Was kann man von einem einfachen Handwerker lernen?

Als aus meinem Heizungskeller ungewöhnliche Geräusche drangen, kam ich nicht umhin den Handwerksbetrieb meines Vertrauens anzurufen.

Wie gewohnt stand Oliver, mein Heizungsmonteur, den ich sehr schätze, noch am gleichen Tag vor meiner Tür. In fünf Minuten hatte er das Problem erkannt, es war die Wasserpumpe.

Natürlich wollte ich wissen, was mich der Spaß kostet. „Wissen Sie“, war seine Antwort, „früher haben die Pumpen 90 Euro gekostet und haben locker zwanzig Jahre lang gehalten.

Heute muss ich Ihnen ein Gerät einbauen, das die Richtlinien für den Umweltschutz nach Euro-Norm erfüllt. Diese Pumpen kosten leider 400 Euro und es gibt nur zwei Hersteller auf der ganzen Welt, die die Patente darauf halten. Außerdem musste er mir noch mitteilen, dass diese hochmodernen Geräte allerdings eine sehr viel geringere Lebensdauer haben.

Nun hatte ich eine Idee, woran es liegen könnte, dass in Brüssel zehn Lobbyisten auf einen Europaabgeordneten kommen.

Mir viel auch wieder ein, dass die Gesetzte nicht in den dafür vorgesehenen Ministerien formuliert werden, sondern in den Anwaltskanzleien derjenigen multinationalen Konzerne, für die diese Gesetze zur Anwendung kommen.

Der gemeine Abgeordnete kann diese Papierflut unmöglich lesen und hebt seinen Arm in der selben Weise wie jeder andere Sterbliche sein Kreuzchen bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen auf einer beliebigen Internetseite macht.

Der einzige Unterschied ist, dass er für das regelmäßige Winken mit dem rechten Arm im Gegensatz zu gewöhnlichen Menschen fürstlich entlohnt wird und sich auch so fühlen darf.

Ich erinnerte mich daran, dass vor einiger Zeit die Patente für FCKW ausliefen und die Hersteller von Treibgasen in Sprühflaschen dadurch ihr Monopol verloren.

Der Zufall wollte es, dass kurz vorher das Ozonloch in der Antarktis entdeckt wurde, das zweifellos durch die Benutzung von Deospray, Rasierschaum und anderen Drogerie-Artikeln durch die Zivilisationen in der nördlichen Hemisphäre verursacht wurde.

Wieder einmal stand das Überleben eines ganzen Planeten auf dem Spiel. Aber, wie sagte schon Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“

Die Guten, die ständig dabei sind, die Welt zu retten, konnten auch dieses Problem lösen. Das FCKW wurde global verboten und es mussten stattdessen andere Treibgase verwendet werden, auf die rein zufällig dieselben Konzerne die Patente hielten, die auch schon vorher diesen Markt kontrolliert hatten.

Das Ozonloch ist seitdem aus der Mode gekommen, es wird nicht mehr gebraucht.

Jetzt fällt mir doch glatt auch wieder das Waldsterben ein. Hieß es nicht damals, spätestens 2020 gäbe es auf diesem Planeten keinen Baum mehr? Seitdem die NASA vor zwei Jahren festgestellt hat, dass ihre Satelliten eine globale Ausweitung der Grünflächen um 10% gemessen haben, ist dieses Thema auch wieder aus der Mode gekommen.

Wahrscheinlich hat sich an dieser ausgefallenen Katastrophe auch irgendjemand eine goldene Nase verdient.

Nichts ist so nachhaltig gewinnbringend wie eine erfundene Geschichte, an die jeder glaubt.

 

 

 

 

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