White Supremacy

Es gibt sie tatsächlich, diese „White Supremacy“, die von unseren Genderphilosoph_*innen und postkommunistischen Feminist_*innen immer wieder gepredigt wird.

Es handelt sich um eine Krankheit, eine quasi angeborene Überheblichkeit, die in unserer westlichen Kultur schon lange verbreitet ist.

Diese Krankheit äußerte sich schon in der urchristlichen Überzeugung, der ganze Erdkreis müsste die Werte und das Weltbild der katholischen Kirche übernehmen.

Die orthodoxen Kirchen und der Protestantismus waren bescheidener. Sie gaben sich damit zufrieden, dass der Glaube für ein Fürstentum oder eine Nation verbindlich war.

Der Katholizismus hingegen hat schon immer universalistische Ansprüche vertreten: Eine Kirche für alle, „una sancta catholica“.

Diese Formel geht letztlich auf den sogenannten Taufbefehl in Matthäus 28 zurück: Verkündet das Evangelium auf der ganzen Erde und tauft sie alle auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Dieser Universalismus spiegelt sich im Kommunistischen Manifest, das sich an die Proletarier aller Länder richtet und damit ebenfalls globale Geltung beansprucht.

Hat noch der Papst für sich in in Anspruch genommen, den Willen Gottes auf Erden zu vertreten, so behauptet der Marxismus analog dazu, Diener des Klassenkampfes zu sein, der den Lauf der Geschichte bestimmt und unausweichlich ist.

Beiden Weltanschauungen, der christlichen und der marxistischen ist ein Hang zur Überheblichkeit inhärent.

Ich bin in dem festen Glauben aufgewachsen, alle Menschen müssten Christen werden und nur Jesus allein könne selig machen. Diese Auffassung ist im Neuen Testament gut begründet.

Noch eine andere Bewegung hat sich diese Sichtweise der Dinge zu eigen gemacht. Eine Zeit lang gefiel man sich in dem Glauben, am deutschen Wesen könne die Welt genesen.

Auch diese Fehlentwicklung der „White Supremacy“ findet seine Fortsetzung im einundzwanzigsten Jahrhundert.

Der bekannte Journalist Henryk M. Broder berichtet von einer Einladung zum Abendessen bei einem Vorstandsmitglied der CDU.

Dort stellt er seiner Gesprächspartnerin die Frage, warum in der Bundesrepublik so viel mehr Schutzsuchende aufgenommen wurden als in den anderen europäischen Ländern.

Die Antwort, die er darauf bekam, überraschte ihn sehr. Seine Gesprächspartnerin sagte; „Weil wir eine höhere Moral haben als unsere Nachbarn.“

Broder brach darauf das Treffen ab mit der Begründung, sie hätte auch gesagt haben können, am deutschen Wesen werde wieder einmal die Welt genesen.

Und hier sind wir bei dem Kern des Problems: Der Moral oder der höheren Moral.

Es gibt kaum noch ein gesellschaftlich relevantes Problem, das nicht emotional aufgeladen- und unter dem Gesichtspunkt der Moral verhandelt wird.

Wer die vermeintlich höhere Moral für sich in Anspruch nimmt, verweigert sich dem Diskurs der Vernunft, der allein auf Augenhöhe geführt werden kann. In der Politik sollte es um Interessenausgleich gehen, das ist Diplomatie.

Wer aber vorgibt, keine Interessen zu haben und stattdessen als Anwalt einer angeblich besseren und gerechteren Welt auftritt, verfällt der alten Krankheit der „White Supremacy“.

Das gilt auch und in besonderem Maße für die Gendertheolog_*innen und Feminist_*innen. Auch sie sind in ihrer großen Mehrheit weiß und überheblich. Auch sie treten als Anwältinnen einer vermeintlich guten Sache auf und wähnen sich im Besitz einer höheren Moral.

Sie kämpfen nicht für die „Gleichberechtigung“, wie sie gerne vorgeben, sondern für den Tod der Familie und für die Herrschaft der Genderideologie, die ihnen ein gutes Auskommen sichert. Sie folgen dem alten Slogan aus der Zeit nach 1968: „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“

Was aus dieser Zerstörung unserer Kultur folgt, ist genauso wenig das „Reich der Freiheit“, wie es die Sowjetunion für den Marxismus gewesen ist, sondern was daraus wird, hat niemand so eindrücklich beschrieben wie George Orwell in seinem Buch: Die Farm der Tiere. Am Ende einer jeden Revolution sind es immer die Schweine, die sich durchsetzen.

So gesehen gibt es vielleicht doch einen Weltgeist, der sich in der Geschichte manifestiert, wie Hegel und nach ihm auch Marx immer wieder behauptet haben.

 

 

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4 Gedanken zu „White Supremacy

  1. Kardinal Novize Igor

    Henryk Broder ist zwar ein Grobian, aber da hat er recht. Ich finde es immer wieder spannend, wie du Dialektik-Fallen aufdeckst.
    Ich würde hinzu fügen: Auch der Relativismus ist so eine Überheblichkeit.

    Oft habe ich religiösen Diskussionen den Satz: „Du glaubst, du hättest die Wahrheit gepachtet“ gehört. „Ja, natürlich“, antworte ich meistens darauf, „wie du das selbe auch glaubst: dass jeder, der nicht an deinen Nicht-Gott glaubt, dir unterlegen sein müsse.“

    Der Relativismus hält sich für ÜBER allen Meinungen stehend, und das ist eigentlich schlimmer als der schlimmste Fanatismus, vor allem dann, wenn dieser Relativismus nicht auch auf einen selbst bezogen ist. Sich selbst zu relativieren: das ist wohltuender Humor, das ist die Bescheidenheit der Heiligen.

    Die klassischen Relativisten sind allerdings bier-ernst: echte „supremacy“ (PS.: mit „e“)

    LG KNI

    Antwort

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