.

Georg: Warum dann?

Fritzchen: Weil das Ganze eine Kirche ist.

Georg: Was ist denn daran kirchlich?

Fritzchen: Die Angst.

Georg: Die Angst?

Fritzchen: Ja alle Kirchenmitglieder haben Angst, dass die Welt untergeht.

Georg: Und wenn sie wirklich untergeht?

Fritzchen: Deshalb haben sie ja Angst, weil sie glauben, dass die Welt wirklich untergeht, schon in zwölf Jahren.

Georg: Ist das nicht irrational?

Fritzchen: Natürlich, deswegen ist es ja ein Glaube.

Georg: Meinst du?

Fritzchen: Ja ein Glaube, der auf Angst beruht.

Georg: Hat denn Angst jetzt was mit Kirche zu tun?

Fritzchen: Sicher, das steht in jedem Glaubensbekenntnis.

Georg: Wieso? was soll da stehen?

Fritzchen: Er sitzt zur Rechten Gottes…, und wie geht es weiter?

Georg: Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Fritzchen: Genau.

Georg: und was hat das jetzt mit Angst zu tun.

Fritzchen: Es geht um die Angst, dass die Welt untergeht und ein großes Strafgericht Gottes kommt.

Georg: Und davor haben die Leute Angst?

Fritzchen: Ja, die ersten Christen haben geglaubt, dass die Welt in wenigen Jahren untergeht und Luther hat das viel später auch geglaubt, Jehovas Zeugen, die Neuapostolische Kirche und viele andere christliche Gruppierungen glauben das noch heute.

Georg: End was hat das jetzt mit der Umwelt zu tun?

Fritzchen: Auch die Klimakirche lebt von der Angst des nahen Weltuntergangs, das hat sie mit dem Glauben der Zeugen Jehovas gemeinsam.

Georg: Ich weiß ja nicht.

Fritzchen: Es ist ja nicht nur die Angst, die die Klimakirche zu einer Kirche macht.

Georg: Sondern?

Fritzchen: Die Schuld.

Georg: Die Schuld?

Fritzchen: Du kennst doch die Geschichte mit dem Ablass.

Georg: Du meinst diese Sache, über die Luther sich so aufgeregt hat?

Fritzchen: Genau die.

Georg: Und?

Fritzchen: Da geht es um die Schuld.

Georg: Welche Schuld.

Fritzchen: Um die eigene Schuld.

Georg: Was kann das sein?

Fritzchen: Wenn man zum Beispiel gelogen hat oder Ehebruch begangen hat oder jemandem etwas gestohlen hat.

Georg: Wenn man also die zehn Gebote übertreten hat?

Fritzchen: Es geht aber auch um die Schuld der bereits verstorbenen Angehörigen.

Georg: Wen kümmert das noch, wenn sie doch schon tot sind?

Fritzchen: Du vergisst die Sache mit dem Endgericht.

Georg: Dem Endgericht?

Fritzchen: Auch die Toten müssen für ihre Schuld im Fegefeuer büßen.

Georg: Fegefeuer?

Fritzchen: Durch das Fegefeuer müssen sie alle durch, bevor sie in den Himmel oder in die Hölle kommen.

Georg: Und wer sagt das?

Fritzchen: Die Kirche?

Georg: Und was hat das mit der „Klimakirche“ zu tun, von der du immer sprichst?

Fritzchen: Da ist es genauso.

Georg: Verstehe ich nicht?

Fritzchen: Da geht es auch ständig um die Schuld, die Menschen auf sich laden, weil sie sich an der Umwelt versündigt haben.

Georg: Aber das hat doch nichts mit dem Fegefeuer zu tun.

Fritzchen: Doch hat es.

Georg: Wieso

Fritzchen: Es kommt natürlich nicht nur auf  die eigenen Sünden an. Der Heiligen Greta geht es vor allem um die Sünden unserer Eltern und Großeltern, das ist wie beim Fegefeuer.

Georg: Die Eltern von Greta leben doch noch.

Fritzchen: Die schon aber es geht auch um die Sünden der Verstorbenen. Es geht um alle Generationen vor uns, die seit der Industriellen Revolution ab 1850 unsere Umwelt verschmutzt haben.

Georg: Und die sind jetzt alle im Fegefeuer?

Fritzchen: Sozusagen.

Georg: Und wie können wir die jetzt im Nachhinein noch aus dieser Hölle befreien?

Fritzchen: Ganz einfach.

Georg: Ganz einfach?

Fritzchen: Indem wir zahlen.

Georg: Greta verkauft doch keine Ablassbriefe.

Fritzchen: Der Papst hat sie ja auch nicht verkauft.

Georg: Hat er nicht?

Fritzchen: Dafür hatte er seinen Tetzel.

Georg: Du meinst diesen Ablassprediger?

Fritzchen: Die Klimakirche hat dafür ihre Heilige Greta.

Georg: Und wer macht das Geschäft?

Fritzchen: Der Staat und seine reichen Freunde.

Georg: Und wie macht das der Staat?

Fritzchen: Durch Umwelt- und CO2-Steuern

Georg: Und die reichen Freunde?

Fritzchen: Durch erhöhte Strompreise und den Verkauf von Umweltverschmutzungsrechten zum Beispiel.

Georg: Und das, meinst du, ist Ablasshandel.

Fritzchen: Es ist ein Geschäft mit der Schuld und mit der Angst.

Georg: Und deshalb ist die Klimakirche eine Kirche?

Fritzchen: Nicht nur deshalb.

Georg: Sondern?

Fritzchen: Da ist noch die Sache mit der Inquisition.

Georg: Der Inquisition?

Fritzchen: Ja, alle, die nicht an diese Schuld glauben und keine Angst haben, werden von der Klimakirche verfolgt.

Georg: Wie verfolgt?

Fritzchen: Indem man sie zu Ketzern erklärt, denen man nicht glauben darf und deren Bücher man nichtlesen soll.

3 Gedanken zu „Die Klimakirche

  1. Kardinal Novize Igor

    Gefällt mir sehr gut! Das massenpsychologische Element der „Klimakirche“ hast du super eingefangen! Ja, überall suchen die Menschen den Religionsersatz. Ich arbeite gerade an einem sehr großen Blog-Beitrag darüber.

    Ich möchte aber einen Unterschied zur Klima-Kirche angeben: Selbige kennt keine Vergebung! Katholiken und Protestanten schon…und darin, in die Vergebung, sollte die Angst münden!

    LG KNI

    Antwort
  2. Kardinal Novize Igor

    Vielleicht sollte uns der „Ablasshandel“ sogar optimistisch stimmen: Denn wir wissen, dass nach diesem die Reformation kam – also eine religiöse Erneuerung!

    LG KNI

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s