Was ist Perónismus?

Es wird erzählt, dass Juan Perón in seinen ruhmreichen Tagen einmal seinen Neffen die Geheimnisse der Politik offenbarte.

Er nahm den jungen Mann zum ersten mal mit, als er Abgesandte der Kommunisten traf. Nachdem er ihren Anliegen Gehör geschenkt hatte, sagte er zu ihnen: „Sie haben vollkommen recht.“ Am nächsten Tag empfing er Abgesandte der Faschisten und erklärte auch ihnen: „Sie haben vollkommen recht.“

Dann fragte er seinen Neffen, was er ihn gelehrt habe und der junge Mann gab zur Antwort: „Du hast mit zwei Gruppen von diametral entgegengesetzten Meinungen gesprochen und beiden gesagt, dass du mit ihnen einer Meinung bist, das ist völlig inakzeptabel.“ Perón antwortete: „Auch du hast vollkommen recht.“

Niemand beherrscht diese Strategie, mit der man Feinde und vermeintliche Freunde verwirren, manipulieren und kontrollieren kann wie 

Jorge Bergoglio

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9 Gedanken zu „Was ist Perónismus?

    1. hansarandt Autor

      Den gibt es: Das ist ein Zitat aus dem Buch „Der Diktatorpapst“ von dem Argentinier Marcantonio Colonna, das ich gerade mit Interesse lese. Ein weiteres Zitat, aus diesem Buch, diesmal von Papst Franziskus höchstselbst. Es lautet: „Schenkt jenen keinen Glauben, die Fragen aufwerfen, ständig auf die Fehler von anderen hinweisen, und von Auftritten besessen sind.“ Kommentar von Colonna dazu: „Es gibt Menschen, die ein Talent dafür haben, ihre eigenen Fehler zu kritisieren.“ Wir kennen die Geschichte schon aus der Bergpredigt. Dort wird dieses Talent als die Unfähigkeit, den Balken im eigenen Auge zu sehen, beschrieben.

      Übrigens Benedikt XVI. hat sich wieder zu Wort gemeldet, in Herder Korospondenz. Er beklagt, dass in der Kritik an ihm das Wort Gott gar nicht mehr vorkommt und ihm damit implizit Recht gibt, weil ja das genau das das Problem ist, auf das Benedikt hinweisen wollte: Die Gottlosigkeit, der modernen katholischen Moral-Theologie im Gefolge der Ideologie der 68er.

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  1. Kardinal Novize Igor

    Ich werde mir den Brief des Papstes durchlesen; vielleicht werde ich dann schlauer!
    Der obige Satz scheint mir „…besessen sind“ scheint mir irgendwie anlassbezogen zu sein….

    LG KNI

    Antwort
  2. Kardinal Novize Igor

    Ich habe mir jetzt den ganzen Brief von Franziskus durchgelesen; im großen und ganzen ist er sehr ausgewogen. Das obige Zitat habe ich in dieser Schärfe nicht gefunden, tatsächlich aber kritisiert er das „bloß strukturelle“.

    Was mir an dem Brief gefällt, ist, dass er oft auf den Heiligen Geist rekurriert. Etwas konturierter hätte es sein können; aber gut, es ist halt ein „päpstlicher Brief“. Dass er da keine Breitseiten abfeuert, war klar.

    Was mir weniger gefallen hat, ist, dass er zwar die Fremdenfeindlichkeit kritisiert, aber keinen Satz gefunden hat, wie (ich mach jetzt mal den Papst) „dass auch gegenüber berechtigten Sorgen, welche die Migration aufwirft, oftmals mit Unverständnis, Überheblichkeit oder gar mit Gehässigkeit reagiert wird, woraus eine Polarisierung resultiert, die ein sachliches Gesprächsklima verunmöglicht.“

    Man muss aber auch dazu sagen, dass der Fremden-Satz ein Einzeiler ist.

    LG KNI

    Antwort
    1. hansarandt Autor

      Welchen Brief von Franziskus meinst du? Ich habe nur die Texte von Benedikt gelesen. Woher genau das Zitat von Franziskus stammt, weiß ich nicht, ich habe es aus dem Buch der Diktatorpapst.

      Antwort
  3. Kardinal Novize Igor

    Das ist der Brief von Franziskus:

    https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-108a-Brief-Papst-Franziskus-an-das-pilgernde-Volk-Gottes-in-Deutschland-29.06.2019.pdf

    den Brief von Benedikt XVI habe ich auch gelesen – gut, aber in manchen Punkten würde ich widersprechen: Die Pädophilie gab es in der Kirche bereits vor den 68ern. Das weiß ich noch von meinem Vater.

    Ich glaube, die 68er sind ein Gesicht mit zwei Seiten: Auf der einen Seite haben sie die Verkrampfung der Nachkriegszeit aufgedeckt und aufgelöst, auf der anderen Seite haben sie einen neuen Radikalismsus geboren. Und wieder eine neue Verkrampftheit. Die 68er haben den Spannungsraum zwischen fröhlicher Anarchie und philosophischer Stringenz nicht aufrecht erhalten können – die Kirche aber hatte (und hat) das Problem, weder Volkskirche zu sein, die sie bis zur franz. Revolution war, noch aber Hort der Mystik, da ihr die Konkordate und Staatsbeziehungen wichtiger waren. (das Problem geht bekanntlich auf das Hochmittelalter zurück).

    Ich denke: Volkskirche geht nicht mehr, sie muss zum Hort der Mystik werden, und ich glaube, das wäre dann eine Sache, von der wieder jedermann etwas hätte – siehe Urkirche.

    LG KNI

    Antwort

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